20 Jahre

Wien wird wieder zur Design-Hauptstadt: Die Vienna Design Week feiert Jubiläum

© Vienna Design Week
Die Vienna Design Week feiert ihren 20. Geburtstag – mit rund 200 Veranstaltungen an mehr als 60 Schauplätzen. Von 25. September bis 4. Oktober 2026 warten Ausstellungen, Installationen, Workshops und Design-Spaziergänge in ganz Wien. Der Großteil des Programms ist kostenlos
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Zehn Tage, rund 200 Veranstaltungen und mehr als 60 Locations: Ende September verwandelt sich Wien wieder in eine "City Full of Design". Die Vienna Design Week feiert 2026 nicht nur ihre mittlerweile 20. Ausgabe, sondern zugleich zwei Jahrzehnte voller kreativer Experimente, überraschender Begegnungen und internationaler Designimpulse.

Das Programm reicht von Möbeln und Produktdesign über Handwerk, Architektur und Kunst bis zu Social Design, Kreislaufwirtschaft und Künstlicher Intelligenz. Erwartet werden rund 50.000 Besucherinnen und Besucher – Designprofis ebenso wie neugierige Designfans.

© Vienna Design Week
VIENNA DESIGN WEEK 2026
Termin: 20. Vienna Design Week
Datum: 25. September bis 4. Oktober 2026
Ort: verschiedene Schauplätze in Wien
Programm, Termine & Stadtplan: viennadesignweek.at

Das Herz des Festivals liegt in Hietzing

Der beste Ausgangspunkt für einen Besuch ist die diesjährige Festivalzentrale am Hietzinger Kai 101 im 13. Bezirk. Sie befindet sich in der ehemaligen Allianz-Zentrale, einem von Harry Glück geplanten Bürohochhaus direkt bei der U4-Station Unter St. Veit.

Das neunstöckige Gebäude wird dabei selbst zum Erlebnis: Neben früheren Büroräumen bespielt das Festival unter anderem die alte Mensa, eine Terrasse mit Garten, den ehemaligen Kindergarten und sogar eine Kegelbahn im Untergeschoß. Von 25. September bis 4. Oktober öffnet sich hier täglich von 11 bis 19 Uhr die Tür zur Designwelt. Der Eintritt ist frei.

Das große "Spotlight auf die Festivalzentrale" findet am Samstag, dem 26. September, von 17 bis 22 Uhr statt. An diesem langen Festivalabend sind zahlreiche Ausstellerinnen und Aussteller persönlich vor Ort. Um 19.30 Uhr ist außerdem eine Jubiläumsüberraschung angekündigt.

Für Kaffee und eine Pause zwischen den Ausstellungen sorgt die Caffetteria Azzurro in der früheren Betriebsmensa.

Der Rückblick auf 20 Jahre Design

Zum runden Geburtstag blickt die Vienna Design Week auch auf ihre eigene Geschichte zurück. Die Ausstellung "Archiv des Zufalls" zeigt persönliche Fundstücke, die Festivaldirektor Gabriel Roland und Projektmanagerin Alexandra Brückner über zehn Jahre und ebenso viele wechselnde Festivalzentralen gesammelt haben.

Die Gruppenausstellung "Anniversary Tour – Ehrenrunde" erinnert an die Europatournee, die das Festival zuvor nach Brüssel, Mailand, Mikulov, Frankfurt und Logroño geführt hat. Im Gepäck waren ortsspezifische Interventionen österreichischer Designerinnen und Designer.

Auch die Zukunft kommt nicht zu kurz: Beim Symposium "The Stages of Design Grief" diskutieren internationale Expertinnen und Experten am 26. September darüber, welche Rolle Design angesichts von Klimakrise, Künstlicher Intelligenz und gesellschaftlicher Unsicherheit künftig spielen kann.

© Universität für Angewandte Kunst, Julia Freyer

Design-Spaziergang durch die Innenstadt

Wer mehrere Stationen miteinander verbinden möchte, kann einer der eigens zusammengestellten Design-Routen folgen. Besonders spannend sind die Passionswege, das älteste Format des Festivals. Dabei treffen internationale Gestalterinnen und Gestalter auf traditionsreiche Wiener Handwerksbetriebe.

Das niederländische Studio GROOVIDO beschäftigt sich gemeinsam mit der Hietzinger Friedhofsgärtnerei Blumen Weisz mit dem traditionellen Kranzbinden. Der luxemburgische Designer Christophe de la Fontaine untersucht zusammen mit A. E. Köchert Juweliere Schmuck zwischen Ornament und Unisex. Die Künstlerin Anna Paul wiederum erforscht mit der Floridsdorfer Seilerei Haanl, wie sich ein alltägliches Seil in ein skulpturales Designobjekt verwandeln lässt.

