Vor Rauswurf

Fans wollen Ex-Salzburg-Coach feuern – ihm platzt der Kragen

Ein Fußballtrainer gestikuliert lautstark am Spielfeldrand vor vollen Zuschauerrängen.
© Getty Images
Fast jeder zweite befragte Newcastle-Fan will Matthias Jaissle loswerden. Nach dem nächsten Rückschlag geht der Ex-Salzburg-Coach auf den Schiri los
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Erst pfeifen ihn die eigenen Fans aus, jetzt legt sich Matthias Jaissle (38) auch noch mit dem Schiedsrichter an. Der frühere Salzburg-Trainer steckt mit Newcastle United in der Krise. Nach dem 1:1 bei Fulham schimpfte der Deutsche über ein aberkanntes Tor, kassierte selbst Gelb und muss bei der nächsten Verwarnung sogar auf die Tribüne.

Besonders brisant: In England wird längst über Jaissles Zukunft diskutiert. Eine Fan-Umfrage zeigt, wie tief der Frust bei Newcastle inzwischen sitzt.

Fast jeder zweite Fan will Jaissle feuern

Die Zahlen sind deutlich. Bei einer Umfrage der englischen "Shields Gazette" sprachen sich 46,8 Prozent der 577 Teilnehmer für eine Entlassung Jaissles aus. Nur 50,09 Prozent wollen am ehemaligen Salzburg-Coach festhalten.

Die nicht repräsentative Befragung auf Facebook, YouTube und WhatsApp folgte auf das 0:1 gegen Everton. Nach der Heimniederlage hatten die Newcastle-Fans ihre Mannschaft mit einem Pfeifkonzert verabschiedet.

Auch bei den englischen Buchmachern taucht Jaissle inzwischen unter den Kandidaten für die nächste Trainerentlassung auf. Seine Quote lag zuletzt bei 6:1.

Beim Auswärtsspiel gegen Fulham sollte endlich wieder ein Sieg her. Stattdessen gab es den nächsten Ärger.

Jaissle schimpft: »Schiri hat uns das Tor weggenommen«

Auslöser war eine Szene in der ersten Halbzeit. Dan Burn hatte den Ball für Newcastle ins Tor befördert. Doch Schiedsrichter Robert Jones erkannte den Treffer nicht an. Er hatte zuvor ein Foul von Yoane Wissa an Fulham-Verteidiger Timothy Castagne gesehen.

Ein Fußballtrainer gestikuliert diskutierend am Spielfeldrand während eines Spiels.
Matthias Jaissle diskutiert beim 1:1 gegen Fulham mit dem Schiedsrichtergespann. Der frühere Salzburg-Trainer kritisierte nach dem Spiel eine aus seiner Sicht falsche Entscheidung. © Getty Images

Jaissle war außer sich.

"Eine kleinliche Entscheidung", kritisierte der Deutsche nach dem Spiel.

Dann legte er nach: "Wir hatten die Chancen, sogar eine Situation, in der wir getroffen haben. Aber leider hat uns der Schiedsrichter das Tor weggenommen. Aus meiner Sicht war das nicht richtig."

Für Jaissle war es eine Fehlentscheidung, die seiner Mannschaft einen möglichen Führungstreffer kostete.

Nächste Gelbe bedeutet Tribünen-Sperre

Auch an der Seitenlinie bekam Jaissle Ärger mit den Unparteiischen. In der Nachspielzeit zeigte ihm Schiedsrichter Jones die Gelbe Karte.

Der Newcastle-Trainer verstand die Verwarnung nicht.

"Ich habe meinem Spieler nur zugerufen, dass er aufstehen soll", verteidigte er sich anschließend.

Für Jaissle war es bereits die zweite Gelbe Karte in dieser Premier-League-Saison. Bei der nächsten Verwarnung droht ihm eine Sperre für ein Spiel an der Seitenlinie.

Newcastle verspielt Sieg in drei Minuten

Dabei hatte Jaissle den erhofften Befreiungsschlag schon vor Augen.

In der 80. Minute brachte Jacob Murphy Newcastle mit einem Distanzschuss in Führung. Doch nur drei Minuten später war der Vorsprung wieder dahin. Rodrigo Muniz traf zum 1:1 für Fulham (83.).

Statt drei Punkten gab es für Newcastle nur einen. Und für Jaissle neue Diskussionen über seine Zukunft.

Immerhin steht die Klubführung laut "Guardian" weiterhin hinter ihm. Geschäftsführer David Hopkinson und Sportdirektor Ross Wilson sollen trotz der schwachen Ergebnisse an ihrem Trainer festhalten.

ÖFB-Legionär Affengruber ärgert Jaissle

Auf der anderen Seite durfte sich ein Österreicher über den Punktgewinn freuen. David Affengruber spielte bei Fulham über die gesamte Partie im Abwehrzentrum.

Zwei Fußballspieler kämpfen im Zweikampf um den Ball während eines Spiels, Zuschauer im Hintergrund.
ÖFB-Legionär David Affengruber im Zweikampf mit Newcastles Yoane Wissa. Der ehemalige Sturm-Graz-Verteidiger spielte beim 1:1 gegen Newcastle über die volle Distanz. © CameraSport via Getty Images

Der frühere Sturm-Graz-Verteidiger hielt mit seiner Mannschaft lange die Null, ehe Murphy in der 80. Minute traf. Drei Minuten später gelang Fulham der Ausgleich.

Für Affengruber und seine Kollegen war es das vierte Premier-League-Spiel in Folge ohne Niederlage.

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