Jahrhundertwasser

2 Jahre danach: Als NÖ in den Fluten versank

© NLK Filzwieser
Es sind Bilder, die sich ins kollektive Gedächtnis eingebrannt haben. Heute vor genau zwei Jahren wurde Niederösterreich von einer Jahrhundertkatastrophe heimgesucht – Wassermassen, wie sie das Land noch nie erlebt hatte, verschluckten Straßen, Häuser und Existenzen.
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Der Himmel öffnete seine Schleusen

Was sich damals abspielte, grenzt an einen Albtraum: In nur wenigen Tagen prasselte so viel Regen vom Himmel wie sonst in vielen Monaten. Bäche wurden zu reißenden Strömen, Flüsse sprengten ihre Ufer. Pielach, Sierning, Perschling, Große und Kleine Tulln, Lainsitz, Kamp-Oberlauf – ein Gewässer nach dem anderen kapitulierte vor den Wassermassen. Manche Pegel erreichten Werte, wie man sie statistisch nur alle 300 Jahre erwartet. Das ganze Bundesland stand unter Katastrophenalarm.

130.000 Menschen im Kampf gegen die Flut

Es war eine Materialschlacht gegen die Naturgewalt: Fast 100.000 Feuerwehrleute, dazu Bürgermeisterinnen und Bürgermeister, Bundesheer, Rettungskräfte und Straßendienst – aus jedem einzelnen Bundesland kam Verstärkung. LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf, damals Chef des Landesführungsstabs, erinnert sich an die dramatischen Stunden: Regenfälle im ganzen Land ließen Bäche und Flüsse gnadenlos über die Ufer treten.

Sein Fazit heute: "Der Zusammenhalt ist stärker als jede Naturkatastrophe."

Die Lehre aus der Katastrophe: Nie wieder unvorbereitet

Doch aus dem Trauma wurde Handlungsdruck. Pernkopf spricht Klartext: Genau dort, wo rechtzeitig in Hochwasserschutz investiert wurde, blieb das Land vor noch größerem Leid verschont.

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: 35 abgeschlossene Schutzprojekte um 141 Millionen Euro seit der Flut, 37 weitere im Bau um 55 Millionen Euro – und bis 2028 sollen nochmal 32 Projekte um gewaltige 160 Millionen Euro starten. Milliarden-Investitionen als Antwort auf die Urgewalt des Wassers.

Wo schon jetzt Beton gegen die nächste Flut kämpft

Quer durchs Land ziehen sich die Großbaustellen: An der Donau in Rossatz-Arnsdorf fließen knapp 40 Millionen Euro in den Schutzwall, in Gmünd an der Lainsitz weitere 12,2 Millionen. St. Veit an der Gölsen, St. Pölten, Pulkau, Langenlois, Kaltenleutgeben – überall entstehen Rückhaltebecken und Dämme, die verhindern sollen, was 2024 über das Land hereinbrach.

Und die Zukunft ist längst verplant: Die Dammsanierung an der Perschling um 20 Millionen Euro, Großprojekte an der Pielach, der Donau und in Schwechat – ein Investitionsmarathon ohne Ende in Sicht.

Frühwarnsystem soll künftig Leben retten

Ein zentraler Baustein gegen die nächste Katastrophe: das Prognosenetz. Bis Anfang 2027 werden 364 Stationen landesweit Pegelstände, Niederschlag, Temperatur und Grundwasser in Echtzeit überwachen – eingebettet in ein Messnetz aus 930 Stationen. Mit 59 Prognosestellen verfügt Niederösterreich über mehr Frühwarn-Kapazität als alle anderen Bundesländer zusammen. Die bittere Wahrheit dahinter: Die nächste Flut kommt bestimmt – die Frage ist nur, wann.

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