Die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) ist sich nahezu sicher: Uns steht ein massives Wetterphänomen bevor. Schon jetzt erreichen die Meerestemperaturen im Pazifik nie dagewesene Rekordwerte und haben schon die Höchstwerte früherer El‑Niño‑Ereignisse übertroffen. Fachleute erwarten bis Februar 2027 extreme Dürren, Starkregen und drückende Hitze. Das Klimaphänomen könnte das Jahr 2027 weltweit zum heißesten seit Beginn der Aufzeichnungen machen. Ohne rasche Schutzmaßnahmen könnten diese Wetterextreme laut Prognosen weltweit bis zu 451.000 zusätzliche Todesfälle fordern.
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"El Niño wird vor unseren Augen auf Übergröße getrimmt"
Schon im 17. Jahrhundert fiel Fischern in Peru auf, dass sich das Wetter rund um Weihnachten immer wieder drastisch veränderte. Statt voller Netze gab es plötzlich sintflutartigen Regen und Ernteausfälle. Weil das Phänomen meist zur Weihnachtszeit auftrat, tauften sie es "El Niño de Navidad" – das Christkind. Heute hat die Situation weitaus größere Dimensionen. Der scheidende UN-Generalsekretär António Guterres warnte bereits Anfang September: "El Niño wird vor unseren Augen auf Übergröße getrimmt." Er betonte dabei, dass sich der Planet aufheizt und sich in völlig unbekannten Gewässern befindet.
Globale Folgen und Europa
Die Auswirkungen der Rekord-Temperaturen sind rund um den Globus spürbar. In Indien fiel der Monsunregen deutlich schwächer aus, das südliche Afrika kämpft mit massiven Dürrerisiken. In Europa, und damit auch bei uns in Österreich, sind die direkten Wetterextreme zwar voraussichtlich weniger stark ausgeprägt, doch die Folgen treffen uns trotzdem. Wenn Ernten in anderen Teilen der Erde durch die Katastrophe zerstört werden, kann das die Lebensmittelimporte stören und zu Engpässen führen.
Regierungen schlagen Alarm
Regierungen weltweit schlagen bereits Alarm: Kenia bereitet sich intensiv vor und Kalifornien hat vorsorglich den Notstand ausgerufen, um schnell auf drohende Überschwemmungen reagieren zu können.
Vorbereitung und langfristiger Klimaschutz
Auch wenn sich der Naturzyklus nicht aufhalten lässt, können gezielte Maßnahmen Schlimmeres verhindern. Die UN-Landwirtschaftsorganisation FAO rät beispielsweise zu hitzeresistenten Sorten und einem vorausschauenden Wassermanagement. Großbritannien unterstützt gefährdete Staaten dafür mit bis zu 17 Millionen Euro.
Gleichzeitig wirkt der Klimawandel wie ein Brandbeschleuniger. Die durch fossile Energien verursachte Erderwärmung lässt die Temperaturen zusätzlich steigen – so war das Jahr 2025 laut Daten bereits das drittwärmste seit Beginn der Aufzeichnungen, obwohl eine kühlende La-Niña-Phase herrschte.
UN-Weltklimarats Forscher: "Wir können begrenzen"
Studien belegen, dass die El-Niño-Ereignisse um gut 36 Prozent stärker ausfallen als vor der Industrialisierung. Forscher bringen diesen Trend daher mit menschengemachter Erwärmung in Verbindung.
"Entscheidend ist ein umsichtiges Wassermanagement und die Vorbereitung auf Veränderungen beim Zeitpunkt und Ort von Niederschlägen", erklärt Forscher Davide Faranda vom UN-Weltklimarat. Er stellt klar, dass sich das Phänomen zwar nicht verhindern lässt, aber: "Wir können El Niño durch Klimaschutz nicht abschaffen, aber wir können begrenzen, wie stark der Klimawandel seine Folgen verschlimmert."
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