Verletzungs-Schock
Rangnick: So geht es Michi Gregoritsch
Der Auftakt in die Nations-League-Gruppenphase war für Österreichs Fußball-Nationalmannschaft ein hartes Stück Arbeit. Bis wenige Minuten vor Schluss musste die ÖFB-Auswahl am Donnerstag in Linz trotz Überzahl zittern, ehe der 3:1-Erfolg gegen Israel fixiert wurde. Teamchef Ralf Rangnick freute sich danach vor allem darüber, wie verbissen seine Truppe um die drei Punkte gekämpft hatte. "Am Ende sind wir für unser beharrliches Dranbleiben belohnt worden", sagte der Deutsche.
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Außerdem betonte Rangnick, man habe einen "klar verdienten Sieg" eingefahren und dem Gegner "keine einzige Chance gelassen". Der Gegentreffer sei zwar aus einem vermeidbaren Corner, aber auch mit einigermaßen Pech entstanden.
Beim darauffolgenden Jubel zeigte der bereits zuvor verwarnte Torschütze Saied Abu Farchi eine Geste, die man sowohl als Billardstoß als auch als Anlegen und Abfeuern eines Gewehrs interpretieren kann und sah dafür Gelb-Rot. "Die Frage muss der gegnerische Trainer oder der Spieler beantworten, ob man ein Tor so bejubeln soll", meinte Rangnick. "Der Ausschluss war für uns sicher kein Nachteil."
Rangnick wies auf prominente Ausfälle hin
Trotz numerischer Überlegenheit tat man sich zunächst gegen extrem tiefstehende Israelis schwer. "Wir können bei eigenem Ballbesitz noch bessere Lösungen finden und hätten aus Balleroberungen noch mehr Kapital schlagen können", erklärte Rangnick, merkte aber auch an: "Ich sage das nicht als Entschuldigung, sondern als Erklärung - wenn man bedenkt, wer aller ausgefallen ist, war das eine beachtliche Leistung."
Dass es noch zum Sieg reichte, lag zu einem nicht unwesentlichen Teil an eingetauschten Spielern. Sasa Kalajdzic holte den Elfmeter zu Romano Schmids 1:0 heraus, Paul Wanner bereitete Phillipp Mwenes 2:1 vor und Kalajdzic erzielte das 3:1 selbst. "Die Einwechslungen haben alle gezündet", stellte Rangnick fest.
Für Kalajdzic gab es vom Teamchef Sonderlob. "Was mir bei ihm besonders gefallen hat, war seine physische Präsenz. Das war beim LASK bisher noch nicht so der Fall, was aber auch klar war, weil der Wechsel noch nicht so lange her ist."
Gregoritsch-Verletzung wohl "nicht megaschlimm"
Der Held des WM-Spiels gegen Algerien kam noch vor der Pause für Neo-Kapitän Michael Gregoritsch, der sich eine Knöchelblessur zuzog. "Er ist umgeknickt, hat es dann mit einem Tape probiert, hatte aber Probleme beim Abstoppen", erzählte Rangnick. "Wahrscheinlich ist es eine Bänderverletzung. Es sieht nicht so aus, als ob es megaschlimm wäre, doch ich gehe davon aus, dass es für das Sonntag-Spiel gegen Kosovo knapp wird. Vielleicht geht es sich für die anderen beiden Spiele aus." Klarheit sollte nach einer MRT-Untersuchung am Freitag herrschen.
Mit einem Sieg im Happel-Stadion über die mit einem Heim-1:0 über Irland gestartete Auswahl des Balkan-Staates wäre man voll auf Kurs Richtung Endrang eins und Aufstieg in die Liga A. "Wir wollen gegen Kosovo auf den Sieg gegen Israel noch einmal einen draufsetzen", kündigte Rangnick an.
Änderungen wird es für diese Partie nicht nur aufgrund des zu erwartenden Gregoritsch-Ausfalls geben. Marco Grüll etwa konnte seine Chance nicht wirklich nützen und wurde zur Pause ausgetauscht. "Er hat eine hervorragende Saison bei Werder Bremen und hat es bei uns im Training richtig gut gemacht, doch er war in der ersten Hälfte nicht ganz so im Spiel", meinte Rangnick.
Markovic könnte gegen Kosovo debütieren
Vasilije Markovic stand so wie Maximilian Wöber und Felix Bacher nicht im Matchkader, könnte aber gegen Kosovo debütieren. "Im Spiel gegen den Ball ist er wie gemalt für unsere Spielweise. Im Spiel mit dem Ball hat er Steigerungspotenzial, aber der Junge ist erst 18", erklärte Rangnick. Markovic werde am Sonntag "ziemlich sicher" ins Aufgebot geholt. "Und wenn es irgendwie geht, möchte ich ihn zum Einsatz bringen."
Im Happel-Stadion kommt es für Rangnick zum Trainerduell mit seinem ÖFB-Teamchef-Vorgänger, dem nunmehrigen Kosovo-Nationaltrainer Franco Foda. "Ich habe ihn einige Male getroffen in den letzten Jahren. Ich verstehe mich mit ihm sehr gut, er ist ein sehr angenehmer, extrem sympathischer Kollege", sagte Rangnick über seinen Landsmann.
Unter Fodas Leitung schoss das ÖFB-Team am 7. September 2021 beim 0:1 in Wien gegen Schottland zum bisher letzten Mal in einem Heimspiel kein Tor. In den darauffolgenden 27 Partien vor eigenem Publikum erzielten die Österreicher immer zumindest einen Treffer, womit der von 1935 bis 1951 aufgestellte Verbandsrekord egalisiert wurde. Zudem schraubte man die aktuelle Rekordserie auf 15 Heimspiele ohne Niederlage - und das alles in Rangnicks 50. Länderspiel. "Der 50. Geburtstag wäre mir lieber gewesen", sagte der Teamchef schmunzelnd. "Für mich ging es darum, dass wir wieder unser Gesicht zeigen und Energie auf den Platz bringen. Das war gegen Israel der Fall, deshalb freue ich mich."
Teamchef hofft auf Spielpraxis für Alaba
Erfreut zeigte sich Rangnick auch darüber, dass David Alaba mit Udinese einen neuen Verein gefunden hat. Dadurch besteht die Möglichkeit eines ÖFB-Comebacks des Kapitäns in eineinhalb Monaten. "Er soll einmal gut ankommen und möglichst regelmäßig spielen. Der nächste Lehrgang ist erst im November, bis dahin sind es noch ein paar Spiele", erklärte Rangnick.
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