Die Verhandlungen über den Sozialplan gehen heute, Mittwoch, in die nächste Runde, zwei Tage früher als geplant. Die Gewerkschaft fordert nach dem ersten Angebot Nachbesserungen. Betroffen sind 190 Beschäftigte und 50 Leiharbeitskräfte.
Die heurige Ernte wird noch vollständig verarbeitet und teils, so möglich, bis in den Herbst nächsten Jahres eingelagert. Die Tiefkühlgemüse-Produktion endet im Dezember 2026, die Nudel-Linie im Frühling, im August 2027 sperrt das Werk endgültig zu.
Ernsthafte Interessenten
Landesrätin Susanne Rosenkranz (FPÖ) bestätigt: Es gibt mehrere ernsthafte Interessenten für das Geschäftsfeld. Namen nennt niemand, es gelten Verschwiegenheitsklauseln. Rosenkranz: "Wie sich die Situation tatsächlich entwickeln wird, lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht abschätzen. Wir stehen deshalb in engem Austausch mit dem AMS, um auf mögliche Entwicklungen frühzeitig vorbereitet zu sein und die betroffenen Arbeitnehmer bestmöglich unterstützen zu können."
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Spinat wird knapp
Die Schließung wirkt schon auf den Feldern: Im Marchfeld wurde kein Winterspinat mehr angebaut, die Landwirtschaftskammer bestätigt das. Ardo betreibt die einzige Tiefkühl-Spinatlinie Österreichs. Heimischer Tiefkühlspinat liegt voraussichtlich nur noch bis Oktober 2027 im Regal.
Kein ausländisches Ardo-Tiefkühlgemüse bei Spar-Eigenmarken
Laut Schätzungen werden derzeit noch rund 80 Prozent des österreichischen Tiefkühlgemüses im Ardo-Werk in Groß-Enzersdorf hergestellt. Die heimischen Supermarktketten versuchen nun, alternative Bezugsquellen auszubauen. Spar will kein ausländisches Tiefkühlgemüse von Ardo für seine Eigenmarken beziehen und baut die Zusammenarbeit mit einem langjährigen niederösterreichischen Tiefkühl-Geschäftspartner in Groß-Enzersdorf massiv aus. "Wir konnten mit Schneider's Gemüseland bereits fix vereinbaren, dass sie in Zukunft beinahe alle Spar-Tiefkühl-Gemüseprodukte produzieren werden", sagte Spar-Sprecherin Nicole Berkmann zur APA. Tiefkühlgemüse unter den verschiedenen Spar-Marken werde weiterhin aus Österreich aus dem Marchfeld stammen. Die Billa-Mutter Rewe will "weiterhin konsequent" auf Tiefkühl-Gemüse aus Österreich setzen. Man prüfe "laufend neue Möglichkeiten der Zusammenarbeit mit alternativen Lieferanten aus Österreich, um auch langfristig eine verlässliche und hochwertige Versorgung sicherzustellen", hieß es von Rewe auf Anfrage.
Der Diskonter Lidl sucht nach dem angekündigten Aus für das Ardo-Werk auch Tiefkühlgemüse-Alternativen. "Unser Wunsch ist es jedenfalls, weiterhin Qualität aus Österreich auch in diesem Produktsegment anbieten zu können", erklärte Lidl Österreich gegenüber der APA. Man hoffe auf "eine Lösung, auch im Sinne der betroffenen verlässlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Landwirte und Erzeuger".
Der Lebensmitteldiskonter Hofer bezog sein Tiefkühlgemüse für die Biomarke "Zurück zum Ursprung" und Eigenmarken bisher von Ardo. "Sollte österreichisches Tiefkühlgemüse nicht in ausreichendem Umfang verfügbar sein, halten wir uns daher verschiedene Beschaffungsoptionen offen", so Hofer. Der Diskonter bitte die Kundschaft um Verständnis, "dass man zum jetzigen Zeitpunkt noch keine weiteren Informationen geben kann". Lidl sucht nach dem angekündigten Aus für das Ardo-Werk ebenfalls Tiefkühlgemüse-Alternativen. "Unser Wunsch ist es jedenfalls, weiterhin Qualität aus Österreich auch in diesem Produktsegment anbieten zu können", erklärte Lidl Österreich gegenüber der APA. Man hoffe auf "eine Lösung, auch im Sinne der betroffenen verlässlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Landwirte und Erzeuger".
Iglo führt erste Gespräche mit potenziellen Partnern
Das Aus des Ardo-Werks trifft Iglo besonders hart. Die Tiefkühlmarke bezieht seit mehr als 60 Jahren Gemüse aus dem Marchfeld. "Auch in Zukunft bekennen wir uns klar zum Marchfeld und setzen uns dafür ein, die Verarbeitung des regionalen Gemüses so weit wie möglich vor Ort zu sichern", hieß es von Iglo zur APA. Man prüfe verschiedene Möglichkeiten und habe "bereits erste Gespräche mit potenziellen Partnern geführt".
Iglo wies darauf hin, dass die Verfügbarkeit der eigenen Produkte weiterhin gewährleistet sei. Das Gemüse aus dem Marchfeld werde saisonal geerntet, tiefgefroren und gelagert, dadurch sei eine ganzjährige Versorgung möglich. Auch nach der voraussichtlichen Einstellung des Betriebs im Werk Groß-Enzersdorf Mitte 2027 würden Iglo-Produkte "wie gewohnt" im Handel erhältlich sein, betonte der Tiefkühl-Markenproduzent. Iglo Österreich ist Teil der britischen Iglo-Gruppe, die zum internationalen Tiefkühlkonzern Nomad Foods gehört.
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