Bahnhof wird sauber

Aus für Tauben & Alkohol: Krems zieht die Notbremse

Modernen Bahnhof Krems mit roten ÖBB-Zügen auf den Gleisen bei Tageslicht.
© ÖBB, Christopher Seif
Mit dem Paket aus Alkoholverbot, Taubenmanagement und verstärkter Betreuung will Krems den Bahnhofplatz wieder zu einem sauberen und sicheren Ort in der Stadt machen.
OE24 auf Google bevorzugen

Ab 1. Dezember gelten rund um den Bahnhof Krems neue Spielregeln: Alkoholtrinken und das Füttern von Tauben werden in mehreren Bereichen der Stadt untersagt. Mit einem einstimmigen Beschluss hat der Kremser Gemeinderat ein Alkoholverbot für den Bahnhofplatz und dessen unmittelbares Umfeld auf den Weg gebracht. Betroffen sind neben dem Bahnhofplatz auch die Scheidtenbergerstraße, die Wertheimstraße sowie der Wertheimpark. Anlass waren wiederkehrende Beschwerden über Alkoholkonsum im öffentlichen Raum, die das Sicherheitsgefühl vieler Passanten beeinträchtigt haben sollen. Die Stadt will damit erreichen, dass sich Reisende, Anrainer und Besucher wieder wohler fühlen.

Gleichzeitig wird auch das Füttern von Tauben deutlich eingeschränkt. Das neue Verbot gilt nicht nur am Bahnhofplatz, sondern auch in Teilen der Innenstadt, mehreren Parkanlagen sowie entlang der Donau. Die Verschmutzungen durch große Taubenschwärme sowie die Gefahr, durch verstreutes Futter weitere Tiere wie Ratten anzulocken, brachten das Fass zum Überlaufen.

Vor diesem Hintergrund setzt die Stadt auf eine langfristige Lösung für die geschätzt 600 Stadttauben. Im Parkdeck Ost entsteht ein 25 Quadratmeter großer betreuter Taubenschlag, in dem die Tiere versorgt werden. Durch kontrollierte Betreuung und Regulierung der Gelege soll die Population langfristig sinken. Begleitend wurden die Zusammenarbeit von Polizei und ÖBB-Security verstärkt sowie zusätzliche Reinigungsmaßnahmen am Bahnhofplatz umgesetzt.

Erste politische Reaktion

"Als zuständiger Tierschutzstadtrat beschäftigt mich die Taubenproblematik bereits seit geraumer Zeit. Gemeinsam mit Sarah Weninger haben wir intensiv an einer nachhaltigen Lösung gearbeitet. Mit dem nun beschlossenen Fütterungsverbot nehmen wir eine der letzten Hürden für unseren Taubenschlag. Denn nur wenn wir die Futterquellen gezielt steuern, können wir die Tiere dauerhaft an ihren neuen Standort binden und ihre Population langfristig reduzieren“, erklärt FPÖ-Stadtrat Christoph Hofbauer.

Der Gemeinderat beschloss am 21. Oktober das ab 1. Dezember geltende Fütterungsverbot für ausgewählte öffentliche Bereiche. Kontrollierte Fütterungen bleiben weiterhin erlaubt. Damit soll die Versorgung gezielt in den Taubenschlag im verlagert werden.

Dort erhalten die Tiere artgerechtes Futter und Nistmöglichkeiten. Durch den Austausch der Eier gegen Gipsattrappen soll die Population langfristig sinken und die Verschmutzung öffentlicher Flächen zurückgehen.

Tierschutzlandesrätin Susanne Rosenkranz unterstreicht die überregionale Bedeutung: "Das Kremser Modell verbindet Tierschutz mit den berechtigten Interessen der Bevölkerung. Auch das Land Niederösterreich verfolgt dieses Projekt mit großem Interesse. Bereits jetzt gibt es Anfragen aus mehreren Städten, die sich mit ähnlichen Herausforderungen beschäftigen."

Die laufende Betreuung übernimmt der Verein Stadttaubenhilfe Krems unter Obfrau Sarah Weninger.

"Mein besonderer Dank gilt Sarah Weninger für ihren außergewöhnlichen Einsatz sowie allen beteiligten Mitarbeitern der Stadt Krems und dem Veterinäramt. Gemeinsam haben wir die Voraussetzungen für eine Lösung geschaffen, von der Mensch und Tier profitieren sollen", so Hofbauer.

Fehler im Artikel gefunden?Jetzt melden