Traum-Auswanderung

Ehepaar kauft für 30.000 Euro ein ganzes Dorf

Dorfansicht mit grünen Feldern in der Normandie, Frankreich, unter klarem Himmel.
© Getty Images (Symbolbild)
Ein britisches Paar hat sich einen ungewöhnlichen Lebenstraum erfüllt und für umgerechnet rund 30.000 Euro ein komplettes Dorf in Frankreich erworben. Statt in einem beengten Wohnwagen in England zu verharren, renovieren die beiden Auswanderer seither ein historisches Ensemble mit sieben Ferienhäusern, Scheunen und traditionellen Steinbauten.
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Die bemerkenswerte Geschichte von Yip Ward und Paul Mappley begann im Jahr 2020. Damals lebten die beiden in Tunbridge Wells in der englischen Grafschaft Kent in einem Wohnwagen, während ein eigenes Haus unbezahlbar schien. Wie die italienische Zeitung "Il Messaggero" berichtet, ergab sich die Wende durch einen Zufall: Ein Freund wusste von einem verlassenen Grundstück auf dem französischen Land, das zum Verkauf stand.

Nach einem kurzen Besuch vor Ort fällten die beiden den Entschluss zum Kauf. Um die anfänglich benötigten 14.000 Euro aufzubringen, trennten sie sich von persönlichem Besitz und verkauften unter anderem einen alten Traktor. Nach dem Zukauf der angrenzenden Gebäude stieg der Gesamtpreis schließlich auf 26.000 Pfund, was etwa 30.000 Euro entspricht.

Sieben Ferienhäuser und historische Backöfen

Dass es ausgerechnet dieser Ort wurde, war pure Fügung. Das Paar betonte, niemals gezielt nach einem ganzen Weiler gesucht zu haben. Heute umfasst das weitläufige Areal beachtliche historische Schätze:

  • Sieben Ferienhäuser in traditioneller Bauweise
  • Historische Scheunen und eine geräumige Werkstatt
  • Eine alte Apfelweinpresse sowie traditionelle Brotbacköfen
  • Ein umgebauter alter Pferdetransporter aus Großbritannien, der nun Gästen zur Verfügung steht

Die Region selbst blickt auf eine tiefe Geschichte zurück: Die historischen Wurzeln der Normandie reichen bis in das Jahr 911 zurück, als der Wikingeranführer Rollo durch den Vertrag von Saint-Clair-sur-Epte das Land rund um Rouen als Lehen erhielt.

Massive Ersparnis durch jahrelange Eigenleistung

Die Sanierung ist auf sechs Jahre angelegt und schreitet Gebäude für Gebäude voran. Durch ihren unermüdlichen persönlichen Einsatz sparten sich die beiden über 100.000 Pfund, umgerechnet mehr als 120.000 Euro, an reinen Handwerkerkosten. Tatkräftige Unterstützung erhalten sie regelmäßig von Ian, einem befreundeten Maurer.

Das erste Ferienhaus ist mittlerweile bezugsfertig restauriert. Zur Deckung der laufenden Kosten startete das Paar zudem eine Crowdfunding-Kampagne auf Social-Media-Kanälen. Die TV-Miniserie "Help! We Bought a Village" auf dem britischen Sender Channel 4 und der eigene YouTube-Kanal machten das Vorhaben einem breiten Publikum bekannt. Das nächste Etappenziel steht bereits fest: Bis zum Sommer 2027 soll das zweite Ferienhaus vollständig bezugsfertig sein.

Klare Philosophie: Sanfter Tourismus ohne Plastik und Bildschirme

Bei der Umsetzung verzichten die beiden konsequent auf moderne Störfaktoren. Ihr Konzept basiert auf Ruhe und Authentizität statt schnellem Massentourismus. Weder Fernseher noch moderne PVC-Fenster finden im Dorf Platz, um den ursprünglichen Charme unberührt zu lassen.

Die noch unrestaurierten Gemäuer sollen künftig als Werkstätten dienen. Geplant sind außerdem gemeinschaftliche Kultur- und Dorfveranstaltungen wie Flohmärkte und Freiluft-Kinoabende mit frischer Pizza. Für die Auswanderer steht die Bewahrung der dörflichen Seele und eine Reise in vergangene Zeiten im Mittelpunkt ihres Projekts.

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