70.000 Polizisten

Protest-Chaos: Waffen-Funde, 135 Festnahmen, Élysée-Palast gesichert

Französische Polizisten und Einsatzfahrzeuge sperren eine Straße nahe dem Élysée-Palast in Paris.
© APA/AFP/NICOLAS TUCAT
Frankreichs Sicherheitskräfte stehen vor einem Großeinsatz. Nach schweren Krawallen am vergangenen Wochenende gehen landesweit erneut Menschen auf die Straße.
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Paris. Frankreich bereitet sich auf neue Demonstrationen und mögliche Ausschreitungen vor. Rund 70.000 Polizisten und Gendarmen sind im Einsatz, unterstützt von Hubschraubern, gepanzerten Fahrzeugen und Wasserwerfern. Die Behörden befürchten Krawalle wie in den vergangenen Tagen. Laut "Bild" ist auch die Armee im Einsatz.

Vorgeschmack auf Krawalle?

In Lyon kam es Samstagmittag bereits zu Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und der Polizei. Die Beamten sollen laut Medienberichten Tränengas eingesetzt haben.

Demonstranten laufen durch Tränengaswolken während eines Protests auf einer Straße in Lyon.
Ein Demonstrant versucht während einer Demonstration in Lyon am 24. Oktober inmitten einer Tränengaswolke eine qualmende Tränengaskartusche wegzutreten. Die Aktion war Teil eines landesweiten Aufrufs zur Mobilisierung, der ehemalige Mitglieder der Gelbwesten-Bewegung, Gewerkschaften sowie Schülerinnen, Schüler und Studierende zusammenbrachte. Proteste von Schülern gegen die Lernbedingungen hatten eine Bewegung ausgelöst, die sich seitdem im ganzen Land ausgebreitet hat – angefacht durch die allgemeine Wut über die steigenden Lebenshaltungskosten. Rund 70.000 Sicherheitskräfte werden heute im Einsatz sein, wie der Innenminister auf einer Pressekonferenz mitteilte. Er warnte zudem davor, dass in den sozialen Medien Aufrufe zu Gewalt und Plünderungen kursieren. © APA/AFP/OLIVIER CHASSIGNOLE

Heute bereits 135 Festnahmen

Innenminister Laurent Nuñez teilte mit, dass bis zum Mittag bereits 135 Menschen festgenommen wurden. Bei mehr als 1.000 Kontrollen beschlagnahmte die Polizei verbotene Gegenstände wie Schleudern, eine Softair-Waffe und Boule-Kugeln. Neben Gewerkschaften und Studenten planen auch die Gelbwesten zahlreiche Aktionen im ganzen Land.

Massive Sicherheitsvorkehrungen

Wegen befürchteter Ausschreitungen und Plünderungen, wie sie am vergangenen Wochenende stattgefunden hatten, gab es in mehreren Städten Versammlungsverbote für bestimmte Zonen sowie Ausgangssperren. In Nizza, wo laut Präfektur alle Versammlungen verboten sind, wurden Polizeikräfte, Gendarmen und Spezialeinheiten im Stadtzentrum eingesetzt.

Élysée Palast gesichert

In Paris und weiteren Städten gelten strenge Auflagen. Zahlreiche Museen wie der Louvre und das Musée d'Orsay bleiben geschlossen.

Vor dem Élysée Palast, dem Amtssitz und die Residenz des französischen Präsidenten Emmanuel Macron, haben gepanzerte Fahrzeuge der Polizei Stellung genommen um das Gebäude zu schützen. Das Gebiet ist laut "Bild" großräumig durch bewaffnete Einsatzkräfte abgeriegelt.

Zwei Einsatzfahrzeuge der Polizei blockieren eine herbstliche Straße in Paris.
Zwei Einsatzfahrzeuge der Polizei blockieren eine Straße nahe dem Élysée-Palast in Paris. © APA/AFP/NICOLAS TUCAT

Routen-Streit sorgt für aufgeheizte Stimmung

Um den Verlauf der Proteste gab es im Vorfeld Streit zwischen den Behörden und den Veranstaltern. Während Gewerkschaften an ihren Routen festhalten wollen, verlegte die Polizei bestimmte Strecken. Am Place de la Bastille setzten Beamte Lautsprecherdurchsagen ein, da eine Versammlung dort untersagt wurde.

Kritik an Einschränkungen

Die massiven Polizeimaßnahmen und Demonstrationsverbote in Städten wie Nizza, Straßburg und Nancy stießen auf Kritik. Amnesty International sprach von einer Entwicklung hin zu autoritären Praktiken. Auch der Menschenrechtskommissar des Europarats forderte die Achtung des Demonstrationsrechts.

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