Keine Sommerzeit mehr

DIESE Länder haben die Zeitumstellung abgeschafft

Was aus dem Projekt Zeitumstellung wurde
© Getty Images
Während Europa weiter debattiert, haben andere Länder die Sommerzeit längst abgeschafft.
OE24 auf Google bevorzugen

Ende Oktober endet in Europa wieder die Sommerzeit, und die Uhren werden um eine Stunde zurückgestellt. Während die EU-Staaten seit Jahren über ein Ende der Regelung verhandeln, haben zahlreiche Staaten auf der ganzen Welt das halbjährliche Ritual längst komplett abgeschafft.

Das ewige Warten auf die Entscheidung in der Europäischen Union

In der Nacht auf den 25. Oktober wiederholt sich das gewohnte Prozedere: Um Punkt 3.00 Uhr früh werden die Uhren auf 2.00 Uhr zurückgedreht. Damit gilt wieder die mitteleuropäische Normalzeit. Was für viele Menschen eine zusätzliche Stunde Schlaf bedeutet, sorgt gleichzeitig für erneute Diskussionen über den Sinn der Maßnahme.

Obwohl eine Abschaffung seit langem im Raum steht, herrscht auf europäischer Ebene politischer Stillstand. Die EU-Kommission legte bereits im Jahr 2018 einen konkreten Vorschlag vor, das Drehen an den Zeigern zu beenden. Das EU-Parlament segnete diesen Vorstoß im Frühjahr 2019 mit breiter Mehrheit ab. Doch seither liegt die Reform auf Eis: Die Mitgliedstaaten im Rat der Europäischen Union konnten sich bis heute nicht auf eine einheitliche Vorgangsweise einigen. Für das endgültige Aus ist jedoch ein mehrheitlicher Beschluss der Mitgliedsländer zwingend vorgeschrieben.

Weltweiter Trend: Nur noch Minderheit dreht an den Zeigern

Während in Europa jedes Jahr aufs Neue über den Mini-Jetlag und gesundheitliche Folgen debattiert wird, geht der weltweite Trend klar in die entgegengesetzte Richtung. Nur noch rund 70 Staaten weltweit halten an der saisonalen Umstellung fest. Die überwältigende Mehrheit der Länder rund um den Globus bleibt inzwischen dauerhaft bei einer festen Standardzeit.

Besonders in den vergangenen Jahrzehnten haben sich etliche Staaten von dem System verabschiedet. Die Gründe dafür reichen von wirtschaftlichen Faktoren über den Energiesektor bis hin zum Wohlbefinden der Bevölkerung. Auch in Österreich ist die Sommerzeit historisch betrachtet keineswegs eine Selbstverständlichkeit: Sie wurde hierzulande erst im Jahr 1980 eingeführt.

Die Liste der Länder ohne Zeitumstellung im Detail

Ein genauer Blick auf die Weltkarte verdeutlicht, wie viele Staaten den Absprung bereits erfolgreich geschafft haben:

  • Russland
    Verwendet seit dem Jahr 2014 ganzjährig die sogenannte "Winterzeit" (UTC+3) und verzichtet auf die Umstellung.
  • Türkei
    Entschied sich 2016 für einen anderen Weg und behält seitdem dauerhaft die Sommerzeit bei.
  • Uruguay
    Beendete die Umstellung in den vergangenen zehn Jahren endgültig.
  • Aserbaidschan
    Hat die gesetzliche Zeitumstellung komplett aufgehoben.
  • Iran
    Verzichtet mittlerweile vollständig auf das halbjährliche Verstellen der Uhren.
  • Jordanien
    Entschloss sich ebenfalls dazu, die saisonale Drehung an den Zeigern zu beenden.
  • Syrien
    Schuf die Zeitumstellung ebenfalls gänzlich ab.
  • Namibia
    Beendete die jahrelang praktizierte saisonale Zeitverschiebung.
  • Mexiko
    Stellte das System 2022 weitgehend ein; nur bestimmte Grenzregionen zu den USA stellen noch um.
  • Brasilien
    Hob die saisonale Zeitumstellung bereits im Jahr 2019 auf.
  • China
    Nutzt trotz enormer geografischer Ausdehnung eine einzige Zeitzone (UTC+8) ohne jede Umstellung.
  • Indien
    Setzt seit jeher auf eine ganzjährige Einheitszeit ohne Anpassung.
  • Japan
    Verabschiedete sich bereits sehr früh von dem Prozedere und schaffte die Regelung 1951 ab.
  • Südkorea
    Beendete das System mit dem Ablauf des Jahres 1988.
  • Australien
    Kein einheitliches System: Queensland, Westaustralien und das Northern Territory stellen nicht um.

Ausblick für Österreich und die EU

Ob und wann auch die Europäische Union dem internationalen Vorbild folgen wird, bleibt weiterhin vollkommen offen. Solange sich die Mitgliedsländer nicht einigen können, ob dauerhaft Sommer- oder Normalzeit gelten soll, müssen die Menschen in Österreich weiterhin zweimal im Jahr ihre Uhren anpassen.

Fehler im Artikel gefunden?Jetzt melden