Horror-Auftakt

Ski-Debakel in Sölden: Unsere Beste wird vom ÖSV verstoßen

Nur eine ÖSV-Läuferin holte in Sölden Weltcup-Punkte.
© APA/EXPA/ JOHANN GRODER
Das österreichische Ski-Team ist mit einem Heim-Debakel in den WM-Winter gestartet.
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Österreichs Technik-Damen erlebten beim Heimweltcup in Sölden ein totales Debakel. Julia Scheib schied mit Zwischenbestzeit aus. Comebackerin Ricarda Haaser wurde vier Tage, bevor sie den geschützten Verletzten-Status erhalten hätte - laut ÖSV-Angaben aus eigenem Willen - mit Startnummer 65 ins Rennen geschickt und schaffte es so nur auf Rang 40. Die Einzige, auf der die rot-weiß-roten Hoffnungen im zweiten Lauf ruhten, darf gar nicht mit dem heimischen Ski-Verband trainieren.

Franziska Gritsch, die zwei souveräne Läufe ins Ziel brachte, muss seit Dezember 2023 mit einem Privat-Team trainieren und sich auch ihre Vorbereitung selber finanzieren. Heuer gab es ein Trainingslager in Sölden, das mit einem enorm hohen finanziellen Aufwand verbunden war. Immerhin hat man sich unter dem neuen Trainerteam wieder angenähert, dennoch darf sie derzeit zwar für den ÖSV fahren, wird aber vom Verband nicht aktiv unterstützt.

Franziska Gritsch trainiert auf eigene Faust.
Franziska Gritsch trainiert auf eigene Faust. © APA/EXPA/ JOHANN GRODER

Grund für die Situation ist die Liebe, vor etwas mehr als zwei Jahren machte die 29-jährige Tirolerin ihre Beziehung zum damaligen Trainer Florian Stengg öffentlich, was für die heimischen Ski-Bosse ein absolutes Tabu war.

Bestes Resultat seit über einem Jahr

Nachdem Gritsch letztes Jahr hinterherfuhr und ihr bestes Rennen auf Rang 17 abschloss, zeigte sie nun in Sölden wieder auf und hat dieses Resultat bereits verbessert. Zusätzliche Genugtuung wird ihr geben, dass sie die einzige Österreicherin in den Punkterängen ist, während der Rest des RTL-Teams weit hinter den Erwartungen zurückblieb und der ÖSV nur durch die "Verstoßene" Fahrerin eine Athletin in den Punkterängen vorweisen kann.

Franziska Gritsch meisterte die schwierige Situation beim Weltcup-Auftakt in Sölden.
Franziska Gritsch meisterte die schwierige Situation beim Weltcup-Auftakt in Sölden. © EPA

"Es ist ein Zeichen, dass es in die richtige Richtung geht", zeigte sich die Tirolerin mit dem Rennen zufrieden. Trotz dem Mini-Team aus ihrem Trainer und Partner und dem Servicemann zeigt Gritsch, was möglich wäre. Zugleich suchte sie scherzhaft weitere Unterstützung. "Wenn jemand helfen mag, kann er sich gerne melden", scherzte sie nach dem ersten Durchgang im ORF-Interview.

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