Werks-Schließung
Ardo-Werk vor dem Aus: Schock für Groß-Enzersdorf
Die angekündigte beabsichtigte Schließung des Produktions- und Verpackungswerks der Ardo Austria Frost GmbH in Groß-Enzersdorf im Jahr 2027 ist eine ernste Nachricht für die Stadt Groß-Enzersdorf und die gesamte Region.
Besonders betroffen macht die Situation der Mitarbeiter sowie der vielen betroffenen Landwirte und Zulieferbetriebe.
Bürgermeisterin: „Ein schwerer Einschnitt"
"Hinter der geplanten Schließung stehen Menschen, Familien und persönliche Lebensgeschichten. Die Mitarbeiter haben maßgeblich zum Erfolg des Standorts beigetragen, und der drohende Einkommensverlust ist für alle Betroffenen ein schwerer Einschnitt", sagt Bürgermeisterin Monika Obereigner-Sivec (SPÖ).
Auch für die heimischen Landwirte und lokalen Lieferunternehmen ist die angekündigte Schließung ein schwerer Schlag. Die langjährigen Geschäftsbeziehungen mit dem Werk sind für viele Betriebe ein wichtiger wirtschaftlicher Faktor. Wir hoffen, dass die kommenden Gespräche konstruktiv verlaufen", so die Bürgermeisterin.
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Wichtiger Wirtschaftsfaktor für Groß-Enzersdorf
Für Groß-Enzersdorf ist die Ardo Austria Frost GmbH seit vielen Jahren ein wichtiger Bestandteil des Wirtschaftsstandorts. Die angekündigte Schließung trifft die Stadtgemeinde daher sehr.
MAV warnt vor den Folgen des Billigpreis-Wettlaufs für Österreichs Lebensmittelproduktion
Die Ankündigung des Tiefkühlgemüse-Produzenten Ardo Austria Frost GmbH, sein Werk in Groß-Enzersdorf nach der heurigen Ernte schrittweise zu schließen, schlägt beim Österreichischen Verband der Markenartikelindustrie (MAV) hohe Wellen: "Dieser Schritt ist mehr als die Schließung eines einzelnen Werks – er ist ein Fanal für das, was passiert, wenn der Preis zum einzigen Maßstab wird", warnt MAV-Geschäftsführer Günter Thumser und erinnert daran, dass man seit Monaten vor dem "Billig, billig!"-Trend gewarnt habe – jetzt zeige sich eine der ersten großen Konsequenzen.
Der Verband sieht in der Schließung das Ergebnis einer kollektiven Fixierung auf den niedrigsten Einkaufspreis: Höchste heimische Standards bei Soziales, Düngung, Pflanzenschutz oder Tierwohl seien mit deutlich höheren Kosten verbunden – wer ausschließlich auf den billigsten Preis setze, spare kurzfristig, treibe aber die Abwanderung traditioneller Betriebe ins günstigere Ausland voran. Verschärft werde die Lage durch die enorme Marktmacht des Handels: Vier Konzerne deckten über 90 Prozent des täglichen Haushaltsbedarfs ab, dem stehe eine Vielzahl heimischer Lieferanten gegenüber.
Der Wunsch nach dem günstigsten Einkaufspreis dürfe nicht zum alleinigen Maßstab werden – Hersteller müssten im Rahmen des Wettbewerbsrechts frei entscheiden können, wie und mit wem sie ihre Waren vertreiben. Der MAV weist daher ein generelles Verbot territorialer Lieferbeschränkungen deutlich zurück und appelliert an die Bundesregierung, den entsprechenden EU-Vorstoß Österreichs noch vor dem EU-Rat am 15. und 16. Oktober zu überdenken.
LK NÖ/NGV/ETG/TGM: Ardo-Schließung gefährdet Zukunft der heimischen Tiefkühlgemüseproduktion
Die angekündigte Schließung des Ardo-Werks in Groß-Enzersdorf trifft den Gemüsebau im Marchfeld mit voller Wucht: Rund 500 Mitgliedsbetriebe der Erzeugerorganisation Tiefkühlgemüse (ETG) bewirtschaften auf rund 3.300 Hektar eine über Jahrzehnte gewachsene Wertschöpfungskette – allein 2025 wurden rund 40.000 Tonnen Rohware im Wert von 18,5 Millionen Euro an Ardo geliefert. "Ardo ist jetzt gefordert, die Karten auf den Tisch zu legen. Hinter diesem Standort stehen rund 500 bäuerliche Betriebe und eine bäuerliche Genossenschaft, die über Jahrzehnte eine verlässliche Partnerschaft aufgebaut haben", betont Lorenz Mayr, Vizepräsident der Landwirtschaftskammer NÖ, und verweist auf massive Investitionen der Betriebe in spezialisierte Erntemaschinen und Technik. Seit 2008 wurde am Standort gemeinsam Pionierarbeit geleistet – etwa beim Anbau von Edamame, das mittlerweile auf 900 Hektar im Marchfeld kultiviert wird. NGV-Obmann Karl Auer warnt: "Wenn die Verarbeitung wegfällt, verlieren wir nicht nur einen Abnehmer. Wir gefährden eine gesamte Produktionskette, die sich nicht von heute auf morgen wieder aufbauen lässt." Besonders hart träfe das Aus die Blattgemüse-Tiefkühlproduktion, die ohne den Verarbeitungsstandort komplett wegbrechen würde. Für das Marchfeld ist es nach dem Ende der Zuckerfabrik Leopoldsdorf bereits der nächste schwere strukturelle Einschnitt – Landwirtschaftskammer, Gemüsebauverband, ETG und TGM fordern daher rasch Klarheit über die Zukunft des Standorts und alle Möglichkeiten, Verarbeitungskapazitäten und Know-how in Österreich zu erhalten.
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