Sie ist seit dem Song Contest geschlossen - und ob sie jemals in dieser Form wieder öffnet, ist ungewiss: die Halle C der Wiener Stadthalle, besser bekannt als "Eisstadthalle". Bis zum Wettsingen im vergangenen Mai konnte dort ganzjährig dem Schlittschuhlauf gefrönt werden. Die Wiederinbetriebnahme lässt wegen Wartungsarbeiten auf sich warten. Eine Schließung steht aber ebenfalls im Raum.
Die Eissporthalle am Vogelweidplatz wurde 1957 eröffnet. Die Technik der Anlage versieht somit bereits seit Jahrzehnten ihren Dienst. Jetzt ist sie zum ersten Mal für eine längere Zeit stillgelegt. Der Komplex wird umfassend geprüft, wie ein Sprecher von Sportstadtrat Peter Hacker (SPÖ) der APA erläuterte. Nach 70 Jahren Dauerbetrieb sei es dringend geboten, die Anlage einer Gesamtrevision zu unterziehen.
Ammoniak als Problem
Das Ziel ist laut Stadt, eine Entscheidungsgrundlage für die zukünftige Nutzung und die erforderlichen Investitionen zu erhalten. Dabei wird nicht nur die eigentliche Eistechnik unter die Lupe genommen, sondern die gesamte Infrastruktur. Zwar gibt es eine monatliche Wartung durch eine Fachfirma, das Konzept selbst gilt aber als nicht mehr zeitgemäß. Denn in der Eisstadthalle wird Ammoniak verwendet. Das sei weder sicherheitstechnisch noch wirtschaftlich mehr vertretbar, wird betont.
Auch die Bauphysik der Halle entspricht jener der 1950er Jahre. Das führt zu einer absurd anmutenden Situation: Nähern sich die Außentemperaturen der 30-Grad-Marke, besteht die Gefahr, dass Kondensat entsteht, das das Eis zerstört. Um dies zu verhindern, muss die Eishalle im Sommer an Hitzetagen beheizt werden.
Die Analyse des Istzustands wird noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Erst danach könnten weitere Überlegungen angestellt werden, heißt es. Geprüft würden alle Optionen, also Sanierung, Modernisierung oder Stilllegung. Auch wenn sich für den Erhalt inzwischen eine Petition stark macht, könnte es für eine Neuerrichtung der Eisanlage jedenfalls Hürden geben. Laut Rathaus besteht auch die Gefahr, dass die bestehenden Kühltürme nicht mehr verwendet werden dürfen.
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Angebot an anderen Standorten
Eine Zeit- oder Kostenabschätzung ist derzeit jedenfalls nicht machbar, wird betont. Zugleich verweist man auf andere Plätze. Mit der Wiedereröffnung der Halle 2 im Eissportzentrum Kagran würden ab November wieder genauso viele Eisflächen wie vor der Sperre der Eisstadthalle - deren Eislaufplatz rund 1.800 Quadratmeter groß ist - zur Verfügung stehen.
Auch am Eisring Süd sind die Kapazitäten erhöht worden. Die Betriebszeiten wurden dort entsprechend erweitert. Man wolle damit den Bedarf von Vereinen, sowie Nachwuchs- und Freizeitsportlern bestmöglich abdecken, wird versichert.
ÖVP fordert Erhalt
Die Sportsprecherin der Wiener Volkspartei, die nicht amtsführende Stadträtin Kasia Greco, und der ÖVP-Bezirksparteiobmann in Rudolfsheim Fünfhaus, Felix Ofner, forderten in einer Reaktion den Erhalt der Eisstadthalle. "Natürlich muss eine fast 70 Jahre alte Anlage technisch modernisiert werden", hielt Greco fest. Was es nun brauche sei ein klarer Sanierungsplan und eine rasche Wiedereröffnung.
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