OE24-Interview

FIS-Direktorin Meissnitzer: "Hirscher rolle
ich roten Teppich aus"

SAALBACH-HINTERGLEMM,AUSTRIA,23.JUN.17 - WINTERSPORTS - OESV, Oesterreichischer Ski Verband, state conference. Image shows Alexandra Meissnitzer. Photo: GEPA pictures/ Andreas Pranter
© GEPA pictures/ Andreas Pranter
Ex-Rennläuferin Alexandra Meissnitzer nimmt in ihrer neuen Rolle beim Weltverband kein Blatt vor den Mund.
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Vor der FIS-Präsidentenwahl im Juni war Ex-Weltmeisterin Alexandra Meissnitzer nach Kritik am damaligen Präsidenten Johan Eliasch in Ungnade gefallen.

Doch nachdem sich der Liechtensteiner Jurist Alexander Ospelt in der Kampfabstimmung mit 65:64 gegen Eliasch durchgesetzt hatte, darf "Meisi" unter dem Neo-FIS-Boss als "Director of Strategy & Public Affairs" Verantwortung übernehmen.

oe24: Frau Meissnitzer, warum haben Sie sich vor der FIS-Wahl gegen Ihren Chef gestellt und damit Ihren Job riskiert?

Alexandra Meissnitzer: "Es ging nicht um die Person Eliasch, sondern um meine Glaubwürdigkeit. Ich hab nur das gemacht, was ich für richtig hielt – Haltung zeigen."

Und wie haben Sie die Wahl verfolgt?

"Daheim via Livestream. Ich wusste, dass es extrem knapp werden würde."

Und was war Ihre erste Reaktion?

"Ich war sehr gelassen, wusste aber nicht, wie es für mich weitergeht. Und auch, dass wir unter Alexander Ospelt die Chance haben, neue Ideen einzubringen. Jetzt ist der Zeitpunkt für Veränderungen gekommen. Sie dürfen nicht vergessen: Unsere Strukturen sind 40 Jahre alt."

Wie sieht Ihr neuer Job genau aus?

"Als Director of Strategy & Public Affairs bin ich Alexander Ospelt direkt unterstellt. Ich bringe meine Ideen ein – als ehemalige Athletin und Medienvertreterin hab ich einen anderen Zugang. Ich bin mitunter Schnittstelle zu nationalen Verbänden und Veranstaltern. Alex geht es auch darum, verbindend aufzutreten. Da seine Wahl so knapp war, muss er die anderen 50 Prozent erst überzeugen."

“Vielleicht hätten wir das aktiver kommunizieren sollen.”

Alexandra Meissnitzer über Ski-WM

Mit seiner Idee, ab 2032 jährlich Ski-Weltmeisterschaften auszutragen, hat er bei einigen Nationen für einen Aufschrei gesorgt...

"Vielleicht hätten wir das aktiver kommunizieren sollen – wenn wir sagen: Alle vier Jahre, also im olympischen Zyklus gedacht, wird es eine zusätzliche WM geben. Drei von vier Jahren bespielen wir ohnedies bereits jetzt mit Großveranstaltungen. Da kann man nicht von "inflationär" reden."

Haben Sie den ÖSV inzwischen für diese Idee gewonnen?

Es geht nicht darum, jemanden zu überreden – entscheidend ist ein konstruktiver Diskurs, sodass wir weiterkommen.

Meissnitzer über Marcel Hirscher

Und wie steht es um die Wildcard von Marcel Hirscher?

"Marcel hat die Wildcard. Wir sind nun generell dran, Rahmenbedingungen bzw. Kriterien zu definieren, für Skistars, die planen, nach einer Pause zurückzukommen. Das gehört  zu Ende gedacht."

Dabei holen Sie sich auch Anleihen aus der F1...

"In Monza haben wir Stefano Domenicali (F1-Boss, d. Red.) getroffen. Er hat erzählt, wie sie es geschafft haben, das Ding zu drehen mit Netflix usw. Solche Prozesse müssen auch wir einleiten. Wir haben einen tollen Live-Sport, ein super Produkt. Es liegt an uns, es richtig zu verkaufen."

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