Jubiläumsfest
260 Jahre Prater werden drei Tage lang gefeiert
Vom kaiserlichen Jagdgebiet zum Vergnügungsort für Millionen Menschen. Der Prater hat Wien über Jahrhunderte geprägt. Hier wurden Ballonflüge bestaunt, große Feste gefeiert, bei der Weltausstellung 1873 Besucher aus aller Welt empfangen und später mit dem Riesenrad eines der bekanntesten Wahrzeichen der Stadt errichtet. Seine Geschichte als öffentlicher Freizeitort begann 1766, als Joseph II. das zuvor dem Kaiserhaus vorbehaltene Areal für die Bevölkerung öffnete.
260 Jahre später wird genau dieser Schritt groß gefeiert. Von 18. bis 20. September steigt im Wurstelprater ein dreitägiges Jubiläumsfest mit Führungen, Konzerten, Lesungen, Kinderprogramm und Ermäßigungen bei zahlreichen Attraktionen. Der Eintritt zum Fest und zu sämtlichen Programmpunkten ist kostenlos. "260 Jahre Prater sind 260 Jahre Lebensfreude. Diese Lebensfreude lassen wir bei unserem großen Jubiläumsfest hochleben", sagen Praterverbands-Präsidentin Silvia Lang und Vizepräsident Fredo Nemec. Egal ob Stammgast oder Prater-Neuling, das Jubiläumswochenende soll Besucher aller Generationen ansprechen.
Auftakt im Pratermuseum
Offiziell eröffnet wird das Fest am Freitag um 18 Uhr im Pratermuseum. Danach steht eine musikalische Performance von Gerald Schaaf auf dem Programm. Gefeiert werden damit zugleich 160 Jahre der Familie Schaaf im Prater.
Die Öffnung des Areals im Jahr 1766 veränderte den Prater grundlegend. Rasch siedelten sich Wirte, Kaffeesieder und andere Betriebe an. In den folgenden Jahrzehnten entwickelte sich das Gelände zu einem wichtigen Ort für Unterhaltung, Gastronomie und spektakuläre Neuerungen. Seine Blütezeit begann rund um die Weltausstellung von 1873.
Auch Vizebürgermeisterin Barbara Novak (SPÖ) hebt die Rolle jener hervor, die den Prater heute am Laufen halten. Hinter Fahrgeschäften, Gastronomie und Attraktionen stehen rund 80 Unternehmen mit ihren Familien und Beschäftigten. "Sie sind das Herz dieses einzigartigen Wiener Wahrzeichens", sagt Novak.
Auch interessant
Geschichte hinter den Kulissen
Am Samstag und Sonntag rücken die vielen Facetten des Wurstelpraters in den Mittelpunkt. Führungen beschäftigen sich unter anderem mit waghalsigen Prater-Frauen, historischen Illusionen, "Venedig in Wien", der Weltausstellung 1873 und der 260-jährigen Geschichte.
Besonders persönliche Einblicke versprechen Spaziergänge hinter die Kulissen. Schausteller führen dabei selbst durch den Wurstelprater und erzählen von ihren Familien, ihren Betrieben und einem Leben, das teilweise seit Generationen eng mit dem Prater verbunden ist.
Auch Musik und Literatur spielen eine Rolle. Im Restaurant Neuzeit werden Texte von Autoren gelesen, die sich vom Prater inspirieren ließen. Am Samstagabend bringt Ernst Molden seine "PRATERLIEDER" auf die Bühne. Am Sonntag folgt der Stummfilm "Pratermizzi" aus dem Jahr 1926 mit Live-Musik.
Kinder erobern den Prater
Am Samstag und Sonntag startet jeweils ab 11 Uhr ein eigenes Kinderprogramm mit Unterstützung der Wien Holding. Bei einer Schnitzeljagd geht es auf Entdeckungstour durch den Wurstelprater. Dazu kommen Bastelangebote, Zauberkunststücke zum Ausprobieren und eine Teleskopstation zur Beobachtung der Sonne.
Am Sonntag stehen zusätzlich die Kinderführung "Mars, Mond oder Venedig" sowie das gemeinsame Bauen und Starten von Wasserraketen mit dem Team des Planetariums Wien auf dem Programm. An beiden Tagen gibt es außerdem die Familien-Zaubershow "Lachen, Staunen, Praterzauber".
Für SPÖ-Bezirksvorsteher Alexander Nikolai gehört der Prater untrennbar zur Leopoldstadt. "Er ist ein wichtiger Teil der Identität der Leopoldstadt und aus unserem Bezirk nicht wegzudenken", sagt Nikolai. Neben dem kostenlosen Jubiläumsprogramm läuft der reguläre Praterbetrieb weiter. Bei zahlreichen Fahrgeschäften und Attraktionen werden während des Festwochenendes zudem Ermäßigungen angeboten.
OE24 TV Live-Stream
OE24 TV Live-Stream
Fehler im Artikel gefunden?Jetzt melden