Tag der NÖ Industrie

IV NÖ: Industrie fordert Reform-Turbo

(v.l.n.r.) Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer, IV-Präsident Georg Knill, Bundeskanzler Christian Stocker, Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, WKÖ-Präsidentin Martha Schultz, IV-NÖ-Präsident Kari Ochsner und IV-NÖ-Geschäftsführerin Michaela Roither.
© IV NÖ
Rund 800 Gäste, jede Menge Polit-Prominenz und eine klare Botschaft: Bei ihrem Industrieempfang lässt die Industriellenvereinigung Niederösterreich keinen Zweifel daran, dass sich einiges ändern muss.
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IV-NÖ-Präsident Kari Ochsner bringt es vor versammelter Politprominenz auf den Punkt: „Was wir verteilen wollen, müssen wir zuerst erwirtschaften." Bundeskanzler Christian Stocker, Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP), Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer und zahlreiche weitere Spitzenvertreter aus Politik und Wirtschaft geben sich in Grafenegg ein Stelldichein.

Bundeskanzler Christian Stocker bei seiner Rede beim Tag der NÖ Industrie.
Bundeskanzler Christian Stocker bei seiner Rede beim Tag der NÖ Industrie. © IV NÖ

Ochsner rechnet mit der Politik ab

Nach Jahren der Stagnation fordert Ochsner rasches Handeln: Die Lohnstückkosten müssen runter, die Bürokratie muss weg. „Der Bürokratieabbau kostet den Staat kaum etwas, spart den Betrieben aber sofort Zeit und Geld", stellt er klar. Auch bei Pensionen, Gesundheit und Verwaltung brauche es Reformen – und zwar jetzt. Sein Warnschuss: Mit jedem Jahr, das verstreicht, werde der Spielraum kleiner und die notwendigen Einschnitte härter.

Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner und Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer beim "Tag der NÖ Industrie" in Grafenegg.
Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner und Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer beim "Tag der NÖ Industrie" in Grafenegg. © NLK Filzwieser

Mehr Arbeit soll sich auszahlen

Die Debatte um die 41-Stunden-Woche und weniger Feiertage ordnet Ochsner in ein größeres Bild ein. Wer mehr leiste, müsse das auch am Konto spüren. Der Umstieg von Teilzeit auf Vollzeit müsse attraktiver werden, ebenso brauche es mehr Kinderbetreuungsplätze und Anreize, länger im Job zu bleiben. Mit der Aktivpension sei bereits ein erster Schritt gesetzt worden.

Klimaschutz ja, Alleingang nein

Beim Klimaschutz gibt sich Ochsner pragmatisch: Hitze, Dürre und Wasserknappheit seien längst Realität, gleichzeitig biete die Transformation Chancen für die heimische Green-Tech-Branche. Scharf kritisiert er hingegen nationale Alleingänge: „Ein Alleingang, zehn Jahre vor dem Rest der EU klimaneutral zu sein, hilft dem Weltklima nicht, schwächt aber unseren Standort." Wandern Betriebe in Länder mit schlechteren Umweltstandards ab, sei niemandem geholfen.

Stocker verspricht Entlastung

Auch Bundeskanzler Stocker nutzt die Bühne für klare Ansagen: Niedrigere Energiekosten, sinkende Lohnnebenkosten und weniger Bürokratie stehen ganz oben auf seiner Agenda. Sein Fazit: „Leistung muss sich lohnen und Aufstieg wieder möglich sein." Landeshauptfrau Mikl-Leitner doppelt nach: Wohlstand werde erwirtschaftet, nicht verteilt – deshalb brauche es jetzt eine Wirtschaftspolitik, die auf Leistung und Hausverstand setzt.

Top-10-Ziel für Österreichs Industrie

Wirtschaftsminister Hattmannsdorfer gibt die Richtung vor: Österreich soll zur Top-10-Industrienation aufsteigen. Erste Schritte seien mit sinkenden Lohnnebenkosten und einem Industriestrompreis bereits gesetzt, doch Mittelmaß sei für ihn keine Option. IV-Präsident Georg Knill und WKÖ-Präsidentin Martha Schultz fordern unisono Strukturreformen bei Pensionen, Gesundheit und Verwaltung sowie einen echten Innovationsschub für den Standort.

Warnung an die Gesellschaft

Zum Abschluss macht Ochsner klar, worum es wirklich geht: Der gewohnte Lebensstandard, soziale Sicherheit und funktionierende Infrastruktur müssen finanziert werden – und das gelinge nur mit Unternehmen, die in Österreich produzieren, exportieren und Steuern zahlen. Bleiben Aufträge aus, drohen weniger Investitionen, weniger Jobs und weniger Staatseinnahmen. Sein Schlusswort lässt keinen Interpretationsspielraum: Genau davon hänge ab, was sich die Gesellschaft künftig noch leisten könne.

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