Eine schlechte Nacht kann den ganzen Arbeitstag durcheinanderbringen. Wer müde ins Büro kommt, ist oft unkonzentriert, weniger leistungsfähig und schneller gestresst. Schlafmangel wirkt sich dabei nicht nur auf die Stimmung aus, sondern kann auch das Unfallrisiko erhöhen.
"Wer Karriere machen will, braucht die Fähigkeit, tief, fest, ausreichend und erholsam zu schlafen", sagt Hans-Günter Weeß, Leiter des Schlafzentrums am Pfalzklinikum Klingenmünster.
Frauen und ältere Beschäftigte häufiger betroffen
Schlafprobleme sind weit verbreitet. Studien zufolge sind Frauen häufiger betroffen als Männer. Auch Beschäftigte zwischen 45 und 60 Jahren, Menschen mit hoher beruflicher Belastung, Schichtarbeiter und Personen mit besonders frühem Arbeitsbeginn kämpfen öfter mit schlechtem Schlaf.
Besonders problematisch: Schlafmangel und Stress können sich gegenseitig verstärken. Wer schlecht schläft, nimmt Probleme im Job schneller als belastend wahr. Dadurch steigt der Stress – und die nächste schlaflose Nacht ist oft schon vorprogrammiert.
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Schon eine schlechte Nacht kann Folgen haben
Die Auswirkungen können bereits nach einer einzigen Nacht spürbar sein. Laut Schlafmediziner Weeß steigt das Unfallrisiko schon dann, wenn man eine Stunde weniger schläft, als der eigene Körper benötigt. Bei weniger als vier Stunden Schlaf pro Nacht sei das Unfallrisiko im Straßenverkehr und am Arbeitsplatz laut von ihm angeführten US-Studiendaten sogar elfmal höher.
Auch die psychische Belastung nimmt zu: Wer schlecht geschlafen hat, empfindet stressige Situationen im Job häufig schneller als Bedrohung. Je länger der Schlafmangel anhält, desto stärker können die Einschränkungen werden.
Diese Tricks helfen durch den Arbeitstag
Nach einer schlechten Nacht ist es wichtig, sich nicht zusätzlich unter Druck zu setzen. Arbeits- und Organisationspsychologin Jette Völker empfiehlt, Aufgaben zu priorisieren und möglichst weniger anspruchsvolle Tätigkeiten vorzuziehen, wenn der Job das zulässt.
Auch diese Maßnahmen können helfen:
- Bewegung am Morgen: Frühgymnastik oder ein Spaziergang bei Tageslicht bringen den Kreislauf in Schwung.
- Aktiv bleiben: Kleine Bewegungseinheiten wie Kniebeugen oder ein kurzer Spaziergang in der Mittagspause helfen gegen das Müdigkeitstief.
- Pausen einplanen: Regelmäßige kurze Unterbrechungen entlasten die Konzentration.
- Powernap nutzen: Ein kurzer Mittagsschlaf von zehn bis 20 Minuten kann neue Energie bringen.
- Koffein dosieren: Kaffee kann helfen, sollte aber nicht in zu großen Mengen und nicht zu spät am Tag getrunken werden.
So klappt es mit dem besseren Schlaf
Wer dauerhaft besser schlafen möchte, sollte auf regelmäßige Schlafens- und Aufstehzeiten achten. Eine Stunde vor dem Zubettgehen empfiehlt es sich, das Licht zu dimmen und Smartphone sowie soziale Medien beiseitezulegen. Auch spätes Sporttreiben, üppiges Essen und Alkohol können die Schlafqualität beeinträchtigen.
Besonders wichtig ist das Abschalten nach der Arbeit. Kleine Abendrituale, Achtsamkeitsübungen oder ein Grübeltagebuch können helfen, die Sorgen des Tages nicht mit ins Bett zu nehmen. Denn wer sich unbedingt zum Einschlafen zwingen will, setzt sich häufig nur noch mehr unter Druck.
Wann Schlafprobleme zum Fall für den Arzt werden
Einzelne schlechte Nächte sind noch kein Grund zur Sorge. Treten Ein- oder Durchschlafprobleme jedoch mindestens dreimal pro Woche über mehr als vier Wochen auf und beeinträchtigen sie den Alltag, sollte man sich Hilfe holen.
Erster Ansprechpartner ist der Hausarzt. Experten raten dazu, nicht zu lange zu warten, damit sich die Probleme nicht verfestigen. Auch betriebliche Gesundheitsangebote können Beschäftigte unterstützen.
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