SPÖ-Krise

Jetzt fix: Zeiler fordert SP-Chef Babler heraus

Gerhard Zeiler (Chairman Warner Bros. Discovery Intl.).
© APA/GEORG HOCHMUTH
Gerhard Zeiler kündigt Kandidatur an ++ Er will es machen ++ Vorstandsbeschluss oder Unterschriften sammeln
OE24 auf Google bevorzugen

Jetzt ist die Katze aus dem Sack: Der langjährige Medien-Manager Gerhard Zeiler hat am Freitag bestätigt, dass er SPÖ-Chef werden will. Zeiler ist überzeugt davon, dass er die SPÖ aus ihrer Krise befreien kann: "Ich glaube, dass ich die richtige Person bin, um die Partei aus diesem historischen Tief herauszuführen", so der 71-jährige in der Krone. Am Zug sei jetzt die Partei: "Ich habe noch nie in meinem Leben wo gearbeitet, wo ich nicht gewollt bin. Und jetzt muss die SPÖ sagen: Ist Gerhard Zeiler gewollt oder ist er nicht gewollt?"

Geplante Erklärung am Wochenende

Zeiler hat inzwischen alle Landesparteiobleute getroffen und auch von seinen Ambitionen informiert - das erfuhr oe24 aus der SPÖ. Zudem kündigte der Journalist und SPÖ-Kenner Peter Pelinka an, dass Zeiler sich am Wochenende öffentlich "deklarieren" wird. Ziel sei es, die Partei davon zu überzeugen, dass ein Wechsel als Chance und nicht als parteiinterner Umsturz wahrzunehmen ist. Auch ein neuerliches Treffen mit dem burgenländischen Landeshauptmann Hans Peter Doskozil ist offenbar geplant - Doskozil gilt ja als erklärter Gegner Zeilers.

Es gibt zwei Wege von Zeiler zur Parteispitze: Entweder beschließt der SPÖ-Vorstand einen Sonderparteitag, bei dem der Ex-ORF-Chef antreten kann, notfalls auch gegen Babler. Oder Zeiler muss mehr als 10.000 Unterschriften von SPÖ-Mitgliedern sammeln. Laut einem Vertrauten ist der langjährige Warner-Manager zu beidem bereit - mit dem Hintergedanken, dass die SPÖ-Granden einen monatelangen Machtkampf verhindern wollen.

Druck auf Andreas Babler

Ein Mann im Anzug spricht vor mehreren Mikrofonen bei einer Pressekonferenz.
ABD0081_20260918 - WIEN - ÖSTERREICH: Vizekanzler Andreas Babler (SPÖ) am Freitag, 18. September 2026, anl. einer SPÖ-Präsidiums und Vorstandssitzung im Parlament in Wien. - FOTO: APA/HELMUT FOHRINGER

Angesichts desaströser Umfragewerte und düsterer Aussichten für kommende Urnenhänge – wie der anstehenden Landtagswahl in Oberösterreich, bei der die SPÖ im Worst-Case hinter die Grünen auf Platz vier abrutschen könnte – gilt die Position des Amtsinhabers als stark angeschlagen. Jetzt hat er offiziell einen politisch schwergewichtigen Herausforderer. Bisher war Babler nicht bereit, zu weichen - jetzt droht der SPÖ ein massiver Machtkampf.

Fehler im Artikel gefunden?Jetzt melden