Strengere Aufsicht

Bauer fordert Kontrolle bei islamischem Religionsunterricht

Eine Frau im beigen Blazer spricht gestikulierend während eines Interviews.
© APA/HANS KLAUS TECHT
Integrationsministerin Claudia Bauer (ÖVP) will den Religionsunterricht an heimischen Schulen stärker kontrollieren. Konkreten Handlungsbedarf sieht Bauer insbesondere beim islamischen Religionsunterricht.
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Wien. Wie Bauer heute in der Ö1-Sendung "Im Journal zu Gast" im "Mittagsjournal" betonte, soll die im Regierungsprogramm vereinbarte religionsunabhängige Schulaufsicht nun umgesetzt werden. Der Staat möchte in Zukunft genauer prüfen können, welche Personen an österreichischen Schulen den Religionsunterricht abhalten und welche spezifischen Unterrichtsmaterialien oder Inhalte dabei zum Einsatz kommen.

Fokus auf islamischen Religionsunterricht

Besondere Aufmerksamkeit will die Ministerin dem islamischen Religionsunterricht widmen. Gespräche mit Lehrkräften, Schulleitungen und Eltern hätten gezeigt, dass es immer wieder zu Konflikten im Zusammenhang mit religiöser Einflussnahme komme, so Bauer. Gleichzeitig seien die staatlichen Eingriffsmöglichkeiten aktuell begrenzt, sagt die Ministerin.

Bauer stellt klar: "Wir dürfen beim Religionsunterricht nicht auf einem Auge blind sein. Gerade beim islamischen Religionsunterricht zeigen mir viele Gespräche und Erfahrungsberichte aus den Schulen, dass es Handlungsbedarf gibt. Eltern berichten etwa, dass sie ihre Kinder trotz religiösen Bekenntnisses vom Religionsunterricht abmelden, weil sie Angst vor Indoktrinierung haben. Der Politische Islam setzt gezielt bei Kindern und Jugendlichen an. Deshalb müssen wir genau hinschauen, wer an unseren Schulen unterrichtet und welche Inhalte dort vermittelt werden. Religionsunterricht darf kein Raum für Indoktrinierung oder Parallelgesellschaften sein."

Klare Vorgaben für den Unterricht

Laut Regierungsprogramm müssen Lehrinhalte der Religionspädagogik in deutscher Sprache vermittelt werden und im Einklang mit der Verfassung sowie den Menschenrechten sein. Um dies in der Praxis zu gewährleisten, sei die geplante "religionsunabhängige Schulaufsicht" ein zentraler Hebel.

Ministerin Bauer betont: "Der konfessionelle Religionsunterricht ist eine wichtige Errungenschaft, hinter der ich zu 100 Prozent stehe. Aber es braucht klare Qualitätsstandards und eine wirksame staatliche Aufsicht. Religionsfreiheit ist ein hohes Gut. Gleichzeitig muss klar sein: Unsere Gesetze, unsere Verfassung und die Menschenrechte stehen nicht zur Disposition. Religion muss das Miteinander in unserem Land fördern und keine Religion steht über den Gesetzen".

Maßnahmen gegen den politischen Islam

Die stärkere staatliche Aufsicht über den Religionsunterricht soll auch Bestandteil der Maßnahmen gegen den Politischen Islam sein, an denen derzeit gearbeitet wird, so Integrationsministerin Bauer.

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