Syrer geständig
Autolenker tötet Zwillinge: Nur drei Jahre Haft
Am Mittwoch hat das Landgericht Frankfurt den heute 24-jährigen Fahrer Mohammad S. zu drei Jahren Freiheitsstrafe verurteilt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.
Das Gericht wertete den Zusammenstoß des Autos mit den Brüdern als fahrlässige Tötung in zwei Fällen in Tateinheit mit fahrlässiger Körperverletzung. Den versuchten Mord sah sie nur beim Überlebenden: als versuchten Verdeckungsmord durch Unterlassen, weil der Fahrer nach dem Aufprall nicht bremste, den Verletzten auf der Motorhaube mitnahm und weiterfuhr. Vorsitzende Richterin Anke Wagner sprach von einer Tragödie. Der Angeklagte werde mit seiner Schuld leben müssen; das sei vermutlich die größere Strafe als die, die das Gericht verhängen könne.
Der Angeklagte saß im schwarzen Toyota Corolla Verso seines Vaters. Zunächst fuhr er unauffällig, dann beschleunigte er auf der breiten Straße auf etwa 75 Stundenkilometer – erlaubt waren 50. Warum der Wagen nach rechts auf den Radweg geriet, blieb offen. Die Richterin nannte es einen tragischen Fahrfehler, keinen rücksichtslosen Rasertatbestand.
350.000 Euro Schmerzensgeld
Die Zwillinge, die sich einen Scooter teilten, wurden auf das Auto und rund 30 Meter weiter auf die Fahrbahn geschleudert. Einer starb sofort, der Bruder wenige Stunden später in der Klinik. Keine Sekunde später erfasste der Wagen das Hinterrad des vorausfahrenden Rollers. Bein und Scooter verkeilten sich, Trung wurde "aufgeladen"; sein Kopf durchschlug die Windschutzscheibe. Nach 1,2 Sekunden stürzte er auf die Straßenbahnschienen. S. fuhr weiter, versteckte das beschädigte Auto, kehrte nach einem Anruf beim Vater jedoch an den Tatort zurück und stellte sich. Neun Tage später kam er in Untersuchungshaft. Ein psychiatrischer Sachverständiger sprach von Unfallschock mit Halluzinationen.
Die Entschuldigung des Angeklagten – "Es tut mir unendlich leid" – nahm die Mutter der Zwillinge nicht an. Sie brach bei der Urteilsverkündung in Tränen aus. Zusätzlich muss S. 350.000 Euro Schmerzensgeld plus Zinsen an den Überlebenden zahlen. Ob Staatsanwaltschaft oder Verteidigung Rechtsmittel einlegen, ist offen.
Joana Cotar, Abgeordnete des Bundestag (Team Freiheit) schreibt zu diesem Urteil auf X: "Der Fahrer - ein Syrer - bekommt lächerliche drei Jahre Haft. Drei Jahre! Bei günstiger Prognose ist er bereits im Juli 2027 wieder frei. Man kann mir noch so viele Paragraphen und Milderungsgründe erklären, ein Justizsystem, das am Ende für zwei tote junge Männer und ein zerstörtes Leben bei drei Jahren landet, hat jedes Gefühl für Verhältnismäßigkeit verloren. Das wird dem Ausmaß dieser Tat nicht mal annähernd gerecht."
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