Große Sölden-Show zum Start des Ski-Winters. Lucas Pinheiro Braathen krönte seinen starken Auftritt auf dem Rettenbachgletscher mit dem Sieg im ersten Riesentorlauf der Saison. Der Brasilianer setzte sich in 1:44,72 Minuten vor Loïc Meillard (+0,48) und Marco Odermatt (+0,49) durch. Österreichs Podesthoffnung Stefan Brennsteiner fiel dagegen von Rang drei auf elf zurück. Für die erste Jubelwelle unter den 14.300 Zuschauern hatte Raphael Haaser gesorgt: Der Weltmeister zündete im zweiten Durchgang den Turbo und stürmte von Zwischenrang 20 auf Platz fünf.
Braathen lässt Odermatt hinter sich
Schon im ersten Durchgang hatte der amtierende Riesentorlauf-Weltcupsieger die Konkurrenz unter Druck gesetzt. Mit 0,24 Sekunden Vorsprung auf Meillard und 0,49 auf Brennsteiner ging Braathen ins Finale.
Dort legte zunächst Odermatt vor. Der Schweizer, nach dem ersten Lauf nur Vierter, übernahm mit 1:45,21 Minuten die Führung. Meillard war anschließend eine Hundertstelsekunde schneller.
Doch Braathen behielt die Nerven. Mit 52,32 Sekunden im zweiten Lauf verteidigte er seinen Vorsprung und feierte seinen zweiten Sölden-Sieg nach 2020, als er noch für Norwegen gestartet war.
Für Odermatt platzten damit zwei Rekordträume. Bei seinem 200. Weltcupstart verpasste er den 55. Sieg, mit dem er Hermann Maier überholt hätte. Auch der vierte Sölden-Triumph und damit die Einstellung von Ted Ligetys Rekord blieb aus.
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Brennsteiner verspielt Podestchance
Österreichs größte Hoffnung war Stefan Brennsteiner. Der Salzburger hatte mit Startnummer zwei zunächst die Führung übernommen und war als Dritter ins Finale gegangen. Nur 0,49 Sekunden fehlten ihm auf Braathen.
Doch im zweiten Lauf ging der Angriff daneben. Brennsteiner verlor vor allem im Steilhang viel Zeit und fiel mit 1:45,93 Minuten und 1,21 Sekunden Rückstand auf Platz elf zurück.
Seit Marcel Hirschers Triumph 2014 wartet Österreich auf einen Herren-Sieg in Sölden. Auch Brennsteiner konnte die zwölfjährige Durststrecke nicht beenden.
Haaser begeistert 14.300 Zuschauer
Für die erste große österreichische Jubelszene sorgte Raphael Haaser. Der Riesentorlauf-Weltmeister, nach dem ersten Lauf nur auf Rang 20, machte zunächst einen kleinen Fehler, fand danach aber immer besser ins Rennen.
Vor allem im Schlussabschnitt ließ es der Tiroler krachen. Mit 51,90 Sekunden stellte er die Laufbestzeit auf und übernahm mit einer Gesamtzeit von 1:45,58 Minuten die Führung.
Erst River Radamus und später Odermatt, Meillard und Braathen konnten ihn verdrängen. Haaser verbesserte sich um 15 Plätze und wurde als bester Österreicher Fünfter (+0,86).
Patrick Feurstein belegte Rang zehn (+1,11), Joshua Sturm wurde 17. (+1,58).
Schwarz-Drama schon nach wenigen Toren
Für Marco Schwarz war die Sölden-Show dagegen früh vorbei. Der Vorjahreszweite hatte bereits im oberen Teil des ersten Durchgangs zu viel riskiert, war über den Innenski weggerutscht und hatte ein Tor abgeräumt.
"Ein Ausfall ist immer bitter, aber ich werde das nicht überbewerten", erklärte der Kärntner. Seinen Fehler nahm er auf die eigene Kappe: "Es war eine relativ gerade Kurssetzung oben, ich wollte die freche Linie probieren. Ich glaube, dass sie ein bisschen zu frech war."
Schwarz hatte für die neue Saison den Slalom aus seinem Programm gestrichen und wollte sich auf Riesentorlauf, Super-G und Abfahrt konzentrieren. Im Vorjahr hatten ihm in Sölden nur 24 Hundertstel auf Sieger Odermatt gefehlt.
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