Kriegs-Diplomatie

Ölpreise brechen ein: Hoffen auf Iran-Lösung

Hand hält eine grüne Zapfpistole, im Hintergrund ist unscharf eine Tankstelle zu sehen.
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Die internationalen Rohölpreise haben am Montag spürbar nachgegeben und damit die jüngste Rallye vorerst gestoppt.
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Auslöser für die deutlichen Kursverluste sind Berichte über diplomatische Bemühungen von US-Präsident Donald Trump, die eine unmittelbare Eskalation im kriegerischen Konflikt mit dem Iran abfedern könnten.

Marktbeobachter registrierten bei den maßgeblichen Referenzsorten prozentuale Verluste von über vier Prozent:

  • Nordseesorte Brent: Ein Barrel (rund 159 Liter) zur Auslieferung verbilligte sich am Terminmarkt um 4,3 Prozent auf 108,54 US-Dollar.
  • US-Sorte West Texas Intermediate (WTI): Der Preis für das Fass zur Lieferung im Dezember fiel um 4,1 Prozent auf 99,68 US-Dollar.
  • Europäisches Erdgas: Auch die europäischen Gasnotierungen kamen massiv zurück, nachdem sie am Freitag mit mehr als 102 Euro je Megawattstunde noch ein neues Mehrjahreshoch markiert hatten.

Neben den geopolitischen Signalen spielte am Ölmarkt auch ein technischer Faktor eine maßgebliche Rolle: Bei der Nordseesorte Brent lief der Terminkontrakt für Dezember aus. Der Jänner-Future ist nun der Kontrakt mit dem nächsten Fälligkeitstermin. Zum Vergleich: Der letzte Kurs des ausgelaufenen Dezember-Kontrakts hatte am vergangenen Freitag noch bei fast 118 Dollar gelegen.

Axios-Bericht: Trump setzt vor Zwischenwahlen auf Verhandlungen

Hintergrund der spürbaren Marktentlastung ist ein Bericht des US-Nachrichtenportals "Axios". Demnach beabsichtigt US-Präsident Donald Trump, diplomatischen Gesprächen mit Teheran vorerst mehr Raum zu geben. Erst nach den in dieser Woche anstehenden US-Zwischenwahlen soll über eine etwaige Wiederaufnahme oder Ausweitung militärischer Angriffe entschieden werden.

Wie aus dem Umfeld verlautete, habe der US-Präsident seine Präferenz für einen diplomatischen Verhandlungsweg bereits in einem Telefonat mit dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu unmissverständlich dargelegt. Bestätigt wurde diese Haltung auch aus dem Washingtoner Außenministerium: US-Außenminister Marco Rubio erklärte am Samstag öffentlich, dass bislang keinerlei Beschluss über neue Militärschläge gefasst worden sei und Präsident Trump eine diplomatische Einigung klar favorisiere.

Bedrohung im Roten Meer und an der Straße von Hormuz bleibt bestehen

Zwei Frachtschiffe fahren bei nebligem Wetter durch die Bab al-Mandeb Meerenge.
Vessels transit the Bab el-Mandeb Strait off the coast of southern Yemen on July 25, 2026. A spokesman for Yemen's Houthis had said on July 24 that the rebels were not blocking traffic through the strategic Bab al-Mandeb Strait, after they declared a maritime embargo this week on their foe Saudi Arabia. The Iran-backed group attacked a Saudi ship in the nearby Red Sea after announcing the blockade, which threatens the top oil exporter's ability to get its supplies to the world following Iran's parallel blockade of the Strait of Hormuz, the kingdom's only other maritime route. (Photo by Khaled ZIAD / AFP) / © APA/AFP/KHALED ZIAD

Die Aussicht auf Gespräche dämpft die Furcht vor einem offenen Flächenbrand zwar ab, doch die Lage in den zentralen Seewegen des Nahen Ostens bleibt extrem angespannt. Die USA und Israel hatten Ende Februar gemeinsame Schläge gegen Ziele im Iran begonnen; seither befinden sich die weltweiten Energiepreise auf einem anhaltend hohen Niveau. Zudem dauern die Angriffe auf die Handelsschifffahrt rund um die strategisch wichtige Straße von Hormuz unvermindert an.

Parallel zu den politischen Entwicklungen traf die Förderallianz OPEC+ am Wochenende eine wichtige Grundsatzentscheidung: Die Förderquoten für den Monat Dezember bleiben unverändert. Die Gruppe hatte ihre letzten freiwilligen Förderkürzungen bereits im September beendet.

Während die Energiepreise nachgaben, profitierte das Edelmetall Gold von der verbleibenden Restunsicherheit. Der Goldpreis stieg zum Wochenauftakt um rund 0,5 Prozent gegenüber dem Vorabend. Eine Feinunze (rund 31,1 Gramm) kostete am Markt zuletzt 3.895,86 US-Dollar (fast 3.500 Euro).

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