Lichtzauber

Schwarzenberggarten Wien: Ein Garten voller Lichtkunst

© Bart Ensing
Der Schwarzenberggarten leuchtet vom Palais am Schwarzenbergplatz bis hinauf zur vierten Ebene beim Schloss Belvedere: KLANGLICHT bringt internationale Lichtkunst nach Wien und macht den Spaziergang zur sinnlichen Entdeckungsreise.
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Ein Mond zwischen alten Bäumen, farbige Portale im Dunkel, Wege voller Worte: Wenn der Schwarzenberggarten am Abend seine vertrauten Konturen verliert, beginnt ein Spiel mit der Wahrnehmung. Lichtstrahlen durchziehen den Raum, Farben erfassen ihre Umgebung, Klänge begleiten den Weg. Ab 23. Oktober verwandelt "KLANGLICHT IM PARK – THE SOUND OF LIGHT" den historischen Garten beim Wiener Belvedere in einen Ort, an dem Kunst und Natur miteinander in Dialog treten. Bis 10. Jänner 2027 lässt sich hier erkunden, wie Licht einen vertrauten Raum verändern kann.

"Flora" by Philipp Artus: Lichtlinien formen sich immer wieder neu. © © Luke Goodlife

Licht und Klang auf verwunschenen Wegen

Die Kulisse reicht vom Palais am Schwarzenbergplatz bis hinauf zur vierten Ebene beim Schloss Belvedere. Über die vier Terrassen des englischen Gartens, zwischen alten Bäumen und entlang verborgener Wege entfaltet sich ein Rundgang mit österreichischer und internationaler Licht- und Klangkunst. Die historische Anlage liefert dabei weit mehr als einen schönen Hintergrund: Ihre bewusst gestalteten Räume werden zum Gegenüber zeitgenössischer Kunst. Lichtachsen lenken den Blick, Klangräume geben dem Spaziergang einen eigenen Rhythmus. Zwischen Helligkeit und Schatten entstehen neue Beziehungen zur Umgebung. Mal zieht ein farbiges Portal die Aufmerksamkeit auf sich, mal wird der Weg selbst zum Träger von Worten. Immersive und interaktive Arbeiten beziehen das Publikum ein und eröffnen kleinen wie großen Gästen unterschiedliche Zugänge. Der Reiz liegt im Entdecken, im Innehalten und darin, dem nächsten Lichtmoment zu folgen.

Rendezvous mit dem Mond

Eine monumentale Installation von Luke Jerrams: "Museum of the Moon". © Luke Jerram

Ein Höhepunkt wartet mit Luke Jerrams "Museum of the Moon". Die monumentale Installation holt den Erdtrabanten in den Schwarzenberggarten und lässt das Publikum ihm auf Augenhöhe begegnen. Seine detailgetreue Darstellung macht den Mond zum nahen Gegenüber. Was sonst fern am Nachthimmel steht, wird hier zum Mittelpunkt einer Begegnung zwischen Kunst, Naturraum und menschlichem Blick. Schon diese Verschiebung der Perspektive verspricht einen besonderen Moment auf dem Rundgang. Auch die weiteren Positionen spielen mit unserer Wahrnehmung. Katja Paternoster wirft Licht auf stilles Leben, Alfredo Barsuglia eröffnet neue Perspektiven des Miteinanders. Bei Philipp Artus entstehen eigene Traumlandschaften. Yasuhiro Chida wiederum stellt eine Frage, die den Spaziergang begleiten könnte: Folgt das Licht uns oder wir ihm? Arbeiten von Joschua Hohenbrink, OchoReSotto, Javier Riera, Hartung & Trenz, Miriam Hamann und Bart Ensing ergänzen das Programm.

Traumlandschaften aus Licht

Mal sanft geschwungen, mal kantig und chaotisch: In "FLORA" von Philipp Artus formen sich abstrakte Linien zu immer neuen Bildern. Per Touchpad gestalten die Betrachtenden die interaktive Installation selbst. Ein Algorithmus erzeugt aus überlagerten Sinuswellen Animationen, die an persönliche Traumlandschaften erinnern. Jede Bewegung prägt die Formen – von rund und organisch bis hin zu eckig und abstrakt. Wenn Worte leuchten. Wo einst Wasser durch barocke Kaskaden floss, flutet nun leuchtende Sprache den Weg. Für "Lichtwege" lassen Hartung & Trenz kreisförmig angelegte Begriffe konzentrisch ineinanderwirken. Von der erhöhten Balustrade reicht der Blick über die Installation bis zum Palais Schwarzenberg. Die Texte greifen Gegensätze wie Dunkel und Licht, Enge und Weite auf – und eröffnen Raum für eigene Gedanken und Deutungen.

Selfie-Point beim Terre Roulante von Miriam-Hamann. © klanglichtimpark.at

Lichtkunst mit Vorgeschichte

Hinter der Wiener Premiere steht ein Format der Bühnen Graz: Dort wurde KLANGLICHT 2015 initiiert und entwickelte sich zu einem Fixpunkt des Kulturkalenders. Die Jubiläumsausgabe 2025 zählte mehr als 108.000 Besucherinnen und Besucher. Am 23. Oktober startet das Festival gleichzeitig in Graz und Wien. Für die Wiener Ausgabe bringt Georg Hoanzl, Initiator von Theater im Park und KLANGLICHT IM PARK, die Idee einer "künstlerisch gestalteten Oase der Ruhe" ins Spiel.

Genussmomente: Ausklang im Winter Garden

Nach den Lichtinstallationen bietet der Winter Garden mit Punsch und Kulinarik Gelegenheit, den Abend ausklingen zu lassen. Der Einlass erfolgt in gestaffelten Zeitfenstern, damit für den Rundgang genügend Freiraum bleibt.

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