Das aktuelle El-Niño-Phänomen verfärbt den tropischen Pazifik messbar tiefblau, weil es die Grundlage des marinen Lebens massiv zurückdrängt.
Plankton unter massivem Druck
Üblicherweise ist das Meerwasser eher in einem tiefen Grün um diese Jahreszeit. Normalerweise treiben starke Passatwinde das warme Oberflächenwasser im Pazifik nach Westen.
Vor den Küsten Südamerikas (insbesondere Peru und Ecuador) steigt dadurch kaltes, nährstoffreiches Tiefenwasser auf. Diese Nährstoffe lassen das pflanzliche Plankton (Phytoplankton) wachsen. Das im Plankton enthaltene Chlorophyll reflektiert grünes Licht, wodurch das Wasser Grün schimmert.
Dieser El-Niño verändert vieles
Durch den aktuellen Rekord-El-Niño haben sich die Passatwinde drastisch abgeschwächt. Das warme Wasser breitet sich nach Osten aus, wodurch der Auftrieb von kaltem Tiefenwasser blockiert wird.
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Ohne die lebenswichtigen Nährstoffe bricht die Phytoplankton-Population massiv ein. Da weniger Algen im Wasser treiben, filtert das Meerwasser das Licht wieder rein biologisch – der Pazifik wird deutlich blauer und klarer.
Der schöne Schein trügt
Obwohl das optisch schöner als die grüne Suppe aussieht, hat es massive Folgen für das Ökosystem. Denn: Phytoplankton steht am ganz Anfang der marinen Nahrungskette. Wenn das Plankton verschwindet, finden direkt danach kleine Fische (wie Sardinen und Sardellen) keine Nahrung mehr und so wandert das Problem in der Nahrungskette nach oben. Die Tiere werden dann entweder das Weite suchen oder im schlimmsten Falle verenden.
Ein blick in die Vergangenheit zeigt, was das bedeuten kann. Während des starken El-Niño von 1982/83 bei den Galápagosinseln ging der Bestand an Seevögeln drastisch zurück.
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