Mini-Mieze
Süß! Neue Katzenart im Dschungel entdeckt
Die neu bestimmte Tilcayo-Katze bringt es lediglich auf eine Länge von ungefähr 46 Zentimetern sowie ein Gewicht von circa 1,4 Kilogramm und ist damit noch kleiner als gewöhnliche Hauskatzen. Laut einem Bericht von orf.at wies das Wissenschaftsteam um den Evolutionsbiologen Jonas Lescroart von der Universität Antwerpen nach, dass es sich um eine eigene Art handelt. Das Tier trägt den wissenschaftlichen Namen Leopardus tilcayo, behält jedoch die lokale Bezeichnung bei. Auch in Österreich sorgen solche Erkenntnisse über bedrohte Ökosysteme immer wieder für Aufsehen unter Naturfreunden.
Auch interessant
Rätselhafte Lebensweise der Mini-Katze
Bislang ist nur wenig über das Verhalten des Raubtiers bekannt. Untersuchungen von Kotproben deuten darauf hin, dass kleine Nagetiere auf ihrem Speiseplan stehen. Die Forscherin Paola Nogales-Ascarrunz erklärt, dass Aufnahmen aus Kamerafallen auf eine überwiegend nachtaktive Lebensweise schließen lassen. Die Tilcayo-Katze zählt zu den Tigerkatzen aus der Gruppe der Pardelkatzen (Leopardus) und wird als sogenannte kryptische Art eingestuft. Das bedeutet, dass sie sich allein durch ihr äußeres Erscheinungsbild kaum von verwandten Arten unterscheiden lässt, wie Lescroart erläutert.
Spurensuche in den Genen
Während die Wissenschaft Tigerkatzen früher für eine einzige Art hielt, zeigten genetische Analysen der letzten Jahrzehnte ein anderes Bild. Das Team um Lescroart untersuchte zwei lebende Exemplare sowie zahlreiche Kamerafallen-Fotos. Eines der Tiere ist ein zehn Jahre alter Kater, der nach einer Zeit in Privathaltung nun im Wildtierschutzgebiet Senda Verde lebt. Nogales-Ascarrunz, National-Geographic-Forscherin und Mitautorin der Studie, berichtet, dass Abweichungen zu den meist auf brasilianischen Daten basierenden Beschreibungen die Nachforschungen auslösten.
Dieser Facebook Post kann aufgrund Ihrer aktuellen Datenschutzeinstellungen nicht angezeigt werden, da für dessen Einbettung ein Drittanbieter hinzugezogen wird, der technisch für den Betrieb der Website nicht zwingend notwendige Cookies setzt. Wenn Sie den Inhalt sehen möchten, bitten wir Sie um Einwilligung zu diesem konkreten Cookie von „Facebook“. Ihre Einwilligung ist einmalig für den Aufruf dieses Inhalts und wird nicht gespeichert.
Je nach Anbieter kann mit der Erteilung Ihrer Einwilligung auch ein Datentransfer in Drittstaaten verbunden sein, für die keine geeigneten Garantien vorliegen. Nähere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung .
Abspaltung vor Millionen von Jahren
Das Forschungsteam analysierte das Erbgut von insgesamt 38 Katzen aus Südamerika, darunter acht Museumsexponate. Das Ergebnis zeigt, dass die Gruppe der Tigerkatzen tatsächlich aus fünf verschiedenen Arten besteht. Lescroart betont, dass niemand damit gerechnet habe, dass die bolivianische Tigerkatze eine eigene Art bildet. Genetische Daten legen nahe, dass sich die Tilcayo-Katze vor etwa 1,4 Millionen Jahren von anderen Linien trennte. Je größer die Unterschiede in der DNA, desto länger liegt die physische Trennung zurück. Zudem beschrieb das Team mit Leopardus tigrinus antisuyo eine neue Unterart in den peruanischen Yungas, benannt nach der Inka-Region Antisuyu.
Gefährdeter Lebensraum in den Bergwäldern
Aktuell führt die Weltnaturschutzunion (IUCN) Tigerkatzen als zwei gefährdete Arten mit schrumpfenden Beständen. Die neuen Daten wurden der IUCN übermittelt, damit bei der kommenden Bewertung alle fünf Linien einzeln eingestuft werden können. Dies könnte nach Lescroarts Einschätzung ein präziseres Bild der Bedrohung liefern. Gerade in den gefährdeten Yungas-Ökosystemen ist eine exakte Einschätzung wichtig, da Arten wie die Tilcayo-Katze bei einer separaten Betrachtung womöglich als bedroht gelten. Es existieren weltweit viele unentdeckte Arten, die zu verschwinden drohen, noch bevor sie überhaupt entdeckt werden.
OE24 TV Live-Stream
OE24 TV Live-Stream
Fehler im Artikel gefunden?Jetzt melden