Experten alarmiert

20.000 Lazarett-Betten: Was hat Putin an der NATO-Grenze vor?

Ein Mann im Anzug spricht an einem Rednerpult mit russischen Flaggen im Hintergrund.
© APA/AFP/POOL/ALEXANDER KAZAKOV
Inmitten wachsender Spannungen zwischen Russland und der NATO sorgt ein Bericht über die russische Militärmedizin für Wirbel.
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Nach Informationen des russischen Telegram-Kanals "Volya" sollen im Herbst 2026 zusätzlich 16.000 bis 20.000 Betten in zivilen Krankenhäusern für die Behandlung von Soldaten bereitgestellt werden. Besonders betroffen sein sollen Regionen im Nordwesten Russlands – darunter Karelien, St. Petersburg sowie die Gebiete Leningrad und Nowgorod.

Der Hintergrund ist brisant: Russische Militärkrankenhäuser stehen laut den von "Volya" zitierten Quellen bereits seit 2023 unter erheblichem Druck. Gleichzeitig soll Russland 2026 sechs neue Militärkrankenhäuser fertiggestellt haben. Fünf davon seien bereits in Betrieb. Die geplante zusätzliche Nutzung ziviler Kliniken wäre damit ein erheblicher Ausbau der medizinischen Kapazitäten.

NATO verstärkt Präsenz in der Ostsee

Parallel dazu erhöht die NATO ihre militärische Aufmerksamkeit im Ostseeraum. Auf der schwedischen Insel Gotland läuft vom 14. bis 23. September die deutsch-schwedische Übung "Silver Wotan". Mehr als 500 deutsche und schwedische Soldaten trainieren dort gemeinsam zu Land, auf See und in der Luft. Geübt wird unter anderem die schnelle Verlegung und der Schutz schwedischer landgestützter Schiffsabwehrsysteme.

Die strategische Bedeutung Gotlands ist erheblich. Generalleutnant Alexander Sollfrank bezeichnete die Insel als zentral für die Bewegungsfreiheit der NATO im Ostseeraum. Von Gotland aus lassen sich wichtige Seewege und militärische Bewegungen in der Region beeinflussen.

Weltkarte mit den 32 NATO-Mitgliedstaaten farblich hervorgehoben.
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Was steckt hinter dem russischen Krankenhaus-Ausbau?

Eine eindeutige Antwort gibt es derzeit nicht. Sicherheitsexperte Nico Lange warnt laut BILD davor, die Entwicklung ausschließlich als Folge des Ukraine-Krieges zu betrachten. "Wir sollten uns nicht damit beruhigen, dass wir uns einreden, es ginge Putin nur um die Ukraine", so Lange. Russland baue militärische und infrastrukturelle Strukturen entlang seiner Westgrenze kontinuierlich aus. Dazu gehörten auch Lazarette und militärische Krankenhäuser. Putin wolle ein anderes Europa und sei auch bereit, dafür Gewalt anzuwenden, warnt der Experte.

Ein Mann im Anzug sitzt bei einer Konferenz und hält sich ein Ohrstöpsel ans Ohr.
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Erinnerungen an die Vorbereitungen vor 2022

Besonders aufmerksam macht Experten der Vergleich mit den Monaten vor dem russischen Großangriff auf die Ukraine. Damals wurden unter anderem große Mengen medizinischer Güter, Blutkonserven und mobile medizinische Einrichtungen in Richtung der späteren Front verlegt. Allerdings bedeutet der aktuelle Ausbau von Krankenhauskapazitäten allein noch nicht, dass Russland einen Angriff auf einen NATO-Staat vorbereitet.

Hinzu kommt die ohnehin angespannte Lage im Baltikum. Erst Mitte September musste die NATO in Litauen wegen eines mutmaßlichen russischen Drohneneinfluges reagieren. Ein italienischer Kampfjet schoss am 14. September eine mutmaßliche russische Geran-2-Drohne ab, die aus Richtung Belarus in den litauischen Luftraum eingedrungen war.

Auch Störungen von Satellitennavigation beschäftigen die NATO. Die Allianz arbeitet inzwischen ausdrücklich daran, die Widerstandsfähigkeit Finnlands und anderer Mitgliedstaaten gegen GNSS- und GPS-Störungen zu verbessern.

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