Giftgefahr

Asbestalarm an 22 Schulen

Gefährlicher Asbest auf unseren Böden.
© Greenpeace
Ein Schock-Fund erschüttert Ostösterreich: Greenpeace deckt Asbestbelastungen direkt vor 22 Schulen und Kindergärten auf. Anrainer meldeten der Umweltschutzorganisation gefährliche Funde in Schotterflächen, Straßenbanketten, Begrenzungssteinen, Dekosteinen, Asphalt und Steinmauern.
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19 Standorte liegen im Burgenland, zwei in der Steiermark, einer in Niederösterreich. Greenpeace schlägt Alarm bei den Bildungsbehörden und verlangt sofortiges Handeln von Ministerium und Landesschulbehörden.

"Spitze des Eisbergs"

Greenpeace-Sprecher Stefan Stadler findet drastische Worte: „Die 22 gemeldeten asbestbelasteten Flächen bei Schulen und Kindergärten bilden die Spitze des Eisberges." Freiliegende Asbestfasern bedeuten vor allem für Kinder ein enormes Gesundheitsrisiko. Seine Forderung ist unmissverständlich: sofortige Überprüfung, sofortige Absicherung – und auch die Innenräume müssen dringend getestet und regelmäßig gereinigt werden.

"Erkrankungen von-bis": Kehlkopfkrebs, Lungenkrebs, Rippenfellkrebs oder Asbestose.
"Erkrankungen von-bis": Kehlkopfkrebs, Lungenkrebs, Rippenfellkrebs oder Asbestose. © Greenpeace

531 Flächen in zwei Ländern erfasst

Seit Juli 2026 läuft ein Online-Meldeformular, jeder Hinweis wird geprüft. Die Bilanz ist erschreckend: 531 Flächen in Österreich und Ungarn stehen bereits auf der Karte. Das Burgenland führt die traurige Liste mit 94 Meldungen an, gefolgt von Wien mit 54, Niederösterreich mit 27 und der Steiermark mit 14.

Tödliche Fasern lauern überall

Werden die Fasern eingeatmet, drohen Jahrzehnte später Kehlkopfkrebs, Lungenkrebs, Rippenfellkrebs oder Asbestose. Schon geringste Erschütterungen genügen, um Fasern freizusetzen – ein vorbeifahrendes Auto reicht, ebenso spielende Kinder auf den Steinen. Über Schuhsohlen oder die Luft gelangen die Partikel sogar bis in die Klassenzimmer. Bereits jetzt melden Anrainer massive Belastungen in ihren eigenen vier Wänden.

Ruf nach Millionen-Fonds wird lauter

Über die Zukunft der seit Anfang des Jahres behördlich gesperrten Steinbrüche in Bernstein, Badersdorf, Rumpersdorf und Pilgersdorf könnte, so befinden Experten, schon bald entschieden werden.

„Das Ausmaß des Asbest-Skandals wird mit jedem Tag größer", warnt Stadler weiter. Betroffene Schulen, Gemeinden, Private und Firmen blieben mit den teuren Sanierungskosten allein zurück. Seine klare Ansage an die Regierung: ÖVP-Kanzler Stocker müsse endlich, nach ungarischem Vorbild, einen Asbestsanierungs-Fonds einrichten. Schulen und Kindergärten müssten dabei oberste Priorität haben.

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