Bereits zuvor zwei Tote
Alarm: Erneut zwei Malaria-Fälle in Frankfurt
Schwanheim liegt im unmittelbaren Umfeld des Airports; die Fälle traten im Umkreis von fünf Kilometern auf. Amtsleiter Peter Tinnemann rief Ärzte und Anwohner dazu auf, bei Fieber, Schüttelfrost, Kopf- oder Bauchschmerzen auch an eine sogenannte Airport-Malaria zu denken. Die unspezifischen Beschwerden könnten sonst leicht als banale Sommererkrankung verkannt werden. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch findet nicht statt.
Seit Anfang Juli waren bereits sechs Beschäftigte des Frankfurter Flughafens erkrankt, zwei von ihnen starben – einer Anfang Juli, ein weiterer im August. Bei fünf Betroffenen begann die Erkrankung Anfang Juli, bei einem weiteren Mitte August. Alle mussten stationär behandelt werden, vier überlebten.
Die Behörden gehen davon aus, dass infizierte Anopheles-Mücken mit Flugzeugen aus den Tropen eingeschleppt wurden, vermutlich über Fracht. Ob die neuen Infektionen in Schwanheim mit diesem Cluster zusammenhängen, wird noch untersucht. Weitere persönliche Angaben zu den beiden Anwohnern machte das Amt unter Verweis auf den Persönlichkeitsschutz nicht.
Immer wieder Malaria-Fälle
Flughafen-Malaria ist ein bekanntes, aber seltenes Phänomen: Am Frankfurter Airport gab es bereits 2019 zwei Fälle, 2022 ein Cluster von drei Infektionen und 2023 einen Einzelfall – stets im Sommer, wenn Wärme das Überleben tropischer Mücken begünstigt. Eine europäische Auswertung von 1969 bis 2024 zählte insgesamt 145 solche Airport- und Koffermalaria-Fälle, davon neun in Deutschland.
Das Robert-Koch-Institut und das Gesundheitsamt haben Ärzte im Rhein-Main-Gebiet sensibilisiert, Mückenfallen aufgestellt und eine Hotline eingerichtet (069/212-30030). Das Risiko für die breite Bevölkerung gilt weiterhin als gering. Dennoch mahnen die Behörden zur Wachsamkeit: Unbehandelt kann Malaria tropica rasch tödlich verlaufen.
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