Rekord-Dürre

Herbst-Ernte fällt noch schlechter aus als erwartet

Vertrocknetes Maisfeld bei Sonnenschein infolge anhaltender Trockenheit in Probstdorf, Österreich.
© APA/ROLAND SCHLAGER
Die Rekorddürre lässt die erwartete Ernte bei vielen Feldfrüchten, etwa Kartoffeln, Körnermais, Soja und Zuckerrüben, noch schlechter ausfallen als zuletzt erwartet
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Im Vergleich zum 5-Jahresschnitt könnte bei Körnermais die Gesamtmenge in Tonnen um knapp 30 Prozent und bei Sojabohnen um über 50 Prozent einbrechen, hieß es von der Landwirtschaftskammer auf APA-Anfrage.

Die geschätzten Ertragserwartungen bei Kartoffeln sind laut Landwirtschaftskammer "dramatisch" und bewegen sich zwischen minus 50 Prozent und minus 70 Prozent. Herbstkulturen wie Körnermais, Silomais, Kartoffel, Kürbis, Sonnenblume, Soja und Zuckerrübe waren von der Rekord-Trockenheit länger betroffen als Getreide, das bereits im Sommer geerntet wurde.

Balkendiagramm zeigt starke Ernterückgänge 2026 bei Zuckerrübe, Sojabohne und anderen Feldfrüchten.
© APA

Landwirtschaftskammer-Chef: "Dramatische Missernte"

"Die Missernte der Herbstkulturen fällt noch dramatischer aus, als befürchtet", sagte Landwirtschaftskammer-Österreich-Präsident Josef Moosbrugger zur APA. Die Landwirtschaft sei von einer Trockenheit "bisher ungeahnten Ausmaßes getroffen und geschädigt worden". Das Dürrepaket der Regierung und die anderen gesetzten Maßnahmen seien "überlebensnotwendig", so der oberste Bauernvertreter. Es müsse auch "weitere Zukunftsinvestitionen in die Klimafitness" der heimischen Land- und Forstwirtschaft geben.

Bei Ölkürbissen und Sonnenblumen könnte laut Landwirtschaftskammer das Mengenminus heuer im Vergleich zum 5-Jahresschnitt ein Fünftel bzw. mehr als ein Drittel ausmachen. Die Herbstkulturen werden aktuell geerntet, deshalb sind noch größere Änderungen bei der erwarteten Erntemenge möglich.

Vertrocknete Zuckerrüben und dürre Blätter auf einem Feld unter klarem, blauem Himmel.
© APA/HELMUT FOHRINGER

Schlechte Zuckerrübenernte erwartet

Bei Zuckerrüben ist der Vergleich mit dem Vorjahr von Relevanz, weil im Frühjahr 2025 die Agrana-Zuckerfabrik in Leopoldsdorf im Marchfeld (Bezirk Gänserndorf) zusperrte und sich deswegen die mit den Bauern vertraglich vereinbarte Anbaufläche halbierte. Die Zuckerrübenmenge könnte heuer aufgrund der Rekordtrockenheit gegenüber dem Vorjahr laut Landwirtschaftskammer-Prognose um bis zu 52 Prozent einbrechen. Die Ertragserwartungen würden sich von minus 30 Prozent in den besseren Lagen bis minus 70 Prozent im Trockengebiet in Ostösterreich bewegen. Die gesamte heimische Rübenernte wird in der niederösterreichischen Agrana-Zuckerfabrik in Tulln an der Donau verarbeitet. Finale Ernteschätzungen gebe es zum Start der Zuckerrüben-Verarbeitung (Kampagne) Anfang Oktober, hieß es vom "Wiener Zucker"-Mutterkonzern Agrana zur APA.

Bewässerungsanlage sprüht Wasser auf ein trockenes Feld bei Probstdorf, Österreich.
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Die Getreideernte fällt hingegen nicht so schlecht aus, wie Anfang August erwartet. Damals ging die Agrarmarkt Austria (AMA) bei der Getreideproduktion ohne Mais von einem Rückgang im Vergleich zum langjährigen Schnitt von 14,4 Prozent aus. Das Minus liegt nun laut AMA bei 10,9 Prozent. Bei der Weichweizenmenge beträgt der Rückgang 15,6 Prozent und nicht 18,4 Prozent wie im August prognostiziert.

Um ein Viertel weniger Wein

Zuletzt gab es Ernteprognosen auch aus anderen landwirtschaftlichen Bereichen: Die Weinernte dürfte heuer um ein Viertel niedriger ausfallen als im Langzeitschnitt und bei der Apfelernte wird um ein Drittel weniger erwartet als 2025.

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