oe24 deckt auf

Neue Spur zur Parbasdorfer Mülldeponie

Wer weiß schon, was alles unter der Wasseroberfläche versenkt worden ist.
© zVg
Große Aufregung in Parbasdorf (Bezirk Gänserndorf). Bürgermeister Markus Spazierer erklärte gegenüber oe24, der gemeindeeigene Fischteich stand nie im Altlasten-Verdacht.
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Doch ein Gutachten des Umweltbundesamts verortet die Altablagerung „Deponie Laub” nicht nur auf den Nachbargrundstücken 364/1 und 364/3, sondern auch auf dem Gemeindegrundstück 364/2, wo sich der Fischteich befindet. Brisant: Am Ufer werden gefangene Fische mitunter gleich gegrillt.

1,26 Millionen Kubikmeter Müll liegen unter Parbasdorf. Im nordwestlichen Bereich messen Experten Methan-Konzentrationen von bis zu 13,3 Volumenprozent, ein Wert im explosionsfähigen Bereich. Trotzdem angeln und grillen Besucher seit über 25 Jahren am Teich. Und wie stark der Boden aktuell belastet ist, weiß niemand, das räumt der Bürgermeister schriftlich gegenüber oe24 ein.

Es entspinnt sich ein Umweltschutzkrimi

Ein idyllischer Fischteich und Äcker vor den Toren Wiens mutieren zum handfesten Umweltschutzkrimi, wie oe24 erstmals am 30.9. aufzeigen konnte. Der Krimi setzt sich nun haarsträubend fort.

Vielleicht sollten Opa und Enkel hier besser nicht angeln.
Vielleicht sollten Opa und Enkel hier besser nicht angeln. © Unsplash

Gegenüber oe24 verweist das Umweltbundesamt auf sein Gutachten aus dem Jahr 2012. Darin steht schwarz auf weiß, bei jeder künftigen Nutzung muss man beachten, "dass im Untergrund mit Methan zu rechnen ist". Und weiters: "In die Entscheidung, wie eine vom Umweltbundesamt beurteilte Fläche später genutzt wird, ist das Umweltbundesamt jedoch nie eingebunden. Dies obliegt den zuständigen Behörden." Das Umweltbundesamt spielt also quasi auf "Nummer sicher".

Bausperre ohne Vorwarnung

Ohne ein Wort an die Eigentümer der Nachbargrundstücke verhängt die Gemeinde eine Bausperre. Das Land Niederösterreich kippt die Verordnung als gesetzwidrig, und am 14. September muss der Gemeinderat die Sperre wieder aufheben. Eine Blamage mit Ansage. Damit nicht genug: Anrainer berichten von einer Welle an Anzeigen. Und im Erläuterungsbericht zum Raumordnungsprogramm steht schwarz auf weiß, dass die Gemeinde ein strategisches Interesse an genau diesen Nachbargrundstücken hat.

Gefährlicher Fang?
Gefährlicher Fang? © Unsplash

"Öko-Mogelpackung"

Brisant: Im Antrag ans Land steht für die Fläche „Grünland-Ökofläche/Odland”. Kritiker im Ort sind überzeugt, dass sich die Gemeinde damit eine aufwendige Umweltprüfung ersparen will. Im Flächenwidmungsplan steht dagegen „Freihaltefläche-Energieerzeugung”, gedacht für Solaranlagen. Zwei Namen für dieselbe Fläche, und der Amtssachverständige des Landes, Roman Löffler, nennt das am 14. Juli 2026 eine unzulässige Inkonsistenz.

Wie schmackhaft wohl der Fang sein wird?
Wie schmackhaft wohl der Fang sein wird? © Unsplash

Dann die Akteneinsicht: Betroffene verlangen die Raumordnungsakte, doch von den Behörden heißt es, es gibt keine digitalen Daten. Dabei liegen oe24 exklusiv Fotos vom 14. September vor, auf denen die Pläne in einem Sitzungssaal per Beamer an der Wand zu sehen sind. Pläne in Großformat.

Was genau macht der Bürgermeister?

Und der Bürgermeister Markus Spazierer? -  ist laut seinem LinkedIn-Profil bei der Wien Energie "Projektmanager für die Koordination und Entwicklung von Energiespeicherprojekten". Für Kritiker schließt sich damit der Kreis, denn er entscheidet im Ort über Widmungen für Energieflächen.  Von Wien Energie kommt die Auskunft: "Markus Spazierer ist bei Wien Energie im Bereich der Batteriespeicher tätig und hat mit dem von Ihnen genannten Tätigkeitsbereich nichts zu tun. Nebenbeschäftigungen von Mitarbeiter*innen werden bei Anstellung geprüft." oe24 bleibt am Parbasdorfer Umweltkrimi dran.

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