Mikaela Shiffrin (31) macht ausgerechnet um ihre Paradedisziplin einen großen Bogen. Die erfolgreichste Skifahrerin der Geschichte verzichtet auf die Slalom-Klassiker in Levi (14.11.) und Gurgl (21.11.) und legt nach dem Saisonauftakt in Sölden eine fünfwöchige Rennpause ein. Dahinter steckt ein ungewöhnlicher Plan: Die Amerikanerin will ihre Dominanz im Slalom nutzen, um in anderen Disziplinen wieder stärker zu werden.
Statt im November von einem Slalom zum nächsten zu reisen, setzt Shiffrin auf zusätzliche Trainingstage im Riesentorlauf und Super-G. Vor allem in den Speed-Disziplinen sieht die 110-fache Weltcupsiegerin noch Möglichkeiten, sich weiterzuentwickeln.
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Shiffrin will ihre Ski-Saison neu gestalten
"Ich freue mich über die Möglichkeit, zu Beginn dieser Saison mehr Raum für Riesentorlauf und Super-G zu schaffen", erklärte Shiffrin.
Der Verzicht auf die ersten Slalomrennen soll ihr längere, zusammenhängende Trainingsphasen ermöglichen. Gleichzeitig will sie ihrem Körper mehr Zeit zur Erholung geben.
"Weniger Slaloms zu fahren, gibt mir Zeit zurück", sagte die Amerikanerin. Auch die zusätzliche Zeit zu Hause spielt bei ihrer Entscheidung eine Rolle.
Für Shiffrin bedeutet das eine deutliche Veränderung ihrer gewohnten Saisonplanung. Jahrelang war sie bereits im November regelmäßig zwischen Trainingsorten und Weltcupstationen unterwegs. Diesmal bestimmt sie selbst, wann sie wieder ins Renngeschehen eingreift.
73 Slalom-Siege – trotzdem verzichtet sie
Wie außergewöhnlich diese Entscheidung ist, zeigt ein Blick auf ihre Erfolgsbilanz. Von ihren 110 Weltcupsiegen holte Shiffrin 73 im Slalom. Neunmal gewann sie die kleine Kristallkugel in ihrer Paradedisziplin.
In der vergangenen Saison war sie dort nahezu unschlagbar: Neun der zehn Slalomrennen entschied sie für sich. Dazu sicherte sie sich zum sechsten Mal den Gesamtweltcup.
Trotz dieser Dominanz will Shiffrin ihre sportlichen Möglichkeiten nicht auf den Slalom beschränken. Im Riesentorlauf und Super-G sieht sie zusätzliche Chancen, ihre ohnehin außergewöhnliche Karrierebilanz auszubauen.
Einen endgültigen Abschied vom Slalom bedeutet die neue Strategie allerdings nicht. Shiffrin plant weiterhin Starts in ihrer stärksten Disziplin, will die Rennen künftig aber gezielter auswählen.
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ÖSV-Ladies bekommen ihre Chance
Für die Konkurrenz ist Shiffrins Entscheidung eine seltene Gelegenheit. Die Amerikanerin hat die Slaloms in Levi und Gurgl zusammen bereits elfmal gewonnen. Nun müssen sich die ÖSV-Damen bei den ersten Technikrennen nicht mit der Seriensiegerin messen.
Besonders in Levi war Shiffrin in den vergangenen Jahren regelmäßig die bestimmende Fahrerin. Ihr Verzicht eröffnet auch den österreichischen Slalom-Spezialistinnen bessere Chancen auf Spitzenplätze.
Ihr nächster geplanter Weltcup-Einsatz ist am 28. und 29. November in Killington. Beim Heimrennen in den USA will Shiffrin sowohl im Riesentorlauf als auch im Slalom antreten.
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