Bootsunfall

Dramatische Wende im Fall um totes Paar in Venedig

Ein Paar umarmt sich glücklich vor einer Hauswand mit Blick auf den Canal in Venedig.
© Privat
Angehörige äußern nach Bootsunfall Zweifel – "Sie packte ihren Koffer"
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Der tragische Tod eines jungen Ehepaares nach einem Bootsunglück in der Lagune von Venedig wirft weiterhin Fragen auf. Gabriella Querino (26) und ihr Ehemann Sean Michieli (25) kamen nach einer Kollision mit einem Wassertaxi ums Leben. Während die Staatsanwaltschaft den Unfallhergang untersucht, berichten Angehörige der Brasilianerin von einem heftigen Streit am Vorabend.

Wie das italienische Portal "Il Giornale d’Italia" berichtet, soll es zwischen Gabriella und Sean am Freitagabend zu einem schweren Streit gekommen sein. Die Schwester und eine Cousine der 26-Jährigen schildern demnach, Gabriella habe sogar ihren Koffer gepackt und habe abreisen wollen.

Besonders ungewöhnlich finden die Angehörigen die Kommunikation an diesem Abend. Gabriellas Mutter habe gegen 21.45 Uhr noch eine Nachricht von ihrer Tochter erhalten, wonach sich die Situation wieder beruhigt habe. Die Familie wundert sich jedoch darüber, dass Gabriella zuvor längere Zeit nicht erreichbar gewesen sein soll.

Rettungskräfte in orange Neoprenanzügen und ein Jet-Ski auf einem Kanal in Venedig.
© Feuerwehr

"Sie hat jeden Tag per Videoanruf mit uns gesprochen, egal was vorgefallen ist. Sie hasste es, per SMS zu kommunizieren, das hat sie nie getan", wird die Familie von "Il Giornale d’Italia" zitiert. Deshalb sei es für sie auffällig, dass Gabriella an diesem Nachmittag nicht auf ihre Mutter reagiert und sich später lediglich mit zwei Nachrichten gemeldet habe.

Warum brach das Paar früh am Morgen auf?

Auch der Zeitpunkt des späteren Ausflugs beschäftigt die Angehörigen. Das Paar war in den frühen Morgenstunden auf einem kleinen Boot unterwegs. Gegen 5.30 Uhr kam es im Kanal von Tessera nahe dem Flughafen Marco Polo zur Kollision mit einem Wassertaxi. Sean, der aus einer Fischerfamilie aus Burano stammte, soll mit seiner Frau unterwegs gewesen sein, um Köder für die Fischerei zu besorgen.

Sean wurde nach dem Zusammenstoß schwer verletzt geborgen. Ärzte stellten später den Hirntod fest. Gabriella blieb zunächst verschwunden. Nach drei Tagen intensiver Suche wurde ihre Leiche schließlich in der Nähe der Insel Campalto entdeckt – rund zwei Kilometer vom Unfallort entfernt. Eine erste Untersuchung ergab Verletzungen, die mit dem Unfallgeschehen vereinbar sein sollen. Eine Autopsie soll weitere Erkenntnisse liefern.

Familie warnt vor Spekulationen

Gleichzeitig gibt es inzwischen auch einen Appell aus der Familie von Sean. Sie reagierte auf die Berichte über einen möglichen Streit des Ehepaares und warnte ausdrücklich vor voreiligen Schlussfolgerungen. In einer von der Familie verbreiteten Erklärung heißt es: "Wir bitten jedoch darum, unsere Trauer, unsere Privatsphäre und die schwierige und tragische Situation, mit der wir konfrontiert sind, zu respektieren." Zudem forderten die Angehörigen dazu auf, "voreilige Rekonstruktionen, unbegründete Gerüchte oder nicht überprüfte Informationen" nicht weiterzuverbreiten.

Auch Gabriellas Mutter ist inzwischen in Italien angekommen. Gegenüber Rai sagte Gisele nach der Nachricht vom Tod ihrer Tochter, sie habe "zwei Kinder verloren" – Gabriella und Sean.

Ermittlungen laufen weiter

Die venezianische Staatsanwaltschaft ermittelt wegen des Verdachts auf nautische Tötung gegen den 38-jährigen Fahrer des Wassertaxis. Im Mittelpunkt stehen unter anderem die Geschwindigkeit der beteiligten Boote, mögliche Fehler beim Manövrieren, die Sichtverhältnisse und die Beleuchtung. Auch die Aussagen von zwei amerikanischen Touristen, die sich im Wassertaxi befanden, könnten für die Rekonstruktion wichtig sein.

Einen Beleg für einen Zusammenhang zwischen dem Streit am Vorabend und dem tödlichen Bootsunglück gibt es bislang nicht. Die von den Angehörigen geschilderten Unstimmigkeiten sind Teil der offenen Fragen, die nun von den Ermittlern geprüft werden.

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