Kurioser Fall
116-Jähriger soll sich bei Gericht melden, sonst ist er "tot"
Ein ungewöhnlicher Gerichtsfall beschäftigt derzeit das Bezirksgericht Vöcklabruck. Gesucht wird Alois Haidinger aus Ottnang am Hausruck, der heute 116 Jahre alt wäre. Der Oberösterreicher gilt seit dem Zweiten Weltkrieg als vermisst – offiziell wurde sein Tod allerdings nie festgestellt.
Nun soll Haidinger selbst die Möglichkeit bekommen, sich zu melden. Das Gericht fordert den Vermissten auf, bis 15. Oktober vorstellig zu werden. Bleibt ein Lebenszeichen aus, kann anschließend seine Todeserklärung erfolgen. Dass tatsächlich noch eine Antwort des 116-Jährigen zu erwarten ist, dürfte allerdings äußerst unwahrscheinlich sein.
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Kein Einzelfall
Auf den Fall aufmerksam wurde die Gemeinde aus einem ungewöhnlichen Grund: Bei einem Grundstückstausch stellte sich heraus, dass für Haidinger noch immer ein Wohnrecht in Ottnang eingetragen ist. Daraufhin wurde nun ein Antrag auf Todeserklärung gestellt.
Haidingers Schicksal ist kein Einzelfall. Laut dem Suchdienst des Österreichischen Roten Kreuzes werden noch immer rund 20.000 Österreicher als vermisst geführt, deren Spuren sich in den Weltkriegen verloren haben. Angehörige suchen teilweise bis heute nach Informationen über das Schicksal ihrer Vorfahren.
Für eine Todeserklärung gelten je nach Umständen unterschiedliche Fristen. Grundsätzlich kann ein entsprechendes Verfahren nach zehn Jahren ohne Lebenszeichen eingeleitet werden, bei Personen über 80 Jahren nach fünf Jahren. Für im Krieg vermisste Soldaten gelten wiederum besondere Regelungen.
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