Mit einer 6:0-Gala Freitagabend gegen Schlusslicht WAC sicherten die Grün-Weißen die Topposition unabhängig von den Ergebnissen der Konkurrenz ab. Speziell in Hälfte zwei glänzte das Team von Coach Johannes Hoff Thorup gegen das Liga-Schlusslicht mit Kombinationsfußball, Tempo und Aggressivität. "Das war nahe an der Perfektion. Wir waren dominant. Es war ein richtig guter Abend", lobte der Däne.
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Durch den Kantersieg, den Petter Nosa Dahl und Ercan Kara mit Doppelpacks sowie Tonni Adamsen und Claudy Mbuyi sicherstellten, hat Rapid in den erst zwölf Runden elfmal gewonnen. Das gab es zuletzt in der Saison 1950/51. "Das ist ganz allein das Verdienst der Spieler, denn sie sind es, die das geschafft haben", erklärte Hoff Thorup, der mit einigen Korrekturen in der Halbzeitpause das Schützenfest gegen den WAC orchestriert hatte. "Die erste Halbzeit verlief mir etwas zu offen, etwas zu unkontrolliert", sagte der 37-Jährige trotz einer 2:0-Führung.
Im zweiten Abschnitt kam der grün-weiße Zug aber so richtig ins Rollen, vier weitere Tore waren die Folge. "Es gibt Momente, in denen diese Mannschaft so spielt, dass ich es wirklich genieße, einfach ganz nah bei ihnen zu stehen und ihnen beim Fußballspielen zuzusehen", schwärmte der sonst eher gelassene Coach. "Ich finde das vierte Tor unglaublich. Ich kann mich nicht erinnern, wie viele Pässe wir gespielt haben, als der Angriff von hinten begann bis zur Torchance, bei der Tonni den Ball in ein völlig leeres Tor schieben konnte. Das war fantastisch."
Rapid mit Spaß und Ambitionen
Während Rapid defensiv bis auf eine Szene gut stand, hatte die Offensive der Wiener keine Mühe mit den Lavanttalern. Yusuf Demir hatte bei fast jedem Angriff seine Füße im Spiel und setzte seine Stürmer immer wieder in Szene. "Es macht derzeit einfach richtig Spaß, in dieser Mannschaft zu spielen", meinte Goalgetter Kara, der so wie Dahl nun bei je sieben Toren hält. Für Hoff Thorup ist dies das Ergebnis des intensiven Trainings. "Ich gebe ihnen den Rahmen, ich gebe ihnen die Lösungen, und sie müssen da ihre Kreativität unter Beweis stellen", sagte der 37-Jährige über seine Spieler. Er warnte aber auch. "Wir müssen realistisch bleiben. Man kann nicht erwarten, dass wir jedes Mal sechs Tore schießen."
Hoff Thorup sieht noch viel Verbesserungspotenzial, vor allem bei der Ballkontrolle, im Pressing und auch im Spielaufbau, wie er betonte. Diese Themen will er in der Länderspielpause angehen. "Wir werden viel trainieren, viel analysieren und uns intensiv vorbereiten. Außerdem haben wir ein Freundschaftsspiel, in dem einige der Spieler, die bisher noch nicht so viele Spielminuten hatten, Spielzeit bekommen können." Der Skandinavier sagte, er habe große Ambitionen, "wohin ich diese Mannschaft führen möchte. Im Moment sehe ich viele positive Entwicklungen. Ich sehe viele Spieler, die Verantwortung übernehmen. Genau das ist unser Ziel. Können wir manchmal verlieren? Ja, das können wir. Aber ich möchte eine Mannschaft sehen, wie sie sich derzeit präsentiert."
Viele Baustellen bei Schlusslicht WAC
Ganz andere Themen hat da WAC-Trainer Manfred Schmid, der nicht neidlos nach Hütteldorf blickt. "Wir wären alle gern so weit wie Rapid, die gemeinsam kompakt, stabil arbeiten", sagte der 55-Jährige. "Wir sind nicht an unsere Leistungsgrenzen gekommen. Wir haben ganz einfache Gegentore erhalten, und so kannst du natürlich hier bei Rapid nicht bestehen", lautete sein Fazit. In den kommenden zwei Wochen bis zum nächsten Match würde nun sehr viel Arbeit warten. "Man muss so ein Spiel jetzt verdauen. Aber es muss jedem klar sein, dass wir ab morgen neu starten müssen. Wir werden das Spiel analysieren bis in jedes Detail, und dann werden wir an diesen Dingen arbeiten."
Mit "diesen Dingen" meinte der erst vor zweieinhalb Wochen angeheuerte Schmid das Zweikampfverhalten, die taktische Disziplin und die Defensivarbeit. Und er kündigte an, seinen Spielern - auch angesichts der Tabellensituation - mental unter die Arme greifen zu wollen. "Wir werden viele Gespräche führen. Wir werden schauen, dass die Gruppe zusammenbleibt und dass wir da als Team zusammen durchgehen. Das Wichtigste ist, dass da jetzt keiner die Nerven wegschmeißt." Rechtsverteidiger Fabian Wohlmuth gestand jedenfalls nach der Partie: "Es tut sehr weh, wenn du Woche für Woche auf die Tabelle schaust und du kommst nicht richtig vom Fleck."
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