In der Wiener Innenstadt beteiligen sich außerdem Traditionshäuser wie die Wiener Silber Manufactur, Rudolf Scheer & Söhne, Lobmeyr, Wäscheflott und die Hutmanufaktur Mühlbauer. Die Stationen lassen sich zu einem abwechslungsreichen Design-Spaziergang verbinden.

Jubiläumsausstellung im MAK

Auch das MAK – Museum für angewandte Kunst ist Teil des Festivals. Die Ausstellung "20 Jahre Vienna Design Week – Eine Stadt voller Plakate" versammelt die Plakatentwürfe, die das Erscheinungsbild der Veranstaltung seit ihrer Gründung im Jahr 2006 geprägt haben.

Weitere Stationen in der Innenstadt sind unter anderem die Rado Boutique in der Kärntner Straße, das AIL – Angewandte Interdisciplinary Lab, der LAUFEN space, Wittmann Möbelwerkstätten sowie mehrere Galerien, Showrooms und Designgeschäfte.

Wittmann Möbelwerkstätten © Lea Sonderegger

Von schwebenden Objekten bis zu Alltagsdesign

In der Festivalzentrale sind mit "FOKUS" und "Design Everyday" zwei große Gruppenausstellungen zu sehen.

Für "FOKUS" hat die Schweizer Gastkuratorin Connie Hüsser rund 40 internationale Positionen ausgewählt, die sich mit dem Thema Leichtigkeit beschäftigen. Gezeigt werden schwebende, fragile und durchlässige Objekte sowie experimentelle Einzelstücke.

"Design Everyday" richtet den Blick dagegen auf durchdachte Gebrauchsgegenstände aus Österreich. Passend dazu gibt es eine limitierte Festivaledition zu kaufen: Das vom Studio bonpart entworfene Holzobjekt "Stueck" kann sowohl als Wandkonsole als auch als Bücherstütze verwendet werden und zitiert Ornamente typischer Wiener Gründerzeithäuser.

Von Wiener Farben bis zum Social Design

Beim Format "Urban Food & Design" dreht sich alles um die sogenannten "Wiener Farben". Dabei wird eine neue Farbpalette aus bislang ungenutzten organischen Reststoffen der Stadt entwickelt. Zu sehen sind unter anderem eine Installation der Künstlerin Anna Perugini sowie Arbeitsjacken aus recycelten T-Shirts, die Stefan Decker für die Teams der Vienna Design Week und der Biofabrique Vienna entworfen hat.

Die Projekte werden sowohl am ehemaligen Nordwestbahnhof als auch in der Festivalzentrale präsentiert.

Das Format "Stadtarbeit" bringt Social Design in den öffentlichen Raum. In Hietzing werden etwa private Parkgaragen vorübergehend zu Orten gemeinsamer Feste. Weitere Projekte beschäftigen sich mit Ritualen der Dunkelheit oder schaffen einen multisensorischen, inklusiven Club in einem mobilen Glasraum. Am 3. Oktober wird der Erste Bank Social Designpreis bei einem Garagenfest vergeben.

DESIGN EVERYDAY – GRUPPENAUSSTELLUNG BEST-OF ÖSTERREICHISCHES PRODUKTDESIGN © Marie Theres Genser

Architektur-Fans können besondere Orte entdecken

Das Vermittlungsprogramm führt zu einigen der spannendsten Architekturschauplätze Wiens. Auf dem Programm stehen unter anderem die Villa Beer, mehrere Einfamilienhäuser von Adolf Loos, die Klimt Villa, die Werkbundsiedlung, das Rietveld-Haus und die Sargfabrik.

Ebenfalls zugänglich gemacht werden der normalerweise nicht öffentlich betretbare neunte Stock der Festivalzentrale sowie das Haus Urwalek, ein besonderes Sanierungsprojekt in Hietzing.

Daneben stehen Tufting- und Ornament-Workshops, thematische Führungen und Angebote rund um "Forest Design" auf dem Programm. Für einzelne Touren und Workshops ist eine vorherige Anmeldung erforderlich.

Hier trifft man sich nach den Ausstellungen

Die offizielle Festivalbar befindet sich 2026 in der neu eröffneten BITTERBAR am Margaretenplatz 5. Der von Judith Schafelner gestaltete Treffpunkt ist mit Arbeiten österreichischer Designer wie Thomas Waidhofer und Klemens Schillinger eingerichtet. Geöffnet ist die Bar von Dienstag bis Samstag jeweils ab 17 Uhr.

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