Missbrauchs-Prozess

Keine Haftstrafe für Frank Stronach

Stronach: Sprengt er seine Partei?
© apa
Der kanadische Milliardär Frank Stronach muss trotz seiner Verurteilung wegen eines sexuellen Übergriffs nicht ins Gefängnis. Ein Gericht in Ontario will am 11. Dezember über die konkrete Strafe entscheiden – Haft ist dabei bereits ausgeschlossen.
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Die Staatsanwaltschaft hatte sechs Monate Haft für den 94-Jährigen gefordert. Richterin Anne Molloy stellte jedoch klar, dass sie Stronach aufgrund seines Alters keine Gefängnisstrafe auferlegen werde. Stattdessen könnte eine sechsmonatige Hausarrest-Strafe infrage kommen. Die Staatsanwaltschaft fordert außerdem, dass Stronach zehn Jahre lang im kanadischen Sexualstraftäter-Register geführt wird.

Übergriff liegt fast 50 Jahre zurück

Der Fall geht auf das Jahr 1977 zurück. Eine Frau hatte ausgesagt, Stronach habe sie in eine Wohnung in Toronto eingeladen. Dort habe er sie über einen Stuhl gebeugt, ihren Rock hochgehoben und versucht, sie zu vergewaltigen. Die Anklage wegen versuchter Vergewaltigung wurde im Laufe des Prozesses fallen gelassen. Stronach wurde stattdessen wegen des historischen Straftatbestands des "indecent assault" – eines heute nicht mehr bestehenden Delikts – schuldig gesprochen. Die Richterin bezeichnete sein Verhalten als "gross and disgusting conduct".

Ursprünglich zwölf Anklagepunkte

Als der Prozess im Februar begann, stand Stronach wegen zwölf Vorwürfen von sieben Frauen vor Gericht. Die Anschuldigungen reichten fast 50 Jahre zurück. Im Laufe des mehr als zweimonatigen Prozesses zog die Staatsanwaltschaft mehrere Anklagepunkte zurück. Im Juni wurde Stronach zunächst auch wegen eines weiteren sexuellen Übergriffs schuldig gesprochen. Diese Verurteilung wurde später nach neuen Beweisen für einen Fehlprozess erklärt. Die Staatsanwaltschaft hat dagegen Berufung eingelegt. Stronach bestreitet die Vorwürfe.

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