Versorgungsausbau

Krebs: NÖ setzt auf starke Vernetzung und Hightech-Behandlungen

Ärztin bespricht mit lächelnder Krebspatientin erfreuliche Testergebnisse am Schreibtisch.
© Getty Images
Gebündelte Expertise statt Insellösungen: Niederösterreichs Kliniken rücken im Kampf gegen Krebs weiter zusammen. Mit modernster Tumoranalyse und enger Zusammenarbeit der Spezialisten will man die Krebsversorgung auf ein neues Niveau bringen.
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Krebs zählt nach wie vor zu den größten Gesundheitsherausforderungen unserer Zeit: Jedes Jahr erhalten 9.700 Niederösterreicher eine entsprechende Diagnose. Um das Versorgungsangebot weiter zu verbessern, wird im Sinne des Gesundheitsplans 2040+ das Tumornetzwerk Niederösterreich der NÖ Landesgesundheitsagentur (NÖ LGA) weiter ausgebaut. Durch die enge Zusammenarbeit und die Expertise der Spezialisten in den Klinikstandorten sollen die Krebspatienten davon profitieren – ganz gleich, an welchem niederösterreichischen Klinikum die Behandlung beginnt.

Besonders im Fokus steht die Entwicklung eines zentralen molekularen Tumorboards. Dabei werden Tumore bis ins Detail analysiert, um noch gezieltere Therapien auswählen zu können. So könnten Patienten künftig von individuell abgestimmten Behandlungswegen profitieren, wenn herkömmliche Therapien nicht den gewünschten Erfolg bringen. Die Basis dafür bildet ein gemeinsames digitales Informationssystem, auf das alle beteiligten Kliniken zugreifen können. Dadurch werden wichtige Daten schneller verfügbar, Doppelgleisigkeiten vermieden und Entscheidungen erleichtert.

Allein im vergangenen Jahr wurden mehr als 30.000 Menschen mit einer onkologischen Diagnose in Kliniken der NÖ Landesgesundheitsagentur behandelt. Derzeit gibt es sieben zertifizierte Krebszentren in Niederösterreich. Weitere Spezialisierungen sind bereits geplant, darunter Zentren für gynäkologische Tumore in St. Pölten, Brustkrebs in Krems sowie Darm- und Bauchspeicheldrüsenkrebs in Horn. Mit dem niederösterreichweiten Tumornetzwerk wird die Zusammenarbeit der Klinikstandorte gezielt weiterentwickelt.

Stimmen zur Initiative

"Jede Patientin und jeder Patient kann sich darauf verlassen, die bestmögliche onkologische Versorgung zu bekommen – unabhängig vom Wohnort und davon, an welchem Klinikstandort in Niederösterreich die Behandlung beginnt", betont Landesrat Anton Kasser (ÖVP). "Im Mittelpunkt bei allen Vorhaben steht dabei die Vernetzung der medizinischen Expertise: Patientinnen und Patienten sollen weiterhin möglichst wohnortnah versorgt werden und zugleich vom Wissen und der Erfahrung der gesamten niederösterreichischen Onkologie-Expertise profitieren ... Das Tumornetzwerk Niederösterreich ist ein gemeinsames Qualitätsprojekt der Kliniken. Ziel ist, die onkologische Versorgung im Sinne des Gesundheitsplans 2040+ langfristig auf höchstem Niveau sicherzustellen und weiterzuentwickeln."

"Unsere Medizinerinnen und Mediziner, aber auch Pflege- und Fachkräfte können auch besonders komplexe Fälle oder Krankheitsbilder gemeinsam beurteilen, Erfahrungen austauschen und individuelle Therapieentscheidungen auf Basis aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse treffen. Als erstes Teilprojekt des Tumornetzwerks wurde das hämatoonkologische Tumorboard etabliert - Anfang des Jahres 2026 in allen Klinikstandorten, die onkologische Patientinnen und Patienten behandeln, angebunden. Rund 1.000 Patientinnen und Patienten konnten von den Vorteilen dieses Experten-Netzwerks profitieren. In dieser gemeinsamen fachlichen Besprechung werden insbesondere Erkrankungen des Blutes und des blutbildenden Systems beraten. Das Tumorboard hat sich bereits gut etabliert und daher bauen wir gerade eine stärkere Vernetzung auch bei anderen Krebsarten auf – wie beispielsweise bei der Behandlung von Lungenkrebs sowie von Tumoren des Gehirns und des Nervensystems", erklärt NÖ LGA Vorständin Elisabeth Bräutigam die weiteren Vorhaben.

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