Lesung abgesagt

Wirbel um Gunkl-Sager: Rudle darf nicht auftreten

Mann steht mit ausgebreiteten Armen in einem leeren, rot gepolsterten Theatersaal.
© Facebook
Nach seinen umstrittenen Äußerungen im ORF spürt Gerold Rudle erste Konsequenzen. Eine Buchhandlung hat eine geplante Lesung des Kabarettisten kurzfristig abgesagt.
OE24 auf Google bevorzugen

Der Kabarettist hätte am Dienstag in der Döblinger Buchhandlung aus seinem Werk "Kotzbrocken" lesen sollen. Die Buchhandlung hat diesen Termin nun abgesagt.

Erste Konsequenzen nach ORF-Sager

Die Buchhandlung begründet die Absage deutlich: "Nach den gestrigen Aussagen von Gerold Rudle im ORF haben wir uns entschlossen, die Lesung am 22.09. abzusagen." Ergänzend erklärt der Betrieb: "Die Döblinger Buchhandlung bietet keine Bühne für die Verharmlosung von Missbrauch. Wir entschuldigen uns bei allen, die teilnehmen wollten." Damit spürt Rudle nur einen Tag nach seinen Äußerungen im Radio Niederösterreich erste berufliche Folgen.

Aussagen über Günther Paal

Rudle hatte im Radio ohne vorherige Frage den Fall seines Weggefährten Günther "Gunkl" Paal angesprochen. Dabei bezeichnete er Paal als "reflektierten, sehr gscheiten und liebenswerten Menschen". Gleichzeitig stellte er fest, dass dessen Taten "absolut unverzeihlich" seien. Kritik lösten vor allem Aussagen aus, wonach "wir da alle weniger verurteilen sollten" und dass "in uns allen schlummert offensichtlich irgendwo ein Monster." Der Begriff "liebenswert" stieß bei vielen Zuhörern auf Unverständnis.

Entschuldigung über soziale Medien

Auf die Reaktionen reagierte Rudle am Freitag öffentlich und entschuldigte sich. Seine Wortwahl sei "unangemessen" gewesen und habe als Relativierung verstanden werden können. "Das bedaure ich zutiefst", schrieb der Kabarettist auf Instagram. Er betonte, dass sexueller Missbrauch von Kindern durch nichts zu relativieren sei und der Opferschutz im Vordergrund stehen müsse. Für seine Äußerungen übernehme er die Verantwortung.

Hintergrund zum Fall Paal

Gegen Günther Paal liegt eine nicht rechtskräftige Anklage vor. Die Vorwürfe umfassen eine geschlechtliche Handlung an einer unmündigen Person sowie das Verschaffen und den Besitz von sexualbezogenem Kindesmissbrauchsmaterial. Es gilt die Unschuldsvermutung. Die für Dienstag angesetzte Lesung in Döbling findet trotz der Entschuldigung nicht statt.

Fehler im Artikel gefunden?Jetzt melden