Laut Allianz Gesundheitsbarometer 2026 (repräsentative Studie wurde durch Marketagent durchgeführt) achten 85 Prozent der Österreicher gewissenhaft auf ihre Zahnpflege, 73 Prozent gehen zumindest einmal pro Jahr zur Kontrolluntersuchung.
Am stärksten motiviert dabei die Vorsorge. Mehr als ein Drittel der Befragten möchte durch regelmäßige Pflege spätere Zahnprobleme vermeiden. An zweiter Stelle stehen ästhetische Gründe. Vor allem Frauen legen Wert auf schöne und gepflegte Zähne, die für viele auch beruflich und gesellschaftlich als Vorteil gelten.
Von der Reparatur zur Prävention
Die Studie zeigt zudem einen deutlichen Generationenwandel. Während ältere Menschen häufiger auf Zahnersatz, Prothesen oder Implantate angewiesen sind, setzen jüngere Generationen verstärkt auf vorbeugende Maßnahmen.
Besonders beliebt sind professionelle Mundhygiene, Kieferregulierungen oder Bleaching. Zahngesundheit wird zunehmend als Teil eines gesunden Lebensstils betrachtet und nicht erst dann relevant, wenn Beschwerden auftreten. Experten sehen darin eine positive Entwicklung, da moderne Zahnmedizin heute viele Probleme bereits im Vorfeld verhindern kann.
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Hohe Kosten bremsen die Behandlung
Trotz des hohen Gesundheitsbewusstseins bleibt Geld für viele ein entscheidender Faktor. Vier von zehn Befragten haben bereits mindestens einmal auf eine Zahnbehandlung verzichtet, weil sie ihnen zu teuer erschien. Weitere 38 Prozent haben notwendige Eingriffe aus finanziellen Gründen verschoben.
Besonders kostspielig werden Zahnersatz, Zahnkorrekturen und ästhetische Behandlungen wahrgenommen. Die Sorge vor hohen Rechnungen ist mittlerweile sogar deutlich stärker ausgeprägt als die Angst vor dem Zahnarztbesuch selbst. Fast die Hälfte jener Personen, die mit ihren Zähnen unzufrieden sind, nimmt deshalb keine Veränderungen vor.
Gute Noten für Zahnärzte, schlechte für Preise
Die Qualität der zahnmedizinischen Versorgung wird insgesamt positiv bewertet. Rund 71 Prozent halten die Versorgung in Österreich für gut oder sehr gut. Besonders die fachliche Kompetenz der Zahnärztinnen und Zahnärzte genießt großes Vertrauen.
Deutlich kritischer fällt dagegen die Bewertung des Kosten-Leistungs-Verhältnisses aus. Nur 28 Prozent der Befragten zeigen sich damit zufrieden. Auch lange Wartezeiten auf Termine werden häufig bemängelt.
Mehr Behandlungen bei Kostenübernahme
Wie stark finanzielle Hürden die Entscheidungen beeinflussen, zeigt ein Gedankenexperiment der Studie. Würden die Behandlungskosten vollständig übernommen werden, würde die Bereitschaft für zahlreiche Eingriffe deutlich steigen.
So würden sich wesentlich mehr Menschen für Zahnkorrekturen, Bleaching oder Veneers entscheiden. Auch medizinisch notwendige Maßnahmen wie Implantate oder Zahnfleischbehandlungen würden deutlich häufiger durchgeführt werden. Die Ergebnisse verdeutlichen, dass nicht fehlendes Interesse, sondern oftmals die finanzielle Belastung ausschlaggebend ist.
Wissenslücken bei Karies und Allgemeingesundheit
Neben den Kosten gibt es laut Studie auch Defizite bei der Aufklärung. Zwei Drittel der Befragten wissen nicht, dass Karies eine Infektionskrankheit ist. Viele kennen zudem den Zusammenhang zwischen Mundgesundheit und allgemeinen Erkrankungen nicht.
So ist knapp der Hälfte nicht bewusst, dass Kariesbakterien Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Diabetes begünstigen können. Auch die Folgen von Zahnfleischerkrankungen während der Schwangerschaft sind zahlreichen Menschen unbekannt. Fachleute fordern deshalb mehr Aufklärung in Familien, Schulen und Zahnarztpraxen.
Prävention braucht Planungssicherheit
Das Allianz Gesundheitsbarometer zeigt deutlich: An der Bereitschaft zur Zahnpflege mangelt es den Österreicherinnen und Österreichern nicht. Hohe Behandlungskosten verhindern jedoch oft, dass notwendige Maßnahmen rechtzeitig umgesetzt werden. Experten sehen deshalb mehr finanzielle Planbarkeit, stärkere Prävention und bessere Aufklärung als wichtige Voraussetzungen für eine langfristig bessere Zahngesundheit in Österreich.
Highlight-Zahlen aus den Bundesländern
- Wiener:innen geben am häufigsten die Bestnote "sehr gut" für die Versorgungsqualität (30 %).
- Vorarlberg ist rundum zufrieden: Nirgendwo sind die Menschen zufriedener mit ihren Zähnen (72 %) und wird die zahnmedizinische Versorgung besser bewertet (81 %).
- Die Oberösterreicher:innen pflegen ihre Zähne am gewissenhaftesten (89 %) – und sind trotzdem am wenigsten zufrieden mit deren Zustand (55 %).
- Die Kärntner:innen halten die Zähne am ehesten für die Visitenkarte eines Menschen (81 %), gehen aber deutlich seltener zur Kontrolle (66 %) als der Durchschnitt (73 %).
- Die Tiroler:innen zählen mit 88 % zu den fleißigsten Kontrollgänger:innen, nur in Vorarlberg ist der Anteil noch etwas höher (89 %). Auch bei der Zufriedenheit mit den eigenen Zähnen belegt Tirol mit 69 % Rang zwei.
- Die Salzburger:innen haben am häufigsten eine private Zahnzusatzversicherung (9 %).
- Das Burgenland bewertet die zahnmedizinische Versorgung besonders kritisch (56 %), ist aber überdurchschnittlich gut über Behandlungskosten informiert (41 %).
- In Niederösterreich wird die Beratungskompetenz der Zahnärzt:innen am besten bewertet (77 %).
- Steirer:innen wissen am häufigsten, dass anhaltender Stress die Zähne beeinträchtigen kann (65 %) und dass Zahnfleischerkrankungen in der Schwangerschaft Risiken für Mutter und Kind bergen (48 %).
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