"Kurswechsel"
Kampagne der FPÖ nimmt Ludwig ins Visier
Die FPÖ eröffnet den politischen Herbst mit einem Frontalangriff auf Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ). Unter dem Motto "So kann’s nicht weitergehen" wollen die Freiheitlichen Parteichef Dominik Nepp als Alternative an der Stadtspitze positionieren. Im Mittelpunkt der Kampagne stehen Sicherheit, Teuerung, Zuwanderung und Integration sowie Vorwürfe rund um Transparenz und Missstände im Einflussbereich der Stadt.
"Die Menschen spüren jeden Tag, dass Wien unter Bürgermeister Michael Ludwig in die falsche Richtung läuft", erklärt FPÖ-Landesparteisekretär Lukas Brucker. Seine Partei fordert unter anderem mehr Polizei auf den Straßen sowie Entlastungen bei Wohnen, Energie und Gebühren. Auch bei Sozialleistungen und gefördertem Wohnen sollen österreichische Staatsbürger nach Vorstellung der FPÖ stärker bevorzugt werden.
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FPÖ sieht sich im Aufwind
Rückenwind erhoffen sich die Freiheitlichen von den vergangenen Wahlergebnissen. Bei der Wien-Wahl 2025 kam die SPÖ auf 39,4 Prozent, die FPÖ erreichte 20,4 Prozent und konnte ihren Stimmenanteil damit deutlich steigern. Brucker glaubt, dass sich der Abstand weiter verkleinern könne. "Wenn es so weitergeht, sind wir bald Kopf an Kopf", meint der Landesparteisekretär.
Gleichzeitig nimmt die FPÖ mehrere Affären und Streitfälle ins Visier. Brucker nennt dabei die Vorgänge bei den Wiener Volkshochschulen, im Marktamt und rund um die sogenannte Causa Ruck. Zu diesem Komplex hat die Partei auch einen Sonder-Gemeinderat initiiert.
"Wir schauen hin, decken auf und zwingen den Bürgermeister, sich den Fragen zu stellen, denen er außerhalb des Rathauses aus dem Weg geht", betont Brucker. Die FPÖ wirft Ludwig vor, Verantwortung für Probleme in der Stadt nicht ausreichend zu übernehmen.
Rund 100 Standaktionen geplant
Ein Schwerpunkt der Kampagne liegt auf dem direkten Kontakt mit der Bevölkerung. In den kommenden Wochen plant die FPÖ rund 100 Standaktionen in allen 23 Bezirken. "Politik muss dort stattfinden, wo die Menschen sind", erklärt Landesparteisekretär Michael Stumpf. Die Freiheitlichen wollen dabei Beschwerden und Anliegen sammeln und daraus auch politische Initiativen ableiten.
Begleitet wird die Aktion von einer groß angelegten Außenwerbung. Geplant sind mehr als 80 Citylights, rund 100 Flächen im 16-Bogen-Format, fast 50 Flächen im 24-Bogen-Format und mehr als 500 kleinere Plakatflächen. Für Stumpf soll es aber nicht bei Gesprächen bleiben. Die FPÖ kündigt parlamentarische Initiativen, weitere Kontrollarbeit und bei Bedarf auch rechtliche Schritte an. "Hinschauen, zuhören, aufzeigen und handeln, das ist die Seele dieser Kampagne", hält Stumpf fest.
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