Millionenpleite
Traditions-Rösterei sperrt nach 97 Jahren endgültig zu
Nach fast einem Jahrhundert Kaffeegeschichte wird die Helmut Sachers Kaffee GmbH komplett liquidiert und der Betrieb geräumt.
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Millionenpleite besiegelt das bittere Aus
Das Schicksal des bekannten Kaffeeherstellers Helmut Sachers Kaffee GmbH ist besiegelt. Bei der jüngsten Berichts- und Prüfungstagsatzung am Landesgericht Wiener Neustadt wurde die endgültige Schließung des Traditionsbetriebes beschlossen. Wie der Alpenländische Kreditorenverband (AKV) bekannt gab, wurde der gesamte Geschäftsbetrieb mittlerweile vollständig eingestellt. Nachdem das Konkursverfahren am 9. Juli 2026 eröffnet worden war, haben sich die Hoffnungen auf eine Sanierung zerschlagen. Alle verbliebenen 22 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben bereits ihre Kündigung erhalten, sämtliche Dienstverhältnisse wurden aufgelöst.
Die wichtigsten Zahlen und Fakten zum Konkurs im Überblick:
- Angemeldete Forderungen: Insgesamt rund 4,6 Millionen Euro wurden von Gläubigern beim Konkursgericht eingebracht.
- Anerkannte Forderungen: Rund 4,3 Millionen Euro der angemeldeten Summe wurden gerichtlich anerkannt.
- Betroffene Mitarbeiter: Alle 22 Beschäftigten verloren durch die Betriebsschließung ihren Arbeitsplatz.
- Zentraler Standort: Die Hauptzentrale in Oeynhausen bei Traiskirchen (Bezirk Baden) wird komplett geräumt.
Bereits die zweite Insolvenz in der Firmengeschichte
Für Helmut Sachers Kaffee ist es nicht die erste existenzbedrohende Krise. Bereits im Jahr 2017 geriet das Unternehmen in schwere finanzielle Turbulenzen. Damals war ein Großauftrag der Auslöser, welcher die Kapazitäten der Rösterei völlig überfordert hatte. In dem darauffolgenden Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung konnten sich die Eigentümer damals noch mit den Gläubigern auf eine Quote von 20 Prozent einigen. Diese Quote wurde in weiterer Folge erfolgreich erfüllt, wodurch der Betrieb vorerst gerettet schien und fortgeführt werden konnte. Diesmal gab es jedoch keinen Ausweg mehr, und das Konkursgericht ordnete die Schließung an.
Eine lange Geschichte findet ihr Ende
Die Wurzeln des Unternehmens reichen weit zurück in die Zwischenkriegszeit. Gegründet wurde die Rösterei im Jahr 1929 in Wien, wo sie über Jahrzehnte hinweg ein fester Bestandteil der heimischen Kaffeekultur war. Erst im Jahr 1988 übersiedelte der gesamte Betrieb nach Oeynhausen bei Traiskirchen in Niederösterreich, um dort zu expandieren. Im Jahr 2013 zog sich schließlich Helmut Sachers, der Sohn des ursprünglichen Firmengründers, aus dem operativen Geschäft zurück und verkaufte die Kaffeerösterei an neue Eigentümer.
Standorte in Wien und Niederösterreich werden geräumt
Die Abwicklung des insolventen Kaffeeproduzenten läuft derzeit auf Hochtouren. Die Räumlichkeiten in Wien wurden bereits vollständig geräumt und ordnungsgemäß an die Vermieterin übergeben, die laut Berichten bereits einen Nachmieter für das Objekt gefunden hat. Auch die beweglichen Wirtschaftsgüter und Maschinen des Betriebs wurden zum Großteil bereits verwertet, um Geld für die Gläubiger zu lukrieren. Als nächster Schritt steht nun die Räumung der Zentrale in Oeynhausen auf dem Programm. Wie viel Prozent ihrer ausstehenden Gelder die Gläubiger am Ende tatsächlich zurückerhalten werden, ist derzeit laut Angaben des Alpenländischen Kreditorenverbandes noch völlig unklar.
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