Betrug

Ex-Meinl-Banker vor Urteil in NYC

Ein Mann im Anzug sitzt ernst in einem Sessel, im Vordergrund unscharfer roter Lichtreflex.
© APA/HERBERT NEUBAUER
Peter Weinzierl hat frühere Kollegen belastet ++ Seine Strafe dürfte milder ausfallen. Diese Woche soll das Urteil kommen.
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Diese Woche soll das Gericht in New York das Strafmaß verkünden. Der Ex-Chef der Meinl Bank Peter Weinzierl hat in den USA ein Teilgeständnis abgelegt.

Hausarrest und Fußfessel muss Weinzierl nicht mehr erdulden. Um einer bis zu 60-jährigen Haftstrafe zu entgehen brachten seine Rechtsanwälte einen Deal auf Schiene.

Weinzierl packte aus: Für geringere Strafe

Weinzierls amerikanische Rechtsanwälte und die US-Staatsanwaltschaft haben sich auf einen sogenannten Plea Deal geeinigt. Dieser setzt allerdings ein Teilgeständnis voraus. Damit können die Betroffenen strafrechtliche Erleichterung erhalten. So packte Weinzierl Mitte Juni 2026 am Gericht für den Eastern District of New York erstmals aus – zumindest teilweise. Darüber hatte der "Standard" berichtet. Monate im Brooklyn-Gefängnis eingesessen Knast.

Die US-Justiz wirft dem Ex-Banker Geldwäscherei im Rahmen der Bestechungscausa Odebrecht vor, es geht um 170 Millionen US-Dollar. Der Skandal um den brasilianischen Baukonzern flog 2014 auf. Die Geldflüsse sollen über die Meinl Bank Antigua gelaufen sein, berichtet die Presse. Die Antigua war eine Tochter der Wiener Meinl Bank. Odebrecht gestand Schmiergelder in Millionenhöhe für Aufträge gezahlt zu haben und wurde 2017 zu einer Zahlung von 2,6 Milliarden Dollar verurteilt.

Ausgeliefert, dann das Geständnis

Weinzierl wurde im April 2025 von Großbritannien an die USA ausgeliefert. Gegen eine Kaution in Höhe von zwei Millionen Dollar kam er schließlich aus dem Brooklyn-Gefängnis in den Hausarrest. Bisher hatte Weinzierl die Vorwürfe immer bestritten. Für ihn gilt die Unschuldsvermutung. Weinzierl entschied sich laut Berichten nun zur Kooperation mit der Staatsanwaltschaft .

Im Mai hob die Richterin in New York dann auch den Hausarrest auf. So gab der 60-Jährige nun zu, bereits im Oktober 2015 von der bedenklichen Mittelherkunft der Odebrecht-Transaktionen gewusst zu haben. Einnahmen und Ausgaben seien unrichtig verbucht worden. Im Herbst 2015 sei der Wiener Banker von Wien nach Orlando in Florida geflogen, um mit Mitarbeitern der Meinl Bank Antigua weitere Odebrecht-Transaktionen zu besprechen.

"Zu dieser Zeit war mir bewusst, dass diese Gelder Erlöse aus dem kriminellen System von Odebrecht waren", geht aus dem Gerichtsprotokoll hervor. "Ich weiß, dass das falsch und illegal war und ich bereue meine Handlungen zutiefst", gab Weinzierl zu Protokoll.

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