Paukenschlag

Serbien-Wahl: Vučić räumt Niederlage ein

Ein Mann spricht bei einer Pressekonferenz, eine Frau steht daneben und hört aufmerksam zu.
© EPA
Die oppositionelle Studentenliste hat die Parlamentswahl am Sonntag gewonnen. Noch vor Verkündung der offiziellen Wahlergebnisse hat Machthaber Aleksandar Vučić am Abend die Niederlage seiner Bewegung bei einem überraschenden Presseauftritt in Belgrad eingeräumt.
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Die Studentenliste habe "zwischen 135 und 140 Mandaten" im 250-köpfigen Parlament errungen. "Vereinigtes Serbien" hat nur 110 Sitze und werde daher die Oppositionsrolle übernehmen. Neben den beiden Listen habe keine weitere Partei den Einzug ins Parlament geschafft, sagte Vučić mit Blick auf die Drei-Prozent-Hürde. "Serbien ist frei", kommentierte die oppositionelle Studentenliste in einem X-Post unmittelbar nach dem Auftritt von Vučić, der Serbien 14 Jahre lang zunehmend autoritär regiert hatte. Im Zentrum Belgrads kam es am Abend zu spontanen Jubelfeiern.

Unabhängige Wahlbeobachter bestätigten die Aussagen des Ex-Präsidenten. Die Studentenliste habe 139 Mandate, die Bewegung von Vučić 104 Mandate, teilte die Organisation CeSID bei einem Auszählungsstand von 56 Prozent mit. Drei Mandate habe die Partei der Ungarn in der Vojvodina, zwei Mandate jene der albanischen Volksgruppe.

Beteiligung so hoch wie seit dem Jahr 1992 nicht mehr

Der Machtwechsel hatte sich abgezeichnet, weil die Serbinnen und Serben am Sonntag in Massen in die Wahllokale gekommen waren. Die Wahlbeteiligung war mit rund 70 Prozent so hoch wie bei keinem Urnengang seit dem Zerfall des kommunistischen Jugoslawien, Wählerinnen und Wähler standen mitunter stundenlang in der Schlange, um ihre Stimme abzugeben. Auch Vučić musste in einem Wahllokal in Novi Beograd zwei Stunden lang warten.

Um Malversationen zu verhindern, war die Studentenliste in praktisch allen Wahllokalen präsent. Teilergebnisse aus vermeintlichen Hochburgen des Regierungslagers zeigten auf einen Erfolg dieser Strategie hin. So wurde in sozialen Medien das Ergebnisprotokoll eines Wahllokals im Kosovo gezeigt, in dem nur zehn von 2.000 Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben hatten, während es bei früheren Wahlen hunderte gewesen waren.

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