Das sagt "ÖSTERREICH"
Jetzt tobt in der Koalition ''Kalter Krieg''
Die Stimmung zwischen ÖVP und Grünen ist in den letzten Wochen merklich abgekühlt. Vorläufiger Höhepunkt des „Kalten Krieges“ zwischen Kurz und Anschober: Der Minister hat den Kanzler diese Woche in fast schon stalinistischer Manier anrennen lassen und jegliche Form von Verschärfungen der Corona-Maßnahmen blockiert. Das ist nicht nur strategisch unklug (die ÖVP wird in Kürze wohl blutige Rache nehmen), sondern angesichts des drohenden Corona-Anstiegs im Herbst auch gesundheitspolitisch höchst riskant.
Damit droht Türkis-Grün ab sofort zu einer „Großen Koalition 2.0“ zu werden, in der sich die „Partner“ die Hackeln gegenseitig ins Kreuz werfen. Und der Wien-Wahlkampf im kommenden Monat wird definitiv auch nicht dazu beitragen, dass sich das Verhältnis zwischen ÖVP und Grünen wieder entspannt. Ganz im Gegenteil.
Anschobers Blockade-Haltung bei den Corona-Maßnahmen zeigt einmal mehr ein Problem österreichischer Regierungen auf: Der Bundeskanzler hat bei uns – im Gegensatz zur deutschen Kanzlerin – keine Richtlinienkompetenz. Das heißt: Er kann seinen Ministern (zumindest rechtlich) nichts anschaffen. Das gehört geändert – ein Kanzler muss (so wie ein CEO in einem Unternehmen) gerade in Krisenzeiten die Letztentscheidung treffen und auch verantworten. Ein Kanzler-Machtwort würde gerade dem Gesundheitsminister nicht schlechttun.
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