Tragisch
Alkbottle-Star mit 12 vergewaltigt: Vater gab ihm Schuld
Über Jahrzehnte hinweg kannte das österreichische Publikum Roman Gregory vor allem als schlagfertigen, lauten Kopf der Mundart-Rockformation Alkbottle. Doch hinter der robusten Fassade des gefeierten Entertainers verbirgt sich eine zutiefst erschütternde Lebensgeschichte, die der Künstler nun im Podcast "Plankgezogen" ehrlich offenbart. Neben traumatischen Gewalterfahrungen in den eigenen vier Wänden erlitt der Künstler in jüngeren Jahren fürchterliche Dinge, die sein leben prägten.
Ohne Umschweife und mit beklemmender Klarheit erinnert sich Gregory an das schreckliche Ereignis in einer Ferienanlage in Tunesien zurück: "Von einem Mitarbeiter von diesem Hotelklub bin ich mit 12 vergewaltigt worden." Jahrzehntelang hütete der Wiener dieses dunkle Erlebnis, bevor er nun den schweren Schritt an die mediale Öffentlichkeit wagte, um das erlittene Unrecht endlich beim Namen zu nennen. Er habe eine Aversion gegen Homosexuelle gehabt und nicht gewusst, woher diese kam. Erst mit 30 Jahren habe er das Erlebte verarbeitet. "Ich hatte damals Todesangst. Er hat mich mit dem Kopf unter Wasser gedrückt und mit der anderen Hand hat er mich belästigt", erinnert er sich an die schrecklichen Minuten.
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Bittere Schuldumkehr: Wenn der Vater das missbrauchte Kind anklagt
Als wäre das Verbrechen selbst für eine junge Seele nicht schon verheerend genug gewesen, folgte im familiären Umfeld der nächste unerträgliche Tiefschlag. Statt Schutz, Beistand, mütterlicher Geborgenheit oder väterlichem Trost schlug dem betroffenen Jungen daheim eiskalte Härte entgegen. Sein eigener Vater reagierte mit purer emotionaler Kälte und verkehrte die Tatsachen in eine zynische Beschuldigung.
Er warf seinem misshandelten Sohn eiskalt an den Kopf, dass er selbst schuld sei, wenn er dort überhaupt herumlaufe. Diese brutale Form der Schuldumkehr brannte sich tief in das Bewusstsein des späteren Musikers ein. Das ohnehin durch ständige Schläge zerstörte Urvertrauen ging damit endgültig verloren, da das wehrlose Kind die Verantwortung für das schwere Verbrechen eines erwachsenen Täters auf den eigenen Schultern trug: "Ich musste erst verstehen, dass ich keine Schuld trage."
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Gewalt im Elternhaus und der fatale Rausch als Kleinkind
Die Vergewaltigung und die herzlose Reaktion darauf waren keineswegs ein Einzelfall, sondern fügten sich nahtlos in ein von Angst geprägtes Elternhaus ein. Der Vater regierte die Familie mit roher Gewalt und ließ seine Aggressionen tagtäglich an den Schwächsten aus. Gregory schildert die bedrückenden Zustände mit schonungslosen Worten: "Der hat meine Mutter geschlagen und hat mich geschlagen."
Auch sein erster verhängnisvoller Kontakt mit Alkohol fiel in diese unbeschützte Zeit. Als Kleinkind trank er völlig unbeaufsichtigt die Reste hochprozentiger Gläser seines Vaters und dessen Trinkkumpanen leer, da noch in jedem Glas ein Rest Schnaps stand. Die fatale Folge war ein totaler Zusammenbruch des kindlichen Körpers: "Mein erster Rausch war, da war ich drei oder vier Jahre alt!" Es habe dann einen lauten "Plumpser" gemacht und er sei ohnmächtig zu Boden gegangen.
Reißleine gezogen
Die seelischen Verwüstungen seiner Jugend versuchte der Wiener Musiker lange Zeit auf der Konzertbühne zu übertönen. Vor allem mit 23 Jahren habe er natürlich noch massiv "auf den Putz gehaut", wie der Künstler heute unumwunden einräumt. Doch jene Tage, in denen er Schmerz, Angst und Wut in extremen Alkoholmengen ertränkte, gehören endgültig der Vergangenheit an.
Ein solches Trinkpensum könne er heute beim besten Willen nicht mehr bewältigen, stellt Gregory mit unmissverständlicher Klarheit fest. Mit dem für ihn typischen Galgenhumor zieht er einen deutlichen Schlussstrich und verweist auf das bekannte Anton-Proksch-Institut in Wien-Liesing: "Sonst würden wir das Interview in Kalksburg führen."
Mit seinen mutigen Worten beweist Roman Gregory enorme seelische Größe. Indem er das verhängnisvolle Fehlverhalten seines Vaters öffentlich anprangert, nimmt er der vererbten Scham ihre zerstörerische Kraft und macht anderen Betroffenen von familiärer Gewalt und Missbrauch Mut, das Schweigen endlich zu brechen.
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