Missbrauchs-Vorwürfe

Warum Kabarett-Star nicht in U-Haft sitzt

Ein Mann mit Brille steht vor einem roten Sofa in einem modern eingerichteten Raum.
© TZOe Artner
Schwere Vorwürfe gegen Günther Paal alias "Gunkl": Dem Kabarettisten wird sexueller Missbrauch einer Minderjährigen vorgeworfen. Auch zwei Frauen sitzen in diesem Zusammenhang in Untersuchungshaft.
OE24 auf Google bevorzugen

Im Mittelpunkt der Ermittlungen steht der Vorwurf des sexuellen Missbrauchs einer Minderjährigen. Bei dem Opfer soll es sich um die Tochter einer damaligen Lebensgefährtin beziehungsweise Bekannten von Paal handeln.

Die Polizei soll bei den Ermittlungen außerdem sexualbezogenes Kindesmissbrauchsmaterial gefunden haben. Paals Anwalt Florian Höllwarth zufolge soll sein Mandant zudem über längere Zeit wegen der ihm vorgeworfenen Taten erpresst worden sein.

Für Günther Paal und alle weiteren Beschuldigten gilt bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung die Unschuldsvermutung.

"Gunkl" erstattete Selbstanzeige

Im Mai soll Paal selbst zur Polizei gegangen sein und Selbstanzeige erstattet haben. Dabei könnte es auch darum gegangen sein, eine mutmaßliche Erpressung zu beenden.

Mittlerweile bestätigte die Staatsanwaltschaft, dass gegen Paal und zwei Frauen Anklage erhoben wurde. Diese ist allerdings noch nicht rechtskräftig.

Zwei Frauen sitzen in Untersuchungshaft

Bei den beiden Frauen soll es sich um die Mutter und Großmutter des Opfers handeln. Eine der Frauen wurde im Juni festgenommen. Nach der zweiten wurde zunächst per Haftbefehl gesucht, im Juli wurde auch sie festgenommen.

Die Untersuchungshaft wurde inzwischen im Zuge einer Haftprüfungsverhandlung verlängert. Als mögliche Haftgründe stehen Flucht- oder Verdunkelungsgefahr im Raum.

Auch für die beiden Frauen gilt die Unschuldsvermutung.

Warum sitzt Paal nicht in Haft?

Während die beiden Frauen in Untersuchungshaft sitzen, befindet sich Paal nicht hinter Gittern. Die Staatsanwaltschaft begründet das damit, dass bei ihm keine entsprechenden Haftgründe wie Flucht-, Verdunkelungs- oder Tatbegehungsgefahr vorliegen würden.

Zudem sollen sämtliche Datenträger des Kabarettisten von den Ermittlern beschlagnahmt worden sein. Dadurch könne eine Verdunkelungsgefahr entfallen.

Premiere kurzfristig abgesagt

Paal soll sich derzeit in Spitalsbehandlung befinden. Die Premiere seines neuen Programms war für Dienstag geplant, wurde jedoch kurzfristig "aus gesundheitlichen Gründen" abgesagt.

Der weitere Verlauf des Verfahrens ist derzeit offen.

Fehler im Artikel gefunden?Jetzt melden