Feuerwehr-Einsätze

"Superzellen-Gewitter" – Video zeigt heftigen Hagelsturm

Dunkle Sturmwolken über Industriegebäuden und einem Feld in Pasching, Oberösterreich.
© APA/ALEXANDER LEISS
Eine Unwetterfront mit Sturmböen, Starkregen und Hagel zog am Mittwochnachmittag und -abend über Oberösterreich. Knapp 100-mal wählten Betroffene den Feuerwehr-Notruf.
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Die heftigen Ausläufer der Gewitterfront erreichten Oberösterreich von Bayern kommend gegen 15.30 Uhr im Innviertel.

Überraschende Wucht der Unwetterfront

Bis 19 Uhr verzeichnete das Landesfeuerwehrkommando insgesamt 91 Einsätze. Die tatsächliche Zahl liegt jedoch höher, da viele Notrufe auf dem Land direkt von den örtlichen Feuerwehren bearbeitet werden und somit nicht in der Landesleitzentrale einfließen. Feuerwehr-Offizier vom Dienst Eduard Paireder sprach gegenüber "OÖN" von 53 zusätzlichen Einsätzen, die abgearbeitet werden mussten.

Die Intensität der Gewitter kam unerwartet. Selbst die Prognosen der "Geosphere Austria" hatten die Wucht nicht auf dem Schirm, weshalb die Landesleitzentrale personell nicht aufgerüstet wurde. Paireder betonte: "Es war dann doch wesentlich mehr, als erwartet." Trotz der Überraschung sei aber "alles bewältigbar gewesen."

Video zeigt heftigen Hagelsturm

Der private Wetterdienst warnte heute Nachmittag vor einem Superzellen-Gewitter, das "quer über Oberösterreich hinweg" zog. Ein weiteres soll im Flachgau gewütet haben. Die folgenden Aufnahmen stammen vom Portal "Storm Science Austria" aus der Nähe von Ried im Innkreis:

Schäden von West nach Ost

Im Bezirk Ried gab es bereits kurz nach 15.30 Uhr erste Sturmeinsätze. Bei der Feuerwehr Ried im Innkreis gingen innerhalb von elf Minuten fünf Alarmierungen wegen umgestürzter Bäume auf Straßen und Häusern ein. In den Orten Gurten und Aurolzmünster kam es laut "OÖN" zu Überflutungen von Straßen und Gebäuden.

Auf ihrem Weg nach Osten traf die Front die Bezirke Grieskirchen und Eferding, wo Sturmböen, Starkregen und im Bezirk Eferding auch Hagel für Einsätze sorgten. Gegen 17 Uhr erreichte das Unwetter Linz.

Dunkle Sturmwolken über Feldern und Gebäuden bei Pasching in Oberösterreich.
Ein Sturm im Raum Pasching (Oberösterreich), aufgenommen am Mittwochnachmittag. © APA/ALEXANDER LEISS

Schwerpunkt am späteren Abend

Ab 18 Uhr trafen erste Meldungen aus den Bezirken Linz-Land, Kirchdorf und Steyr-Land ein. Vor allem die Sturmböen bereiteten Probleme. Ein regionaler Schwerpunkt bildete sich gegen 19 Uhr im Raum Kematen an der Krems mit elf Einsätzen binnen weniger Minuten. Zu diesem Zeitpunkt gab Eduard Paireder an, dass ein Ende in Sicht sei und die letzten Gewitterzellen in der folgenden Stunde nach Osten abziehen sollten.

Aktuelle Warnungen der GeoSphere Austria

Für Teile Ober- und Niederösterreichs gilt eine gelbe Regen-Warnung bis Donnerstag um 6 Uhr früh (in Teilen Tirols und Salzburgs bis 0 Uhr). Es wird vor kleinräumigen Überflutungen von Grün- und Ackerflächen sowie lokalen Beeinträchtigungen im Straßenverkehr gewarnt. Verkehrsteilnehmern wird geraten, die Geschwindigkeit anzupassen, mit Aquaplaning sowie Zeitverlusten zu rechnen und überflutete Unterführungen zu meiden. Meteorologisch werden verbreitet 25 bis 40 mm Niederschlag erwartet, punktuell sind bis zu 70 mm möglich.

Karte von Österreich mit gelb markierten Regionen für eine Regen-Warnung, Rest grün.
Karte von Österreich mit gelb markierten Regionen für eine Regen-Warnung. © GeoSphere Austria

Gewitter-Warnung für Teile des Landes

Zudem gilt eine gelbe Gewitterwarnung bis Mittwoch, 22 Uhr (in Tirol und Salzburg bis 21 Uhr). Zu den möglichen Auswirkungen zählen kleine Muren, überflutete Straßen und Keller, Blitzschläge sowie Sturmschäden durch herabfallende Äste oder umstürzende Bäume. Gewässer sollten bei herannahenden Unwettern sofort verlassen werden.

Gewitter-Warnkarte für Österreich, gelbe Warnstufen in der Mitte, grün im Süden und Westen.
Gewitter-Warnkarte für Österreich, gelbe Warnstufen in der Mitte, grün im Süden und Westen. © GeoSphere Austria

Wetterausblick für ganz Österreich

Am Mittwochabend und in der Nacht bleibt eine Kaltfront wetterbestimmend. Am Abend regnet es westlich der Linie Osttirol - Waldviertel mit möglichen Gewittern. In der Nacht dehnt sich der Regen weiter nach Osten aus, an der Alpennordseite ist Starkregen möglich. Im äußersten Westen klingt der Niederschlag in der zweiten Nachthälfte ab. Die Tiefsttemperaturen liegen zwischen 8 und 16 Grad.

Am Donnerstag startet der Tag verbreitet dicht bewölkt und regnerisch, in der Landesmitte und im Süden gebietsweise kräftig. Im Tagesverlauf lockert es auf, ab Mittags zeigt sich im Westen und Norden häufiger die Sonne. Der Schwerpunktsregen verlagert sich nach Nachmittag in den Südosten. Am längsten trocken und sonnig bleibt es im Rheintal. Die Höchstwerte erreichen 15 bis 22 Grad.

Am Freitag sorgt ein Italientief für unbeständiges Wetter. Besonders im Bergland regnet es ab der Mittagszeit häufig aus dichten Wolken. Im Westen und Osten zeigt sich das Wetter freundlicher und meist trocken bei Höchsttemperaturen zwischen 17 und 23 Grad.

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