Der Weg für Ilse Aigner an die Spitze der Bundesrepublik Deutschland zeichnete sich bereits über mehrere Monate hinweg ab. Bundeskanzler Friedrich Merz hatte sich früh darauf festgelegt, dass erstmals eine Frau die Nachfolge von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (70) antreten soll. Bereits im Januar besprach Merz die Idee bei einem Treffen in Kaltenbrunn am Tegernsee erstmals mit der bayerischen Landtagspräsidentin. Mitte August folgte ein vertrauliches Gespräch im Ferienhaus des Kanzlers in St. Quirin am Ostufer des Tegernsees. Wegen einer Teilprothese im rechten Knie von Aigner fand der Austausch bei einer Brotzeit auf Holzbänken statt.
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Geheime Gespräche auf der Kanzlerterrasse
Auf seiner internen Liste führte Merz neben Aigner vor allem Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (53, CDU). Weitere Namen wie Karin Prien, Annegret Kramp-Karrenbauer oder EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen spielten eine untergeordnete Rolle. Da die Koalition aus Union und SPD in der 1260 Köpfe umfassenden Bundesversammlung nur über eine Mehrheit von 50 Stimmen verfügt, galt Klöckner bei den Sozialdemokraten als schwer durchsetzbar. Zudem meldete der hessische Ministerpräsident Boris Rhein (54) Ansprüche auf ein Berliner Spitzenamt an.
Unterstützung aus den eigenen Reihen
CSU-Chef Markus Söder befürwortete schließlich den Schritt, seine innerparteiliche Konkurrentin nach Berlin zu schicken. Nachdem Söder Ende Oktober auf dem CSU-Parteitag Aigner feierte, reagierte der SPD-Fraktionschef Matthias Miersch zustimmend mit den Worten: "Worauf warten wir noch!". Bei einem anschließenden Wohltätigkeitsessen im Berliner Hotel Adlon zeigten sich Aigner und Klöckner vertraut und demonstrierten Zusammenhalt.
Freie Bahn für bayerische Kandidatin
Nach Telefongesprächen von Bundeskanzler Merz mit CSU-Chef Markus Söder und dem nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Hendrik Wüst ist die Entscheidung gefallen. Damit steht der Absprache für die Nominierung von Ilse Aigner nichts mehr im Weg.
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