Neue Ermittlungen

CSD-Terror in Berlin: IS-Kontaktfrau in Syrien gefasst

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Nach dem tödlichen Anschlag auf den Berliner Christopher Street Day gibt es neue Erkenntnisse. Eine mutmaßliche Kontaktperson des getöteten Attentäters Abdul Ballout wurde in Syrien festgenommen. Er soll ihr kurz vor der Tat ein Bekennervideo geschickt haben.
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Wie WDR-Investigativjournalist Florian Flade berichtet, wurde die Frau von Ermittlern des Bundeskriminalamts als Sharmeena Begum (27) identifiziert. Ballout soll ihr am Tattag ein Video geschickt haben, das später nie veröffentlicht wurde.

Das Video wurde auf dem Handy des Attentäters gefunden. Darin soll er sich zum "Islamischen Staat" bekannt haben. Der genaue Inhalt wurde bislang nicht öffentlich gemacht.

Nach Erkenntnissen der Ermittler sollte Begum die Aufnahme offenbar an einen Vertreter der IS-Propaganda weiterleiten. Dazu kam es jedoch nicht.

Mit 15 Jahren zum IS nach Syrien

Begum soll Großbritannien bereits 2014 im Alter von 15 Jahren verlassen haben, um sich in Syrien dem IS anzuschließen. Später wurde sie von kurdischen Kräften gefangen genommen.

2022 soll ihr die Flucht aus einem Gefangenenlager gelungen sein. Anschließend soll sie unter falschem Namen in Syrien untergetaucht sein.

Laut Flade war sie danach weiterhin im Internet aktiv. Sie soll Kontakte zu Islamisten in Europa und Nordamerika gepflegt, Geld für Dschihadisten gesammelt und IS-Propaganda verbreitet haben.

Ermittler sehen keine Beteiligung am Anschlag

Besonders wichtig: Trotz des Kontakts zu Ballout gehen die Ermittler laut Flade nicht davon aus, dass Begum den Anschlag geplant oder den Attentäter bei der Ausführung angeleitet hat. Dafür gebe es bislang keine Anzeichen.

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Ihre Rolle soll vielmehr mit der Weitergabe beziehungsweise möglichen Veröffentlichung des Bekennervideos zusammenhängen.

Warum das Video letztlich nicht veröffentlicht wurde, ist unklar. Nach Flades Informationen könnte eine Rolle gespielt haben, dass der IS-Propagandist, an den Begum die Aufnahme weiterleiten sollte, bei Kämpfen im Gazastreifen getötet worden sein soll.

Festnahme in Syrien

Begum soll laut Flade in der vergangenen Woche von Sicherheitskräften in Syrien aufgespürt und festgenommen worden sein. Die genauen Umstände sind bislang nicht bekannt.

Deutsche Behörden sollen die Festnahme dem Bericht zufolge nicht beantragt haben und daran auch nicht beteiligt gewesen sein.

Eine Tote und 31 Verletzte

Der Anschlag ereignete sich am 25. Juli 2026 am Rande des Berliner CSD. Gegen 22 Uhr fuhr Ballout mit einem weißen Transporter in eine Menschenmenge im Tiergarten. Anschließend soll er mehrere Menschen mit einer Machete angegriffen haben.

Eine 65-jährige Polin starb, 31 weitere Menschen wurden teilweise lebensgefährlich verletzt. Am folgenden Tag wurde Ballout in einer Kleingartenanlage in Berlin-Spandau von der Polizei gestellt und erschossen.

Die Bundesanwaltschaft stellte das Verfahren gegen den getöteten Ballout inzwischen ein. Die Ermittlungen gegen mögliche weitere Beteiligte laufen jedoch weiter.

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