Nach fast 30 Jahren

Aus für Klebevignette: Ab 1. Dezember gilt neue Regel für Autofahrer

Eine Klebevignette ist an der Windschutzscheibe eines Autos angebracht.
© APA/ROLAND SCHLAGER
Auf Österreichs Autobahnen und Schnellstraßen bricht mit dem 1. Dezember eine neue Ära an. Die traditionelle Klebevignette wird endgültig eingestellt, künftig vertreibt die Asfinag ausschließlich die digitale Version.
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Für Millionen Lenkerinnen und Lenker sowie Biker in Österreich endet eine jahrzehntelange Gewohnheit: Nach fast 30 Jahren hat das klassische Autobahnpickerl auf der Windschutzscheibe ausgedient. Ab dem Stichtag 1. Dezember verkauft der staatliche Autobahnbetreiber Asfinag ausnahmslos digitale Vignetten.

Die weitreichende Umstellung beschränkt sich nicht nur auf die Jahresvignette, sondern betrifft lückenlos die gesamte Produktpalette:

  • Jahresvignette
  • 2-Monats-Vignette
  • 10-Tages-Vignette
  • 1-Tages-Vignette

Wer auf hochrangigen Straßen unterwegs ist, erhält alle diese Varianten fortan ausschließlich in digitaler Ausführung. Die digitale Jahresvignette für 2027 ist bereits ab Anfang November erhältlich, ihre offizielle Gültigkeit startet frühestens mit 1. Dezember 2026 und läuft bis einschließlich 31. Jänner 2028.

Preiserhöhung ab Jänner: Wer früher kauft, spart Geld

Rund um den Jahreswechsel müssen Verkehrsteilnehmer eine wichtige preisliche Staffelung beachten. Wer die digitale Jahresvignette 2027 noch bis einschließlich 31. Dezember 2026 erwirbt, bezahlt den bisherigen Tarif von 106,80 Euro.

Mit dem 1. Jänner 2027 tritt hingegen eine Preisanpassung in Kraft: Die Kosten steigen um zwei Prozent auf 108,90 Euro, was einer Verteuerung von 2,10 Euro entspricht. Einen klaren finanziellen Vorteil haben bestehende Kundinnen und Kunden mit einem aufrechten digitalen Vignetten-Abo, da auch sie automatisch vom bisherigen Tarif profitieren.

Trotz des Verkaufsstopps ab Dezember verliert das alte Pickerl nicht sofort seinen Wert: Wer eine Klebevignette für das Jahr 2026 auf der Scheibe hat, kann diese wie gewohnt bis zum 31. Jänner 2027 nutzen. Erst ab dem 1. Februar 2027 sind auf Österreichs Autobahnen und Schnellstraßen ausschließlich digitale Vignetten zulässig. Der Trend dorthin zeichnet sich längst ab: Laut Asfinag werden bereits heute mehr als drei Viertel aller Jahresvignetten elektronisch gelöst.

Wichtige Fristen beim Online-Kauf beachten

Der Erwerb der digitalen Vignette erfolgt fahrzeugbezogen über das Kennzeichen. Neben dem offiziellen Asfinag-Mautshop und der hauseigenen Asfinag-App kann die Maut weiterhin an bekannten Vor-Ort-Verkaufsstellen wie Tankstellen und Autofahrerclubs registriert werden.

Beim Online-Kauf greift jedoch eine wesentliche Besonderheit: Wegen des gesetzlichen Konsumentenschutz-Rücktrittsrechts sind digitale Jahres- und 2-Monats-Vignetten im Internet frühestens ab dem 18. Tag nach dem Kaufdatum gültig. Bei den kurzfristigen 1-Tages- sowie 10-Tages-Vignetten entfällt diese Konsumentenschutzfrist, sie gelten auf Wunsch sofort.

Mit dem endgültigen Ende des Aufklebers fallen mühsame Handgriffe weg:

  • Kein Aufkleben und kein lästiges Abkratzen von Vignettensplittern auf der Scheibe mehr.
  • Bei einem Scheibenbruch oder Windschutzscheibentausch entfällt die Beschaffung einer Ersatzvignette.
  • Für Besitzer von Wechselkennzeichen genügt künftig eine einzige digitale Registrierung, da die Maut direkt an die Kennzeichentafel gebunden ist.

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