Training startet

Marsmission: Astronauten bereiten sich in Wels vor

Eine Frau und ein Mann betrachten im Freien einen vierbeinigen Roboter, umgeben von Teammitgliedern.
© Team Fotokerschi
In Wels bereiten sich sechs angehende Astronauten auf eine simulierte Marsmission in Portugal vor. Im April 2027 sollen sie gemeinsam mit zwölf Robotern insgesamt 17 Experimente durchführen.
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Wels. Sechs angehende Analog-Astronauten bereiten sich am Wochenende in Wels auf eine außergewöhnliche Forschungsmission vor. Vom 5. bis 18. April 2027 nehmen sie an der Marsmission-Simulation Amadee-27 in Portugal teil. Dort sollen sie unter möglichst realistischen Bedingungen den Alltag auf dem Roten Planeten erproben und gemeinsam mit Robotern wissenschaftliche Experimente durchführen.

Organisiert wird die Mission vom Österreichischen Weltraum Forum (ÖWF), das bereits seit Jahren vergleichbare Simulationen veranstaltet. Zuletzt fanden solche Forschungsmissionen unter anderem in Armenien und Israel statt.

Sechs Astronauten und zwölf Roboter im Einsatz

Für die Mission in Portugal wird in der Monsaraz Analog Research Station ein spezielles Habitat eingerichtet. Das Missionskontrollzentrum befindet sich in Wien und übernimmt die Betreuung der Forschungsarbeiten. Insgesamt sind 17 wissenschaftliche Experimente geplant. Neben den sechs Astronauten kommen zwölf robotische Fahrzeuge zum Einsatz. Ein wesentlicher Forschungsschwerpunkt liegt auf der Zusammenarbeit zwischen Menschen und autonomen Robotern.

Gemeinsam mit der deutschen Luft- und Raumfahrtagentur wird untersucht, wie sich unterschiedliche Roboter selbstständig koordinieren können. Sie sollen beispielsweise Gesteinsproben sammeln, unbekannte Gebiete erkunden und Aufgaben ohne unmittelbare menschliche Steuerung gemeinsam bewältigen. Die Erkenntnisse könnten künftig dabei helfen, gefährliche oder aufwendige Arbeiten auf dem Mars durch Roboter erledigen zu lassen.

Drei Männer sitzen vor Mikrofonen und Monitoren bei einer Mars-Mission-Trainingsbesprechung.
Niederlassungsleiter Klaus Bannwarth (Gebrüder Weiss), Gernot Grömer (ÖWF) und der wissenschaftlicher Geschäftsführer der Fachhochschule Oberösterreich Michael Rabl. © Team Fotokerschi

Algen sollen Sauerstoffversorgung ermöglichen

Ein weiterer Schwerpunkt betrifft die Versorgung von Astronauten unter extremen Bedingungen. Gemeinsam mit der Technischen Universität München wird erforscht, wie Algen zur Produktion von Sauerstoff beitragen könnten. Auch die körperliche und psychische Belastung der Besatzung steht im Mittelpunkt. Die Wissenschaftler untersuchen unter anderem, wie Menschen mit Isolation, eingeschränkten Ressourcen und unerwarteten technischen Schwierigkeiten umgehen.

Die deutsche Analog-Astronautin Renana Bruckstein beschäftigt sich aufgrund ihres medizinischen Hintergrunds besonders mit der Anpassungsfähigkeit des Menschen an extreme Umweltbedingungen.

Erste bemannte Marsmission in 20 bis 30 Jahren?

Die bevorstehende Mission ist bereits die 17. Simulation des Österreichischen Weltraum Forums. Amadee-27 bildet zudem den Auftakt einer geplanten Doppelmission. Eine Fortsetzung könnte im Oktober 2028 in einer Wüstenregion außerhalb Europas stattfinden. ÖWF-Direktor Gernot Grömer sieht in der Analogforschung eine wichtige Grundlage für zukünftige Weltraummissionen. Durch realistische Simulationen sollen mögliche Fehlerquellen frühzeitig erkannt und Risiken für Astronauten reduziert werden.

Mit einem tatsächlichen bemannten Marsflug rechnet Grömer innerhalb der kommenden 20 bis 30 Jahre. Die Vorbereitungen dafür laufen bereits heute, auch beim Training in Wels.

Ein sechsrädriger Mars-Rover-Roboter steht auf sandigem, unebenem Boden im Freien.
Solche Fahrzeuge könnten sich auf dem Mars fortbewegen. © Team Fotokerschi

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